• Eva-Maria
    am 4. Mai 2011 um 3:57 pm #49694

    Hallo MKS-Studenten,

    mein physischer Körper und mein Verstand sind Instrumente des Ich. Mein Ich verstehe ich als mein Höheres Selbst, das meinen Körper und auch meinen Verstand lenkt (4.2). Die Absätze 3 und 4 widersprechen sich meiner Meinung nach, weil C.H. in Absatz 3 sagt, dass die Resultate meiner bisherigen Denkweise nichts mit dem wahren Ich zu tun haben, er dann aber in Absatz 4 sagt, dass das Ich dem Verstand sagt, was er denken soll. Was denn nun?

    Ich frage mich aus eigener schmerzvoller Erfahrung, wer oder was kann das “Ich” überstimmen?

    Beispiel: Mein Körper soll vom Rauchen entwöhnt werden. Dieser Wunsch kommt aus meinem tiefsten Innern und mein Verstand sagt mir, das ist ok, Rauchen ist ungesund. In Absatz 12 sagt Haanel, dass, wenn ich mich für etwas entschieden habe, ich mich von nichts und niemandem davon abbringen lassen soll, das “Ich” hat es so entschieden, die Sache ist erledigt, die Form ist gegossen.  Wunderbar, es gibt keine Zigaretten mehr und basta. Aaaaber nun meldet sich mein Körper. Der ist mit meiner Entscheidung nämlich gar nicht einverstanden. Doch mein Körper ist doch nur ein Instrument des “Ich”, des göttlichen Ich.

    Ähnliches Thema, das leidige Abnehmen. Mein Verstand weiß, mein Körper ist zu dick, er ist schwerfällig, er fühlt sich schlecht, er ist kurzatmig usw. Das einfachste ist, weniger zu essen, als mein Körper verbraucht und schon ist alles wieder in bester Ordnung. So weit, so gut. Nur, mein Körper wehrt sich sowohl gegen den Entzug des Nikotins als auch gegen den Entzug der Nahrung, die ihn dick macht.

    Also meine Frage, wer überstimmt das Ich, denn mein Ich ist vollkommen? Etwa mein Körper? Mein Ich, sagt dem Verstand, was er denken soll und mein Verstand denkt: Esse weniger, höre auf zu rauchen.

    Wer ist der innere Schweinehund, der diese Pläne durchkreuzt und meinen Willen zur positiven Veränderung schwächt? Welche Rolle spielt der mehr oder minder ausgeprägte Wille in dieser ganzen Sache? Denn, wie es so schön heißt, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Aber der Wille wird durch das Verlangen des Körpers geschwächt. Himmel, wie kann das sein? “Ich” bin allmächtig, ich bin stark. Wo hapert es? Warum kann sich mein “Ich” nicht durchsetzen?

    Mein Unterbewusstein, das mit dem universellen Bewusstein durch meine Gedanken verbunden ist, und von dem meiner Überzeugung nach der Wunsch zur Veränderung an mein Bewusstsein gesendet wurde, zeigt mir durch mein schlechtes Gewissen, dass es mit meinem Verhalten nicht einverstanden ist. Ich arbeite gegen meine innerste Überzeugung an. Nur, was in mir ist das? Was ist stärker als mein Ich, stärker als mein Unterbewusstsein und mein Verstand?

    Bin da wohl in eine Sackgasse geraten, kann mir einer von Euch da raushelfen?

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    HypNEO
    am 4. Mai 2011 um 7:52 pm #61809

    Hallo Eva-Maria,

    mein physischer Körper und mein Verstand sind Instrumente des Ich. Mein Ich verstehe ich als mein Höheres Selbst, das meinen Körper und auch meinen Verstand lenkt (4.2).

    Oder vielleicht noch treffender: “(…) Höheres Selbst, das sich meines Körpers und meines Geists bedient.”

    Die Absätze 3 und 4 widersprechen sich meiner Meinung nach, weil C.H. in Absatz 3 sagt, dass die Resultate meiner bisherigen Denkweise nichts mit dem wahren Ich zu tun haben, er dann aber in Absatz 4 sagt, dass das Ich dem Verstand sagt, was er denken soll. Was denn nun?

    Genau hingucken! Haanel sagt in Abschnitt 3: Die Persönlichkeit ist nicht das “Wahre ICH”, um gleich eine der Hauptgefahren der Verwechslungen auszuschließen.
    Zusammengefasst: Das Wahre ICH ist weder Körper noch Geist noch Persönlichkeit.

    Abschnitt 4 wiederum betont, dass das Wahre ICH der Ursprung der Gedanken des Individuums ist. Das Wahre ICH ist der Denker, nicht der Geist. Der Geist ist nur die Apparatur, die Gedanken produziert, und er tut dies auf Geheiß des Wahren ICHs.

    In der unteren Hälfte des verlinkten Postings gehe ich per Analogie auf genau diesen Aspekt ein:

    https://www.mrmasterkey.com/forum/index.php/topic,4561.msg39243.html#msg39243

    Ich frage mich aus eigener schmerzvoller Erfahrung, wer oder was kann das “Ich” überstimmen?

    Beispiel: Mein Körper soll vom Rauchen entwöhnt werden. Dieser Wunsch kommt aus meinem tiefsten Innern und mein Verstand sagt mir, das ist ok, Rauchen ist ungesund. In Absatz 12 sagt Haanel, dass, wenn ich mich für etwas entschieden habe, ich mich von nichts und niemandem davon abbringen lassen soll, das “Ich” hat es so entschieden, die Sache ist erledigt, die Form ist gegossen.  Wunderbar, es gibt keine Zigaretten mehr und basta. Aaaaber nun meldet sich mein Körper. Der ist mit meiner Entscheidung nämlich gar nicht einverstanden. Doch mein Körper ist doch nur ein Instrument des “Ich”, des göttlichen Ich. Ähnliches Thema, das leidige Abnehmen. (…)

    Alle deine Argumentationen basieren auf der gleichen Vorstellung: Es gibt “irgendwo da draußen” das Wahre ICH, das einem General ähnlich Befehle erteilt, die von seinen gehorsamen Untergebenen dann befolgt werden. Dieser General sieht alles, weiß alles und kann alles.

    Und dieses Bild ist falsch!
    Es ist deswegen falsch, weil es den General nicht gibt. Zumindest nicht in losgelöster, getrennter Form.

    Ein geeigneterer Vergleich, um zu verstehen, wie das ICH zum Körper-Geist-System steht, ist ein großes Unternehmen oder ein Konzern. Das ICH ist ähnlich dem, was wir die “juristische Person” nennen. Der Vorstand ist ähnlich dem Gehirn, die Mitarbeiter sind der restliche Körper, der die Anweisungen des Vorstands umsetzt. Wenn der Vorstand auf einmal Richtlinien beschließt, die den bisherigen Vorgängen extrem widersprechen, dann kann der Restkörper nicht sofort reagieren. Zuerst müssen dazu die Prozesse und Arbeitsabläufe geschaffen werden. Es müssen ggf. neue Abteilungen gegründet und/oder bestehende aufgelöst werden. Je radikaler die neue Marschrichtung, desto höher der Anpassungsbedarf.

    Selbiges passiert mit deinem physischen Körper, wenn du plötzlich mit dem Rauchen aufhören willst.
    Dein Körper hat sich prozessual an das Rauchen und alle seine Konsequenzen angepasst. Die Biochemie, die Körperzellen, die Blutgefäße, sie alle haben sich darauf eingestellt, mit den Inhaltsstoffen der Zigaretten umzugehen – und dann auf einmal fallen diese Stoffe weg. Auch jetzt reagiert der Körper wieder so gut es geht, nachdem die neuen Anweisung (“Ab sofort rauchfrei!”) erteilt wurden und stellt seine Prozesse um. Das geht nicht per Fingerschnipp, sondern folgt dem (im MKS leider viel zu sehr im Hintergrund belassenen) Gesetz des Wachstums (Law of Growth). Parallel dazu operiert das Gesetz von Ursache und Wirkung, denn die Umstellung der Körperprozesse zieht Konsequenzen nach sich, und zwar in Form von Gefühlen. Und jetzt, an diesem Punkt angekommen, hängt es davon ab, wie stark der Wille des Vorstands ist, diese unangenehme Phase der Umstellung bis zu ihrem Ende zu ertragen. Der Wille entscheidet darüber, ob der Vorstand frühzeitig “einknickt” oder nicht.
    Aber wo ist das Wahre ICH in diesem Beispiel?  – Das Wahre ICH ist nicht der Vorstand selber. Das Wahre ICH ist die juristische Person des Unternehmens, der “Geist des Unternehmens”, seine Mentalität, das Nicht-Greifbare. Diese “Unternehmenspersönlichkeit” existiert nicht in einem speziellen Menschen, sie existiert auch nicht alleine im Vorstand. Sie ist nirgends lokalisiert – und doch zugleich überall im Unternehmen vorhanden. Warum? – Weil sie von der gesamten Belegschaft gemeinschaftlich konstituiert wird. Sie gibt dem Unternehmen Form und Richtung, sie prägt das Verständnis von “richtig” und “falsch”, von “machbar” und “nicht machbar” u.v.m.
    Die Belegschaft erhält nicht von einer separaten, “äußeren” Instanz ihre Anweisungen, was zu tun ist. Alle Anweisungen stammen aus ihrer eigenen Mitte, aus sich selbst heraus. Mitarbeiter kommen und gehen, Vorstandsmitglieder kommen und gehen, aber die Existenz der “juristischen Person” ist davon unbetroffen.

    Diese Analogie basiert natürlich, wie so vieles, auf dem Zweiten Hermetischen Prinzip, dem Prinzip der Korrespondenz, auch bekannt als “Wie unten, so oben” oder als “Alles lässt sich in allem erkennen”.

    Dein Wahres ICH ist der Teil deiner Existenz, der ewig und unveränderlich ist. Der Teil, der keinem Wandel unterworfen ist. Der Teil, der weder kommt noch geht. Dein unsichtbares Zentrum. Die Stille in dir.
    Wie das Auge eines Sturms zum Sturm gehört, obwohl sich dort kein Lüftchen regt. Es ist der Punkt, an dem sich Sturm und Nicht-Sturm begegnen. Der Nicht-Sturm ist es, der den Sturm definiert, das Auge des Sturms hält den Sturm zusammen, obwohl ausgerechnet dort nichts stürmt. 🙂

    Uff!
    Viele Worte, aber ich hoffe, sie haben sich gelohnt und dir eine neue, klarere Perspektive gebracht.

    Gruß,
    HypNEO

    Huazcaran
    am 4. Mai 2011 um 9:49 pm #61810

    Die Absätze 3 und 4 widersprechen sich meiner Meinung nach, weil C.H. in Absatz 3 sagt, dass die Resultate meiner bisherigen Denkweise nichts mit dem wahren Ich zu tun haben, er dann aber in Absatz 4 sagt, dass das Ich dem Verstand sagt, was er denken soll. Was denn nun?

    Deine Persönlichkeit ist nicht dein ICH sondern das Ergebnis der Gedanken deines ICHs, bzw. der Gedanken, die dein ICH zugelassen hat. Über den Verstand kann das ICH sich entscheiden, andere Gedanken zu denken, was wiederum dazu führt, dass sich deine Persönlichkeit verändert.

    Beispiel: Mein Körper soll vom Rauchen entwöhnt werden. Dieser Wunsch kommt aus meinem tiefsten Innern und mein Verstand sagt mir, das ist ok, Rauchen ist ungesund. In Absatz 12 sagt Haanel, dass, wenn ich mich für etwas entschieden habe, ich mich von nichts und niemandem davon abbringen lassen soll, das “Ich” hat es so entschieden, die Sache ist erledigt, die Form ist gegossen.  Wunderbar, es gibt keine Zigaretten mehr und basta. Aaaaber nun meldet sich mein Körper. Der ist mit meiner Entscheidung nämlich gar nicht einverstanden. Doch mein Körper ist doch nur ein Instrument des “Ich”, des göttlichen Ich.

    Das hat mit Willenskraft zu tun. Willenskraft ist übrigens auch ein Ergebnis von Konzentration. Wo Konzentration gestört ist und zu viele Eindrücke verarbeitet werden müssen, leidet die Willenskraft, wie Versuche in dieser Richtung zeigen. Der Mensch neigt dann schneller zum Aufgeben.

    Das ICH (du) entscheidet sich für eine Veränderung. Das heißt nicht, dass nicht andere Kräfte dagegen arbeiten. Letztlich wird alles im Hirn über Nervenbahnen gesteuert und jede Entscheidung dient dazu, Schmerz zu vermeiden und Freude zu empfinden. Ein wiederholtes Verhalten baut dabei Nervenbahnen zu Datenautobahnen aus. Wenn du also rauchst und das als Freude empfindest, dann bildet sich im Hirn eine entsprechende Nervenbahn. Durch Wiederholung wird diese Nervenbahn immer stärker, bis ein Automatismus eintritt. Irgendwann entsteht sogar eine reflexartige Handlung (irgendwas passiert und um sich zu beruhigen greift man automatisch zur Zigarette). Wenn du jetzt neues Verhalten an den Tag legen willst, muss sich erst eine neue Nervenbahn bilden (ebenfalls durch Wiederholung und durch das Empfinden von Freude durch das neue Verhalten), während die alte Nervenbahn nach und nach verkümmert. In dieser Phase ist die von Haanel erwähnte Willenskraft notwendig, die vom ICH aufgebracht werden kann – bzw. von deiner Entscheidung.

    Dieses Muster lässt sich auf alle Gewohnheiten übertragen, die der Mensch hat – zu viel essen, Alkoholismus, zuerst den linken, dann den rechten Schuh anziehen, die Kinder anschreien, wenn sie nicht funktionieren, Drogenmissbrauch usw. Auch das Muster des Aufgebens oder des etwas Durchziehens ist erlernt und kann durch Willenskraft verändert werden. Deshalb rät Haanel, zunächst mit kleinen Dingen anzufangen, damit Disziplin und Erfolg zur einer Art Gewohnheit werden.

    am 5. Mai 2011 um 8:47 am #61811

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    Zitat von: Eva-Maria am Gestern um 17:57
    Beispiel: Mein Körper soll vom Rauchen entwöhnt werden. Dieser Wunsch kommt aus meinem tiefsten Innern und mein Verstand sagt mir, das ist ok, Rauchen ist ungesund. In Absatz 12 sagt Haanel, dass, wenn ich mich für etwas entschieden habe, ich mich von nichts und niemandem davon abbringen lassen soll, das “Ich” hat es so entschieden, die Sache ist erledigt, die Form ist gegossen.  Wunderbar, es gibt keine Zigaretten mehr und basta. Aaaaber nun meldet sich mein Körper. Der ist mit meiner Entscheidung nämlich gar nicht einverstanden. Doch mein Körper ist doch nur ein Instrument des “Ich”, des göttlichen Ich.



    Das hat mit Willenskraft zu tun. Willenskraft ist übrigens auch ein Ergebnis von Konzentration. Wo Konzentration gestört ist und zu viele Eindrücke verarbeitet werden müssen, leidet die Willenskraft, wie Versuche in dieser Richtung zeigen. Der Mensch neigt dann schneller zum Aufgeben.

    Hi
    hier wird etwas vermischt.

    Muster oder Gewohnheiten ändern ist nicht allein mit dem Willen / mit dem Verstand.

    Unsere Handlungen und unser Verstand werden gesteuert von unseren Gefühlen.
    Ich muss also meine Emotionen/Gefühle/Festplatte ändern um neue Wege gehen zu können.

    Ich muss erst SEIN bevor eine Änderung im Aussen erscheint.

    Ich muss also erst liebevoll zu mir sein, damit ich aufhöre mich zu schädigen.

    :-*
    Jolieda

    Eva-Maria
    am 5. Mai 2011 um 12:40 pm #61812

    Hi Hypneo,

    uiuiui, ich schreibe das jetzt mal mit Word, damit ich parallel lesen kann ,was Du geschrieben hast. Ich versuche, das mal für mich aufzudröseln:

    Erstmal, was mir auffällt, Du trennst das Gehirn vom restlichen Körper, denn Du schreibst, dass der Vorstand ähnlich dem Gehirn ist und die Mitarbeiter des Unternehmens seien der restliche Körper. Ganz zu Anfang sagst Du, dass der Verstand der Geist ist. Das ist ungewohnt für mich, weil ich bisher den Geist als etwas spirituellem angesehen habe und mir unter dem Verstand das Gehirn vorgestellt habe.

    Nun zur juristischen Person: Hier die Bedeutung lt. Wikipedia: Eine juristische Person ist eine Personenvereinigung oder eine Vermögensmasse, die aufgrund gesetzlicher Anerkennung rechtsfähig ist, das heißt selbst Träger von Rechten und Pflichten sein kann, dabei aber keine natürliche Person ist.

    Die jur. Person ist der Kopf vom Ganzen, ohne sie geht gar nichts. Das gleiche gilt für den Universellen Geist.

    Demnach:  1. Universeller Geist als ein Ganzes, kann denken aber keine Gedanken erzeugen, richtig? Mein Höheres Selbst, mein Ich????

                      2. Individueller Geist, der sich in Bewusstsein und Unterbewusstsein teilt, produziert die Gedanken, die der universelle Geist erzeugt hat, richtig? Dieser Individuelle Geist steckt in mir, in Dir usw.

    So, nun zum General, wie Du so schön sagst 😉
    Es gibt ihn nicht in losgelöster, getrennter Form, weil der individuelle Geist durch die Gedanken immer und immer mit ihm verbunden ist?

    Zu Absatz 3: Mein Denkansatz war: Wenn die Persönlichkeit aus unzähligen Eigenschaften, Besonderheiten usw. besteht, die das Resultat meiner bisherigen Denkweise sind, dann müsste das wahre Ich schon etwas damit zu tun haben, weil das wahre Ich laut Absatz 4 dem Verstand sagt, was er denken soll. Und deshalb sehe ich da einen Widerspruch.

    Also, mein „Wahres Ich“ ist der Universelle Geist, der denkt, selbst keine Gedanken produzieren kann und deshalb „Funken versprüht hat“, die sich als Individueller Geist in uns allen befinden. Diese Individuelle Geist teilt sich in den bewussten Geist, der Gedanken erzeugen kann und in den unbewussten Geist, der diese Gedanken aufnimmt und diese zum Universellen Geist „weiterleitet“, damit sie sich materialisieren können und dadurch mit ihm in Verbindung steht. Richtig?

    Und nun zu meiner Frage: Wer oder was überstimmt das Ich?

    Mein Wahres Ich denkt beispielsweise, dass mein Körper keinen Nikotin mehr bekommen soll (wobei es mir ehrlich gesagt etwas schwerfällt, zu glauben, dass sich der Universelle Geist mit so’nem Pillepalle beschäftigt). Mein Bewusstsein als Teil des Individuellen Geistes formt daraus den Gedanken: Ich höre mit dem Rauchen auf und los geht’s. Dann meldet sich mein Körper, der an die Nikotinzufuhr gewöhnt ist und beschwert sich mit Entzugserscheinungen. Nun ist es also an meinem Bewusstsein, durch Beharrlichkeit und Stärke, den Wunsch meines Ich durch ständiges Denken daran aufrechtzuerhalten und zu Fleisch werden zu lassen. Fehlt es dem Bewusstein an Beharrlichkeit, wird der Wille geschwächt und das Ich überstimmt, und ich greife wieder zur Zigarette. Richtig?

    Ein Gedanke ist mir jetzt noch gekommen.

    Wenn der Universelle Geist „nur“ denken kann und für die Gedankenformung zwecks Materialisierung den individuellen Geist benötigt, wie war es dann möglich, sein allererstes Denken in eine Gedankenform zu bringen, da es noch keinen Individuellen Geist gab oder hat er zuerst „Funken gesprüht“ und dann erst gedacht? Was war zuerst da, der Geist oder das Denken? War es das Denken, wer hat gedacht? War es der Geist, s.o.
    Und auch, wer hat für den Universellen Geist die Gedanken erzeugt, als es noch keine Menschen gab? Wie ist es mit den Tieren? Die Menschheit wird immer so hochgelobt und als etwas Besonderes erhoben, weil wir ja Gedanken denken können aber wir sind doch sicher nicht allein damit.

    Ich danke Dir für Deine ausführliche Antwort, mir ist vor allem klargeworden, dass ich den roten Faden nicht verlieren darf, ich neige schnell dazu, abzudriften und mich dann gedanklich etwas zu verzetteln. Aber wie C.H so schön sagt: Perfektion im Meistern dieser Wissenschaft wird nicht in sechs Tagen, auch nicht in sechs Wochen oder sechs Monaten erlangt. Es ist die Arbeit des Lebens. Nun denn, auf auf!

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    Eva-Maria
    am 5. Mai 2011 um 1:45 pm #61813

    Hallo Huazcaran,

    bzw. der Gedanken, die dein ICH zugelassen hat

    Was meinst Du damit? Gedanken, bei denen sich mein Gewissen meldet oder solche, die ich gar nicht erst denke, weil sie nicht meinem Naturell entsprechen?

    Vielen Dank schon mal
    herzlichst Eva-Maria

    HypNEO
    am 6. Mai 2011 um 9:33 am #61814

    Hallo Eva-Maria,

    Und nun zu meiner Frage: Wer oder was überstimmt das Ich?

    Die Antwort ist simpel: Nichts und Niemand.
    Deine Schlussfolgerungen basieren auf falschen Annahmen und unzutreffenden Bildern, die du zum Analogieschluss heranziehst. Entspann dich und nimm dir die Zeit, das notwendige Verständnis nach und nach zu entiwckeln. Wie heißt es so schön? Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

    Wenn der Universelle Geist „nur“ denken kann und für die Gedankenformung zwecks Materialisierung den individuellen Geist benötigt, wie war es dann möglich, sein allererstes Denken in eine Gedankenform zu bringen, da es noch keinen Individuellen Geist gab oder hat er zuerst „Funken gesprüht“ und dann erst gedacht? Was war zuerst da, der Geist oder das Denken? War es das Denken, wer hat gedacht? War es der Geist, s.o.

    Auch hier ist die Antwort simpel: Keiner war zuerst da.

    Der Universelle Geist ist ewig, ohne Anfang, ohne Ende. Er hat niemals begonnen zu existieren, er war schon immer hier und wird es immer sein.

    Und auch, wer hat für den Universellen Geist die Gedanken erzeugt, als es noch keine Menschen gab? Wie ist es mit den Tieren? Die Menschheit wird immer so hochgelobt und als etwas Besonderes erhoben, weil wir ja Gedanken denken können aber wir sind doch sicher nicht allein damit.

    Auch diese Frage ist schon im Ansatz falsch.

    Es gibt nur ein Bewusstsein, einen Geist. Das steht schon in Kapitel 1, Abschnitt 24. Jeder individuelle Geist ist eine Facette davon, ebenso wie die (einzelne) Biene ein Teil des Schwarms ist.

    Es ist nicht zutreffend zu sagen: Es ist Wasser im Fluss.
    Richtig ist: Das Wasser IST der Fluss.

    Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch ist ein Ausdruck eben dieses einen Geists. Der Grad der Unterscheidung liegt nur im bewussten Anteil, von dem der Mensch mehr besitzt als das Tier, das Tier mehr als die Pflanze, und die Pflanze mehr als der Stein.

    Die (paradoxe) Wahrheit lautet: Das Universum ist eine einzige Wesenheit, die sich aus unzählig vielen Einzelwesenheiten zusammensetzt. Es gibt nur einen universellen Geist, der zugleich unzählig viele individuelle Geister ist, ebenso wie der Ozean für sich genommen ein einzelnes Objekt ist, und doch, aus einer anderen Perspektive, der Zusammenschluss Abermilliarden von einzelnen Tropfen sind, die sich in Zusammensetzung und Beschaffenheit nicht wesentlich von ihm unterscheiden – lediglich in der Größenordnung.

    Ich danke Dir für Deine ausführliche Antwort, mir ist vor allem klargeworden, dass ich den roten Faden nicht verlieren darf, ich neige schnell dazu, abzudriften und mich dann gedanklich etwas zu verzetteln.

    Das bedeutet nur, dass du lernen solltest, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren und genau und aufmerksam zu beobachten. Alle Antworten, die du suchst, befinden sich direkt vor deiner Nase. Ein Baum kann dir das gesamte Wesen des Universums deutlicher offenbaren als tausend Bücher das vermögen, wenn du lernst, ihn aus dem richtigen Blickwinkel zu sehen. Wie gesagt: Nimm dir die Zeit, die du brauchst und orientiere dich an simplen Erkenntnissen, um darauf aufbauend zu den komplizierteren vorzudringen.
    Für den Anfang empfehle ich dir, den Gedanken mit dem Ozean und dem Tropfen aufzugreifen und diese Analogie genau zu durchdenken. Sie gut, wenngleich nicht perfekt, aber sie demonstriert einen wichtigen Punkt. Versuch zu erkennen, warum es nur eine Frage des Blickwinkels ist, ob ein Ozean als ein einziger Tropfen oder als Abermilliarden von Tropfen angesehen werden kann. Das gibt dir ein besseres Verständnis für das Verhältnis von Universellem zu Individuellem.

    Gruß,
    HypNEO

    Eva-Maria
    am 6. Mai 2011 um 10:18 am #61815

    Hallo HypNEO,

        Und nun zu meiner Frage: Wer oder was überstimmt das Ich?

    Die Antwort ist simpel: Nichts und Niemand.

    Hmm, ich entnahm meine Frage dem Absatz 13, in dem Haanel sich auf die Affirmation “Ich kann sein, was ich sein will” bezieht. Er sagt dort: Wenn Du diese Idee mit kleinen, kontrollierbaren Dingen umsetzt, von denen du weißt, dass du sie beherrschst, und deine Anstrengungen dann Schritt für Schritt verstärkst, aber niemals, unter keinen Umständen erlaubst, dass dein “Ich” überstimmt wird……

    Ich wähnte mich auf dem richtigen Weg mit meinen Schlussfolgerungen und weiß nun nicht, was Haanel damit meint.

    Der Universelle Geist ist ewig, ohne Anfang, ohne Ende. Er hat niemals begonnen zu existieren, er war schon immer hier und wird es immer sein.

    Das für mich noch schwer vorstellbar, doch ich werde einen Weg finden, diese Aussage zu verinnerlichen.

    Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch ist ein Ausdruck eben dieses einen Geists. Der Grad der Unterscheidung liegt nur im bewussten Anteil, von dem der Mensch mehr besitzt als das Tier, das Tier mehr als die Pflanze, und die Pflanze mehr als der Stein.

    Die (paradoxe) Wahrheit lautet: Das Universum ist eine einzige Wesenheit, die sich aus unzählig vielen Einzelwesenheiten zusammensetzt. Es gibt nur einen universellen Geist, der zugleich unzählig viele individuelle Geister ist, ebenso wie der Ozean für sich genommen ein einzelnes Objekt ist, und doch, aus einer anderen Perspektive, der Zusammenschluss Abermilliarden von einzelnen Tropfen sind, die sich in Zusammensetzung und Beschaffenheit nicht wesentlich von ihm unterscheiden – lediglich in der Größenordnung.

    Okay, die Analogie mit dem Ozean ist gut und verständlich für mich. Ich werde in die Stille gehen und darüber nachdenken, denn das ganzheitliche Denken muss mir besser gelingen.

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    HypNEO
    am 6. Mai 2011 um 11:40 am #61816

    Hallo Eva-Maria,

    Hmm, ich entnahm meine Frage dem Absatz 13, in dem Haanel sich auf die Affirmation “Ich kann sein, was ich sein will” bezieht. Er sagt dort: Wenn Du diese Idee mit kleinen, kontrollierbaren Dingen umsetzt, von denen du weißt, dass du sie beherrschst, und deine Anstrengungen dann Schritt für Schritt verstärkst, aber niemals, unter keinen Umständen erlaubst, dass dein “Ich” überstimmt wird……

    Ich wähnte mich auf dem richtigen Weg mit meinen Schlussfolgerungen und weiß nun nicht, was Haanel damit meint.

    Okay, ich verstehe. Wir reden von derselben Sache, benutzen aber unterschiedliche Begriffe. Ich finde den Begriff “überstimmen” unglücklich, weil er unterschwellig suggeriert, dass eine Abstimmung vonstatten ginge, und dieses Bild ist unpassend.

    Die Passage, die du ansprichst, habe ich für mich so verstanden: Der Sehnsucht nach einer Änderung stammt letztlich vom ICH, wobei das ICH aber nicht sagt oder befiehlt “Ändere dich!” oder “Mach es gefälligst so oder so!”, sondern stattdessen subtil die Botschaft lanciert “Ich will das Gefühl von Glück in meinem Körper spüren”. Ich glkaube, dass das ICH niemals klare Wege vorgibt, sondern nur das ziel benennt bzw. andeutet. Der Geist kennt diese Botschaft sozusagen als “Ziel des Spiels” und sucht jetzt nach geeigneten Mitteln und Wegen, um dieses (vorgegebene) Ziel zu erreichen.
    Der Geist arbeitet in zwei Modi: bewusst und unterbewusst. In beiden Modi werden Gedanken erzeugt, jedoch sind die unterbewussten nicht wahrnehmbar für das Individuum, es kann sie weder “sehen” noch direkt “beeinflussen”, weil es sich ihrer Existenz nicht bewusst ist. Dennoch vollführen diese Gedanken Effekte im Körper-Geist-System, die wiederum beobachtet werden können. Sprich: Das Bewusstsein erkennt die Auswirkungen, ist sich der Ursache aber nicht bewusst. Erinnere dich: Wir nehmen lediglich 10% unserer Gedanken bewusst wahr – alle anderen wirken still und heimlich  im Hintergrund, und dennoch sind es unsere Gedanken! Da denkt kein Anderer, sondern nur ich allein.

    Jetzt ist das Wesen des Unterbewusstseins so, dass es die Gedanken, die es denkt, nicht in Frage stellt oder auf Richtigkeit überprüft. Das findest du in Kapitel 2 beschrieben.
    Das Bewusstsein (der objektive Verstand) kann als einzige Instanz des Geists prüfen, bewerten und vor allem entscheiden. Das Unterbewusstsein kann nicht entscheiden, es kann dafür umso perfekter ausführen, während das Bewustsein wiederum ein schlechter Ausführer ist.
    Doch woran entscheidet das Bewusstsein? – Anhand dessen, was es als wahr erachtet. Und wer sagt ihm das? Auf jeden Fall ist es nicht das ICH!
    Das Bewusstsein ist über die Sinnesorgane an die Äußere Welt gekoppelt und erfährt diese durch den Prozess, den wir „Lernen“ nennen. Dabei werden einige wahre und auch einige unwahre Informationen aufgenommen und formen die Sicht auf die Welt. Das Bewusstsein lernt ebenfalls Verhaltensweisen, die sich als tauglich erweisen und gibt diese dann an das Unterbewusstsein weiter, und zwar mit dem Prüfsiegel „Super Sache – machen!“ Das Unterbewusstsein nimmt diese Anweisungen entgegen und setzt sie ungeprüft um – es kann nicht prüfen, es kann nur ausführen, und das tut es. So etablieren sich Gewohnheiten. Und das gesamte System klappt perfekt – auch dann, wenn das Bewusstsein auf Grund mangelnden Verständnisses einen „falschen“ Weg einschlägt. Und hier kommen wir wieder zu deiner Frage zurück.

    Wenn das geschieht, d.h. wenn das Bewusstsein, der Verstand, zu einem Irrtum geraten, wie das vom ICH lancierte Ziel zu erreichen wäre, dann läuft die gesamte Maschinerie an und produziert dazu passende Gedanken, Gewohnheiten, Verhaltensweisen – z.B. Rauchen. Für den Verstand war das ein scheinbar geeigneter Weg, um Glück im Körper zu verspüren, z.B. die Ruhe, die beim ersten Zug an der Zigarette von vielen Rauchern deutlich gespürt wird. Das gesamte System rollt perfekt vorwärts, aber auf der falschen Straße. Und der Verstand guckt immer wieder zum Fenster raus, um zu prüfen, ob denn das Ziel schon erreicht wurde, aber irgendwann kommt der Punkt, wo er zu zweifeln beginnt; wo ihm langsam dämmert, dass er sich auf der falschen Route befindet.
    Jetzt könntest du fragen, warum das ICH, das doch allwissend ist, ihn nicht rechtzeitig ausgebremst hat und ihm sagt, wo er stattdessen lang muss.
    Darauf würde ich antworten: Das ICH ist wie ein geduldiger Beifahrer, der sich nicht in den Fahrstil des Fahrers einmischt, aber dafür beständig wiederholt, wohin er chauffiert werden möchte. Das ICH ist zeitlos, es hat keine Eile. Seine Gedanken ruhen im Unterbewusstsein des Individuums und geben die Richtung grob vor. Der Verstand trachet nach bestem Wissen und Gewissen, diesem Ruf Folge zu leisten.

    Aus diesem Grund finde ich „überstimmen“ unpassend. Es ist nicht so, dass der Verstand zum ICH sagt „Du hast Unrecht, und ich setze mich durch“ und das ICH das stillschweigend hinnimmt. Stattdessen ist es so, dass der Verstand ununterbrochen nach Wegen sucht, von denen er sich verspricht, das Ziel zu erreichen. Andere Wege interessieren ihn gar nicht. Wenn das ICH (symbolisch gesprochen) in die Karibik will, dann sucht er nicht nach Wegen, um zur Antarktis zu gelangen, aber es kann durchaus sein, dass er den Eindruck gewinnt, der geeignete Weg in die Karibik führe durch die Antarktis! Der Verstand ist begrenzt, seine Kapazität ist endlich. Er ist zwar verbunden mit einem unendlichen Wissen, aber er hat keinen freien Zugriff darauf. Er weiß genau das, was er sich bewusst gemacht hat, und alle anderen Erkenntnisse ruhen weiterhin schlummernd in den Tiefen des Unterbewusstseins und kommen nur gelegentlich durch Intuition nach oben.

    Die Intuition ist der Schlüssel, denn sie übermittelt uns die Gedanken des ICH in reiner Form. Dieser Gedanke wird vom Verstand aufgefangen, wie jeder andere Gedanke auch (beachte: Er wird von einem Teil des Geists produziert und gleich darauf von einem anderen Teil untersucht), und wenn dieser Gedanke den bisherigen Gewohnheiten zu fremdartig ist, dann neigt der untrainierte Verstand dazu, ihn ebenso gewohnheitsmäßig als „Unsinn“ zu etikettieren und abzulehnen. Und hier kommt diese „Überstimmung“ ins Spiel, hier gilt es, Verständnis zu entwickeln und lernen, der Intuition zu vertrauen, auch und gerade wenn sie sich den logischen Prozessen des Verstands zu entziehen scheint.

    Gruß,
    HypNEO

    Eva-Maria
    am 6. Mai 2011 um 12:20 pm #61817

    Danke HypNEO

    :-*

    Eva-Maria

    [ So etwas bitte immer als PN! Siehe Forumsleitfaden. LG, Helmar ]

    am 8. Mai 2011 um 10:35 am #61818

    Der Geist arbeitet in zwei Modi: bewusst und unterbewusst. In beiden Modi werden Gedanken erzeugt, jedoch sind die unterbewussten nicht wahrnehmbar für das Individuum

    Jetzt ist das Wesen des Unterbewusstseins so, dass es die Gedanken, die es denkt

    Mein Verständnis hier ist ein anderes: Das Unterbewusstsein nimmt an der Entscheidungsfindung nicht statt, d.h. es kann auch nicht denken. Denken hat was mit (be-)urteilen zu tun, und genau das tut das Unterbewusstsein nicht. Somit erzeugt es selbst auch keine Gedanken, sondern führt aus – und zwar, wie von dir geschrieben – perfekt. Das Unterbewusstsein ist die perfekte Maschine; wenn es aber falsche Anleitungen bekommt, geht es bekanntlich in die Hose, weil eben auch falsche Gedanken schöpferisch sind und von der Maschine ausgeführt werden – nur eben mit den entsprechenden Konsequenzen!

    LG,

    Helmar

    HypNEO
    am 9. Mai 2011 um 11:26 am #61819

    Hallo Helmar,

    Mein Verständnis hier ist ein anderes: Das Unterbewusstsein nimmt an der Entscheidungsfindung nicht statt, d.h. es kann auch nicht denken. Denken hat was mit (be-)urteilen zu tun, und genau das tut das Unterbewusstsein nicht. Somit erzeugt es selbst auch keine Gedanken, sondern führt aus – und zwar, wie von dir geschrieben – perfekt. Das Unterbewusstsein ist die perfekte Maschine; wenn es aber falsche Anleitungen bekommt, geht es bekanntlich in die Hose, weil eben auch falsche Gedanken schöpferisch sind und von der Maschine ausgeführt werden – nur eben mit den entsprechenden Konsequenzen!

    Das ergibt m.E. keinen Sinn, und zwar folgendem Grund: Das Unterbewusstsein ist ein Teil des Geists. Der Geist ist spirituell, und die einzige Fähigkeit, die dem Spirit gegeben ist, ist die Macht zu denken. Wenn du ihm diese noch absprichst, bleibt nichts mehr übrig.

    Es ist hingegen korrekt, dass das Unterbewusstsein nicht logisch-induktiv denken kann. Es kann die Richtigkeit seiner vorliegenden Informationen nicht überprüfen. Es ist aber sehr wohl zu deduktivem Denken und schlussfolgern in der Lage. Haanel thematisiert das sehr stark in Kapitel 2, unter anderem, dass das Unterbewusstsein (perfekte) Schlussfolgerungen zieht. Das steht m.E. außer Frage.
    Jetzt aber meine offene Gegenfrage: Nehmen wir mal an, eine Schlussfolgerung wäre kein Gedanke, was wäre sie deiner Meinung nach denn dann?

    Wir sollten unsd daran erinnern, dass das das Universale Bewusstsein schon vor dem Menschen da war. Das Denken ist keine proprietäre Eigenschaft des Menschen. Die Fähigkeit des Denkens ist Resultat der Tatsache, dass unser Wahres ICH Spirit, also unendliches lebendiges Bewusstsein, ist.
    Deswegen halte ich es für gewagt, den Begriff des Denkens am dem festzumachen, wie der Mensch es erfährt. Ich finde es korrekter, es als die primäre Eigenschaft des Spirit anzusehen.

    Gruß,
    HypNEO

    am 9. Mai 2011 um 8:50 pm #61820

    Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine ERKENNTNIS  zu formen versuchen.
    Bewusst werden dabei meist nur die Endprodukte des Denkens, nicht die Denkprozesse, die sie hervorbringen.

    Erkenntnis = eine einheitliche Definition des Begriffs Erkenntnis ist nicht existent.
    In einer ersten Annäherung kann man Erkenntnis jedoch als den Prozess und das Ergebnis eines durch Einsicht oder Erfahrung gewonnenen Wissens bezeichnen.

    Die Erkenntnis beinhaltet immer die Beziehung zwischen einem erkennenden Subjekt und etwas Erkanntem (Objekt). Es kann sich ebenso auf einen Sachverhalt wie auf einen Prozess beziehen.

    Der Begriff der Erkenntnis bezeichnet somit
    • das Ergebnis (das Erkannte) und
    • den Prozess des Erkennens (den Erkenntnisakt).

    Beides sind Produkte des Bewusst_seins, aber niemals das des Unterbewusstsein. Dieses erhält von uns das Ergebnis des Prozesses.

    Das Unterbewusstsein ist, wie Helmar es m.E. treffend ausgedrückt hat, eine Maschine, die nur das TUT, was wir vorher durch bewusstes Denken (im Rahmen unserer Möglichkeit, Beispiel Kind) erkannt haben.

    So TUT auch nur der Spirit, was wir vorher irgendwann bewusst gedacht ( erkannt oder schlussgefolgert) haben und dies als Anweisung an unserer Unterbewusstsein weitergegeben wurde, das den ‚Befehl‘ aussendet. Siehe dazu auch Teil 3, Nr.4

    Spontan fällt mir dazu Teil 1 Nr. 40 ein, indem davon gesprochen wird, dass das Prinzip von Ursache und Wirkung nicht im Individuum herrscht, sondern im Universellen Bewusstsein.
    Ich meine im Wirkprinzip eine Parallele im Verhältnis zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein zu erkennen.

    Im übrigens spricht Haanel davon, dass das ‚menschliche‘ Bewusstsein nur die Fähigkeit besitzt, zu denken.

    Gedanken sind aber nur EIN Zustand. Daher kann ich deiner Aussage

    Der Geist ist spirituell, und die einzige Fähigkeit, die dem Spirit gegeben ist, ist die Macht zu denken.

    nicht beipflichten, Hypneo.

    Auch, wenn das Universelle Bewusstsein  ‚nicht‘ denkt, IST es.

    Oder nicht?

    am 9. Mai 2011 um 10:46 pm #61821

    Hallo HypNEO,

    Das Unterbewusstsein ist ein Teil des Geists. Der Geist ist spirituell, und die einzige Fähigkeit, die dem Spirit gegeben ist, ist die Macht zu denken.

    Das Unterbewusstsein ist für mich ein rein ausführendes Organ. Anders als der Verstand, der sich sehr wohl bewusst ist, daß es ihn gibt, ist es das Unterbewusstsein nicht. Es handelt schlichtweg nur, weswegen es auch perfekt ist. Wer ausschließlich handelt, kann auch keine Fehler machen, weil der Teil des Denkens, der Analyse, eben nicht vorhanden ist. George W. Bush war da ein gutes Beispiel. 😉

    Das Universelle Bewußtsein mag schon vor uns bestanden haben, aber genau so wie das Unterbewusstsein ist es sich selbst nicht bewusst.  Wie sagte Onkel Charles so schön: “Das Universelle kann nur durch das Individuelle tätig werden.”

    Wenn du ihm diese noch absprichst, bleibt nichts mehr übrig.

    Doch, nämlich das perfekte Ausführen von Anweisungen, wohlgemerkt aber mit einem gewissen Schutzmechanismus, weil es ja “die Aufrechterhaltung des Lebens und die Verbesserung von Zuständen allgemein” zur Aufgabe hat. Daher “sind” Gedanken auch keine Dinge, können aber dazu “werden”, wie wir mittlerweile alle wissen.

    Wenn es auch noch denken könnte, bräuchten wir den Verstand nicht mehr. Und ohne den wäre der Mensch heute so weit wie ein Gorilla – was an sich ja nicht schlimm wäre. Aber es ist erst durch den Verstand und dessen Fähigkeit, immer bessere Werkzeuge zu erschaffen, was uns dahin geführt hat, wo wir heute sind, nämlich daß wir die Schöpfung immer besser verstehen.  Aber ich schweife ab…

    Es ist hingegen korrekt, dass das Unterbewusstsein nicht logisch-induktiv denken kann. Es kann die Richtigkeit seiner vorliegenden Informationen nicht überprüfen. Es ist aber sehr wohl zu deduktivem Denken und Schlussfolgern in der Lage.

    Induktives Denken heißt ja lediglich, daß aus Einzelfällen der gemeinsame Nenner erkannt wird und so vom Besonderen aufs Allgemeine geschlossen wird. Deduktiv wäre das Gegenteil, nämlich vom Allgemeinen aufs Besondere zu schließen.

    Das Unterbewusstsein zieht deshalb korrekte Schlussfolgerungen, weil es gar nichts anderes kann. Es ist verbal vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, da nach unserem “Denken” (?) Schlussfolgerungen ja eine Art Fähigkeit der Unterscheidung implizieren. Dem ist aber nicht so. Das deutsche Wort “Schluss-folge-r-ung” ist da auch klar und deutlich. Schluss. Folge. Da ist nix mehr mit Denken, auch nicht vom Allgemeinen aufs Besondere. Da wird einfach nur umgesetzt.

    Jetzt aber meine offene Gegenfrage: Nehmen wir mal an, eine Schlussfolgerung wäre kein Gedanke, was wäre sie deiner Meinung nach denn dann?

    Gehts hier um Gedanken oder um Denken? Gedanken haben die meisten Menschen, aber die wenigsten denken auch. Das ist ja überall ersichtlich. 😉

    Ein Gedanke ist ein schwingungstechnischer Impuls; ein Kollabieren der Wellenfunktion sozusagen, also etwas “Positives” im ursprünglichen Sinne. Eine Schlussfolgerung ist etwas “Negatives”, Weibliches, Empfängliches, Ausführendes. Das Unterbewusstsein als Teil des Universellen Bewusstseins unterliegt nach meinem Verständnis den 7 Hermetischen Prinzipien und nichts, was man mit Individualität bezeichnen könnte, denn diese impliziert Unterscheidung.  Da wird auch nach dem 5. Bier nicht eingeschritten, sondern Ursache und Wirkung ziehen weiterhin feucht-fröhlich ihre Kreise.

    Wir sollten uns daran erinnern, dass das das Universale Bewusstsein schon vor dem Menschen da war.

    Also die Wortschöpfung ist es erst mit uns entstanden und hat somit Sinn und Bedeutung erhalten. Ob der Mond auch dann noch da ist, wenn Einstein nicht hinschaut, ist hier mal zweitrangig. 😉 Vor dem Menschen gab es unzählige Schöpfungs- und Zerstörungszyklen, aber ob sich dort individuelle Elemente bewußt waren, was da im Großen ablief, das vermag ich zu bezweifeln. Wenn ich Onkel Charles Glauben schenke, fehlten ihnen schlichtweg die Hilfsmittel, das überhaupt herauszufinden.

    Das Denken ist keine proprietäre Eigenschaft des Menschen.

    Nein, sicherlich nicht, nur haben wir es bis zu einem hohen Grad entwickelt. Mit dem MKS ist es ja das Ziel, auch dieses irgendwann zu hinterlassen, weil es dann nicht mehr nötig ist. Wenn Du im Einklang mit der Schöpfung bist, was musste da noch groß denken? Und genau dem streben wir ja entgegen.

    Die Fähigkeit des Denkens ist Resultat der Tatsache, dass unser Wahres ICH Spirit, also unendliches lebendiges Bewusstsein, ist.

    Ich würde das anders formulieren: “Dadurch, daß es ein 'ICH' gibt, das durch seine Natur die Fähigkeit besitzt, auf seinen Ursprung (das Universelle) einzuwirken, ist es uns, als diese Tatsache (und somit das 'ICH') anerkennenden Menschen, durch unser Denken möglich, uns in Einklang mit diesem (unserem wahren) Ursprung einzufinden, nachdem wir durch unser  Entscheiden für den Baum der Wahrheit aus dem Paradies vertrieben wurden.”

    So oder so ähnlich, wobei zu beachten wäre, daß das ICH dem Universellen Bewußtsein GLEICHT, es aber nicht dasselbe ist. Es ist eine Eltern-Kind Beziehung, wobei in diesem Falle die Eltern nicht wissen, daß sie ein Kind haben. Aber das würde jetzt zu weit führen…

    Deswegen halte ich es für gewagt, den Begriff des Denkens am dem festzumachen, wie der Mensch es erfährt. Ich finde es korrekter, es als die primäre Eigenschaft des Spirit anzusehen.

    Haanel spricht ja nur das menschliche Bewußtsein an und nicht jegliche Formen von dem, was Du “Spirit” nennst. Daß es über dem Menschen noch andere Formen gibt, ist vollkommen klar, aber ob auf diesen Ebenen noch eher “primitiv gedacht” werden muß, bezweifle ich ganz stark.

    Teil 1, Punkte 28 und 29, sowie Teil 12, Punkt 28 haben übrigens mehr zur (menschlichen) Fähigkeit, zu denken, zu sagen. In Teil 24, Punkt 29 schreibt Haanel von der einzigen Fähigkeit des Bewußtseins, nämlich der, zu denken, wobei hier die Worte “Mind” und “Spirit” und “Consciousness” oft ausgetauscht werden.

    Mein Fazit bleibt vorerst bestehen: etwas, was unterhalb des Bewußtseins liegt, also das…. Unterbewußtsein…  🙂 …. hat auch nicht mehr die Fähigkeit, zu denken und irgendwie einzuschreiten. Es hat eine Grundprogrammierung (“Instinkte und Prinzipien”) inne, die “nur mithilfe eines durchdachten und schrittweisen Unterminierungsprozeß außer Kraft gesetzt werden” kann, um hier mal Teil 2, Punkt 22 zu zitieren.

    Soweit meine 0,03 dazu.

    Helmar

    HypNEO
    am 10. Mai 2011 um 8:33 am #61822

    Hallo Validation,
    hallo Helmar,

    danke für eure Darstellungen. Es sind interessante Ansätze dabei, die für mich neue Blickwinkel darstellen.
    Zusammengefasst sehe ich im Zentrum eine unterschiedliche Interpretation dessen, was der Begriff “Denken” umfasst oder beinhaltet bzw. was nicht. Entsprechend dieser Interpretation ergibt sich bei der Frage, ob das Unterbewusstsein denkt, auch jeweils eine unterschiedliche Antwort.

    Euer Standpunkt ist: Das UB denkt nicht, sondern es reagiert entsprechend seiner Programmierung.
    Mein Standpunkt ist: Die Reaktionen des UB sind eine Form des Denkens – unterbewusste Denkprozesse.

    Da Validation immer so gerne die Wikipedia als Stütze seiner Argumentation verwendet, habe ich mich dort probehalber auch mal umgesehen und in diesem Satz Rückendeckung gefunden:

    Die Hauptkategorien des Denkens – bewusstes, unbewusstes oder vorbewusstes Denken – sind beim Problemlösen nicht zu trennen. Jedem bewussten Denkprozess gehen unbewusste Denkschritte voraus. Viele Erkenntnisse „reifen“ unbewusst, in einer Phase der Entspannung, wenn man sich von dem Problem distanziert hat. Etliche große wissenschaftliche Einsichten kamen den Forschern scheinbar im Schlaf oder „aus heiterem Himmel“.

    Der Wikipedia-Eintrag trennt also, wie ich, in bewusste und unbewusste Denkprozesse.

    Nichtsdestotrotz sehe ich in unseren Darstellungen mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätze. Letztere sind m.E. eher eine Frage des Ausdrucks. Denn bei dem entscheidenden Punkt stimmen wir alle drei überein: Das UB argumentiert nicht, reflektiert nicht, vergleicht nicht. Dazu fehlt ihm jegliche Kapazität. Es reagiert entsprechend seiner inneren Programmierung, ähnlich einer perfekten Maschine und gelangt dadurch zu Ergebnissen. Auch hier stimmen wir alle überein.
    Der simple Punkt der Dissenz ist jetzt der, dass ich diese Reaktion auch als eine Form des Denkens ansehe, während ihr aussagt, dass ihr anscheinend unter dem Begriff “Denken” etwas Anderes versteht, das diese Reaktion des UB nicht miteinschließt.

    Auch hier hat die Wikipedia noch eine interessante Darstellung zu liefern:

    Automatisches Denken, das unbewusst, absichtslos, unwillkürlich und mühelos abläuft, kann unterschieden werden von kontrolliertem Denken, das bewusst, absichtlich, freiwillig und aufwändig ist.

    Mir scheint, ihr assoziiert mit “Denken” eher das, was die Wikipedia als “kontrolliertes Denken” benennt, während ich auch das “automatische Denken” (–> Automat, Maschine) miteinschließe.

    —-

    Oh, bevor ich's vergesse:

    @Validation

    Im übrigens spricht Haanel davon, dass das ‚menschliche‘ Bewusstsein nur die Fähigkeit besitzt, zu denken.
    Gedanken sind aber nur EIN Zustand. Daher kann ich deiner Aussage

    Zitat
        Der Geist ist spirituell, und die einzige Fähigkeit, die dem Spirit gegeben ist, ist die Macht zu denken.

    nicht beipflichten, Hypneo.

    Das stammt nicht von mir, sondern aus dem Vorwort zu Kapitel 20.  😉

    Gruß,
    HypNEO

    am 10. Mai 2011 um 12:06 pm #61823

    Hallo Hypneo,

    ich denke, ich kann nachvollziehen, was du meinst.

    Ich sagte eingangs, dass unter Denken alle Vorgänge zusammengefasst werden, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine ERKENNTNIS  zu formen versuchen.

    Wenn ich mein Unterbewusstsein mit einem Computer vergleiche, dann kann auch dieser aufgrund der installierten Software und den eingegebenen Daten zu einer Erkenntnis= Endprodukt  kommen und reagiert entsprechend. Dies könnte man dann als Denken bezeichnen.

    Was für eine Vorstellung, dass Computer beginnen, selbst zu denken  ::) Filme gibt es ja darüber genug  :-X

    Der Unterschied liegt aber darin, dass der PC aus sich selbst heraus nichts ‚denken‘ kann, was wir ihm vorher nicht eingegeben haben.

    Auf der größeren Ebene ist dies für mich auch eine gute Erklärung dafür, warum das Große nicht in das Kleine eigenständig eingreift, sondern nur reagieren KANN, wenn vom Kleinen der Impuls= Bewusstsein, gegeben wird.

    Damit ist für mich die Frage beantwortet, warum Gott z.B. nicht eingreift, wenn die Menschen sich gegenseitig bekämpfen wollen.
    Wenn man die Gefühle außer Acht lässt, die wir Menschen gern in diese Vorgänge hineininterpretieren, handelt es sich m.E. um einen logischen oder zwangsläufigen Prozess.

    Das aber nur nebenbei. ;D

    Das Unterbewusstsein führt das aus, was wir ihm eingegeben haben. Erst durch Wiederholungen wird es automatisch, also unbewusst.

    Das  Unterbewusstsein sorgt (arbeitet) dafür, dass unsere weiteren Gedanken in die Richtung ‚gelenkt‘ werden, die der Eingabe entsprechen.
    Dies sind m.E. ‚die unbewussten Denkschritte, die dem  bewussten Denkprozess  vorausgehen‘, wie es  in Wikipedia bezüglich der Hauptkategorien zum DENKEN gesagt wird.

    Aber auch diese haben wir  vorher gedacht, zur Erkenntnis gebündelt und installiert= Überzeugung.

    Das Unterbewusstsein reagiert entsprechend der Eingabe, dem WAS,  und sorgt für das WIE, der UMSETZUNG.

    Es ist also m.E. nichts Eigenständiges, aus sich selbst heraus Entwickeltes. Es besitzt keine Individualität, dem wir DENKEN, wie wir es weitestgehend verstehen,  zuschreiben können. Es reagiert eben.

    Reaktion =  sich als von etwas beeinflusst erweisen; sich auf einen Anreiz hin in bestimmter Weise verhalten

    am 10. Mai 2011 um 3:48 pm #61824

    Hi,

    hier meine 2 Cent:

    Das  Unterbewusstsein sorgt (arbeitet) dafür, dass unsere weiteren Gedanken in die Richtung ‚gelenkt‘ werden, die der Eingabe entsprechen.
    Dies sind m.E. ‚die unbewussten Denkschritte, die dem  bewussten Denkprozess  vorausgehen‘, wie es  in Wikipedia bezüglich der Hauptkategorien zum DENKEN gesagt wird.

    Hier liegt ein Irrtum vor!

    Es gehen E-motionen voraus.
    Gefühle lenken und steuern unser Denken und Handeln.

    Bevor der Verstand zu denken beginnt gibt das Unterbewusste Impulse in Form von Frequenzen.
    Diese Frequenzen stammen von den E-Motionen = Gefühlen die der Mensch vorher in seinem Unterbewussten gespeichert hat – bewusst oder unbewusst.

    Forschungsergebnisse von Professor Benjamin Libet
    von der Kalifornischen Universität in San Francisco zeigen präzise,
    dass Entscheidungen getroffen werden auf Grund von gespeicherten Emotionen.

    Liebe Grüsse
    Jolieda

    am 10. Mai 2011 um 4:30 pm #61825

    Es gehen E-motionen voraus.
    Gefühle lenken und steuern unser Denken und Handeln.

    Hallo Jolieda,

    das sehe ich anders.

    Gefühle sind IMMER eine Reaktion…und zwar auf die Gedanken, die wir haben.

    Wenn jedoch meine Gedanken automatisiert wurden, sie also unbewusst erfolgen,  nehme ich diese als Gefühle wahr. Das Gefühl, das ich dann aber wahrnehme, ist bereits eine Reaktion.

    Ob ich z.B. die Welt automatisch mit negativen Augen betrachte, oder kritisiere oder nach Fehlern suche oder aber überall das Schöne erkennen KANN, hängt von dem ab, was ich ins Unterbewusstsein als Endprodukt eingegeben habe.
    Es wird meine Aufmerksamkeit auf die Dinge, Umstände und Personen lenken, die diesem Bild entsprechen und so werde ich automatisch entsprechende Gefühle wie aus dem Nichts produzieren und Erfahrungen machen, die genau diesem Bild entsprechen. Diese Erfahrungen (=Gefühl, das mit einer Sache verbunden ist) geht als Erinnerung ins Unterbewusstsein und verstärkt die Überzeugung, die aber bereits vorher dagewesen ist, weil ansonsten eine entsprechende Erfahrung gar nicht gemacht hätte werden können.
    Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

    Die Gefühle zeigen uns also damit, WAS wir automatisiert haben.

    Nur durch das Bewusstwerden dieses Prozesses sind wir in der Lage, bewusst ‚andere‘ Gedanken zu denken, bewusst ‚anders‘ zu handeln und zwar solange, bis auch dies Bestandteil unseres Unterbewusstseins geworden ist und wir automatisch ‚anders‘ reagieren, also auch anders fühlen.

    am 11. Mai 2011 um 10:36 am #61826

    Es gehen E-motionen voraus.
    Gefühle lenken und steuern unser Denken und Handeln.

    Die Gefühle zeigen uns also damit, WAS wir automatisiert haben.

    Hallo Validation,

    es ist hier wichtig zu unterscheiden was ich persönlich auf meine Festplatte gespeichert habe und
    was andere auf meine Festplatte gespeichert haben.

    Wenn ich bewusst etwas speichere geht natürlich von mir ein Denken und Handeln voraus.

    Aber darüber reden wir ja hier nicht.
    Wenn ich bewusst etwas speichere kann ich es auch löschen.

    Es geht hier ja um Bewusstwerdung der unbewussten Speicherungen/Prägungen der Familie und der Gesellschaft
    die ohne meine Kontrolle auf meine Festplatte gekommen sind.

    Diese Prägungen werden als Emotionen weitergegeben / vererbt.
    Diese Gefühle steuern von mir unbewusst mein Denken und somit auch mein Handeln.

    Die allererste und alles beherrschende Emotion der Menschheit ist die Emotion: ” Trennung von der Quelle“.

    Und genau für die Aufdeckung und Aufarbeitung dieser “steuernden Emotion” habe ich tausende von Leben gebraucht…… ;D

    DANKE an alle Beteiligten
    DANKE an MKS

    Liebe Grüsse
    Jolieda

    am 11. Mai 2011 um 6:21 pm #61827

    Die allererste und alles beherrschende Emotion der Menschheit ist die Emotion: ” Trennung von der Quelle”.

    Hallo Jolieda,

    eine kurze Anmerkung dazu:
    Babys können zwar ab dem ersten Tag Gefühle ausdrücken, aber sie nicht bewusst fühlen. Der Grund dafür ist, dass die äußeren Zeichen unserer Gefühle von den tieferen Strukturen des limbischen Systems im Großhirn gesteuert werden, die bei der Geburt schon recht gut entwickelt sind. Um diese Gefühle jedoch bewusst wahrzunehmen, müssen erst die nötigen Verbindungen zu den Stirnhirnregionen entstehen. Das passiert erst etwa ab dem sechsten Monat nach der Geburt. Um die Gefühle dann auch steuern zu können, braucht es wiederum andere Verbindungen. Die werden erst ab dem zweiten Lebensjahr geknüpft.
    Im Klartext heisst es, dass Babys bei der Geburt z.B. keine Angst verspüren können und daher die Vererbung für mich darin liegt, dass ihnen die Gedanken, die zur Angst führen, 'weitergegeben' wurden. Und das von Generation zu Generation.

    Es geht hier ja um Bewusstwerdung der unbewussten Speicherungen/Prägungen der Familie und der Gesellschaft die ohne meine Kontrolle auf meine Festplatte gekommen sind.

    Auch die kann ich umprogrammieren, denn wenn ich mir selbst bewusst bin, kann ich 'erkennen', wann ich immer wieder gleich reagiere. Bewusst beginnt die Reaktion mit dem Gefühl und basiert auf der Überzeugung, die zur Automation wurde.
    Hier kann ich immer und zu jedem Zeitpunkt einharken und eine andere Richtung vorgeben….wenn ich mir selbst bewusst bin und darauf achte, was in mir geschieht.

    Diese Prägungen werden als Emotionen weitergegeben / vererbt.
    Diese Gefühle steuern von mir unbewusst mein Denken und somit auch mein Handeln.

    Ist dem so?

    Beispiel:
    Ich kenne ein Mädchen, das als kleines Kind eine Freundin hatte. Sie nannte sie Thekla und es war eine große Spinne, die ihr Netz in ihrem Kinderzimmer gesponnen hatte. Es machte ihr Vergnügen, wenn sie mit ihren Eltern  Fliegen fing, um sie anschließend zu füttern und sie streichelte sie sogar.
    Dann kam sie in den Kindergarten und anfangs waren auch die Spinnen dort ihre Freunde bzw. Haustiere, wie Hund und Katze zuhause auch.
    Im Laufe der Zeit nahm sie aber das Verhalten anderer Kinder und Erzieherinnen an, die beim Anblick einer Spinne ausriefen: 'Iiih. Mach die weg. Die ist eklig.'

    Noch heute ekelt sie sich vor Spinnen und ALLEN Kleintieren, die lange Beine habe.

    Die Frage ist nun. Was hat zu dieser 'Abneigung' und unbewussten Reaktion geführt?

    Das Weitergeben von Gedanken oder Emotionen, die DARAUS entstanden sind?

    Denn 'gefühlt' hat dieses Mädchen bis zum Kindergartenalter keinen Ekel oder Abneigung  😉

    am 12. Mai 2011 um 8:18 am #61828

    Validation

    Babys können zwar ab dem ersten Tag Gefühle ausdrücken, aber sie nicht bewusst fühlen.

    Hi Validation,

    Babys drücken Gefühle aus durch lächeln bis jämmerlich schreien, weil sie bewusst Liebe oder Schmerz fühlen.
    Die wenigsten Babys können sagen: ” Hey Mama die Milch ist zu heiß!”  😮

    Babys und natürlich auch Embrios und Föten fühlen emotionale Spannung der Mutter verkrümmen sich
    dadurch im Mutterleib und die Herztöne sind unregelmässig.

    Hingegen bei schöner Musik und Wohlbefinden der Mutter sind auch die Herztöne und das Wohlbefinden des ungeborenen Kindes optimal.

    Die Gefühle eines Menschen als ungeborenes Kind im Bauch der Mutter  lassen sich jederzeit
    mit dem Werkzeug Systemischen-Hypnose-Therapie  bei dem erwachsener Mensch aufspüren, nachfühlen und analysieren.

    Das heißt im Klartext: Es lässt sich auch feststellen ob jemand bei der eigenen Geburt Angst hatte oder Freude.
    Alle und tatsächlich alle Gefühle/Emotionen sind gespeichert: bewusst oder unbewusst.
    (So ähnlich wie bei Google, Google kann alles Bewegungen im Internet aufzeichnen.)

    Emotionen/Gefühle lassen sich verändern.

    E-Motion : Energie in Bewegung = der Mensch ist im Fluss des Lebens
    oder
    E-Motion festgehalten/ eingefroren/ blockiert im Körper-Geist-System = der Mensch ist unfrei,
    er wird gesteuert von Emotionen anstatt selber die Emotionen zu steuern.

    Die Geschichte mit Thekla ist ein schönes Beispiel wie  Prägung durch Gesellschaft passiert.

    Natürlich kann ich alle Prägungen ändern sobald ich sie mir bewusst gemacht habe.
    Unsere Diskussion ging aber über unbewusste Prägung.

    Ich wünsche Dir sonnige Gefühle ( wenn Du möchtest)
    :-*
    Jolieda

    am 12. Mai 2011 um 10:19 am #61829

    Hallo Jolida,

    emotionale (äußere) Verhältnisse im Mutterleib und in den ersten Jahren nach der Geburt verändern die physische Struktur des Gehirns.
    ‚Schlechte‘ Erfahrungen sind dabei  wie Narben im Gehirn und nehmen Einfluss auf dessen weitere Entwicklung.

    Dass ein Säugling lächelt oder schreit hängt damit zusammen, dass diese, wie ich bereits schrieb,  von den tieferen Strukturen des limbischen Systems im Großhirn gesteuert werden  und bei der Geburt bereits ausreichend entwickelt sind.

    Damit  mentale Zustände und Prozesse jedoch ‚erlebbar‘, also bewusst werden, sind Verbindungen zu den entsprechenden Stirnhirnregionen nötig.
    ABER, diese Verbindungen sind erst ca. sechs Monat nach der Geburt vorhanden!

    Das heißt im Klartext: Es lässt sich auch feststellen ob jemand bei der eigenen Geburt Angst hatte oder Freude.

    Da habe ich meine Zweifel, ob es sich dabei tatsächlich um den Zeitpunkt der Geburt handelt oder dem, was ‚anschließend‘  mit der Geburt in Verbindung gebracht wurde und so zur Erinnerung wurde.

    Erinnerung (Psychologie)= die mentale Wiederbelebung früherer Erlebnisse und Erfahrungen

    Erlebnis = ein emotional verarbeitetes Ereignis, welches innere und äußere Vorgänge mit positiven und negativen Empfindungen verknüpft. In seiner Qualität und Wirkung ist es immer ein subjektiver unmittelbarer und individueller Bewusstseinsvorgang.

    Erfahrung
    = 1. im Einzelfall ein bestimmtes Erlebnis eines Menschen in Form eines von ihm selbst erlebten und damit selbst wahrgenommenen Ereignisses,
                          2. im Sinne von „Lebenserfahrung“ – die Gesamtheit aller Erlebnisse, die eine Person jemals gehabt hat (ggf. einschließlich ihrer mehr oder weniger realitätsadäquaten Verarbeitung).

    Für mich ist klar, dass ich nur dann ein Erinnerungsvermögen(= Zurückrufen von sonst Vergessenem ins Gedächtnis) an das ‚Erleben' meiner Geburt haben kann, wenn ich dazu (erleben, erfahren, sich bewusst sein) überhaupt zum Zeitpunkt der Geburt physisch in der Lage bin.

    Und dem ist lt. Lise Elliot – Neurobiologin, die das kindliche Gehirn erforscht und ein Buch darüber geschrieben hat – NICHT so.

    Erinnerung hat auch im Wortsinn die Bedeutung der Veranlassung eines Innewerdens = Bewusstsein.

    Auch hier wieder:

    Bewusstsein = im weitesten Sinne die erlebbare Existenz mentaler Zustände und Prozesse.

    Ich persönlich bin der Auffassung, dass die ‚Erinnerung‘ an meine Geburt (und ggf. Traumata) vielmehr mit der Gesamtheit der Erlebnisse zu tun hat, die man bisher hatte und Einfluss auf die ‚Art‘ der Erinnerung hat.

    Ich will nicht abstreiten, dass dabei die ‚Narben‘ einen maßgeblichen Anteil haben könnten, WIE man sich entwickelt.

    Für meine persönliche Entwicklung ist es wichtig, dass ich die Dinge von möglichst vielen Seiten aus betrachte und versuche, so die ‚Zusammenhänge‘ zu ergründen.

    Aber ich darf dir eines verraten….sonnige Gefühle sind fester Bestandteil meines Lebens..ich weiß ja, wie sie entstehen  🙂

    Herzliche Grüße

    Validation

    am 12. Mai 2011 um 11:22 am #61830

    Da habe ich meine Zweifel, ob es sich dabei tatsächlich um den Zeitpunkt der Geburt handelt oder dem, was ‚anschließend‘  mit der Geburt in Verbindung gebracht wurde und so zur Erinnerung wurde.

    Für mich ist klar, dass ich nur dann ein Erinnerungsvermögen(= Zurückrufen von sonst Vergessenem ins Gedächtnis) an das ‚Erleben' meiner Geburt haben kann, wenn ich dazu (erleben, erfahren, sich bewusst sein) überhaupt zum Zeitpunkt der Geburt physisch in der Lage bin.

    Für meine persönliche Entwicklung ist es wichtig, dass ich die Dinge von möglichst vielen Seiten aus betrachte und versuche, so die ‚Zusammenhänge‘ zu ergründen.

    Validation

    Hi, es ist ok wenn Du noch Zweifel hast.

    Es gibt noch so viel zu entdecken auf dieser Welt was nicht in Wikipedia steht.

    Viel Freude dabei und liebe Grüsse  :-*
    Jolieda

    Huazcaran
    am 12. Mai 2011 um 9:58 pm #61831

    bzw. der Gedanken, die dein ICH zugelassen hat

    Was meinst Du damit? Gedanken, bei denen sich mein Gewissen meldet oder solche, die ich gar nicht erst denke, weil sie nicht meinem Naturell entsprechen?

    Dabei gehts um Gedanken, die nicht der Wahrheit entsprechen, die aber nicht abgewiesen wurden. Das kann durch emotionalen Stress oder durch die Prägung seitens eines anderen Menschen geschehen (5:6, 2:18). In gewisser Weise entsprechen sie in der Tat nicht deinem Naturell, aber dadurch, dass sie von dir als wahr eingestuft wurden, sind sie Bestandteil deiner Persönlichkeit geworden.

    Es hat also nichts mit Gedanken zu tun, bei denen dein Gewissen sich meldet. Es sind einfach Schlussfolgerungen, die nicht der Wahrheit über dein ICH entsprechen. In der Regel sind es Ängste.

    Dein ICH hat über seine Fähigkeit zu denken jedoch die Möglichkeit, deine Gedanken und Schlussfolgerungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und ggf. abzulehnen.

    Huazcaran
    am 13. Mai 2011 um 10:31 pm #61832

    Ich möchte zu meinem letzten Post noch eine Ergänzung anfügen:

    Oft sind diese “nicht der Wahrheit entsprechenden Gedanken” auch Vermeidungsstrategien. In Zeiten emotionaler Überflutung macht der Mensch dicht und es entsteht die unbewusste Entscheidung “nie wieder!” und gleichzeitig eine Vermeidungsstrategie, die fortan das Leben schwer macht. Diese Strategien können oft nur von anderen gesehen werden.

    Das Buch “Das Schattenprinzip” von Rüdiger Dahlke kann hier wertvolle Anleitung geben, mit den eigenen Schatten umzugehen. Dabei gehts zwar vor allem erstmal um nicht gewünschte und verdrängte Charakterzüge, aber auch auf solche Vermeidungsstrategien kann das zutreffen. In dem Buch wird auch mal das Spiegelprinzip genau erklärt, das hier verschiedentlich dazu missbraucht wurde, dem Gegenüber mal gehörig auf die Ohren zu hauen.

    Eva-Maria
    am 16. Mai 2011 um 6:54 am #61833

    Hallo Huazcaran

    Dein ICH hat über seine Fähigkeit zu denken jedoch die Möglichkeit, deine Gedanken und Schlussfolgerungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und ggf. abzulehnen.

    Ich hatte es so verstanden, dass diese Aufgabe vom bewussten Verstand als Wächter am Tor wahrgenommen wird. Und der bewusste Verstand ist lt. Haanel ein Instrument des ICH. Der Körper ist auch ein Instrument des ICH und nicht das ICH. Ich bin jetzt ein wenig irritiert. Mein ICH kann meine Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen und ggf. ablehnen? Kannst Du mir das an einem Beispiel erklären, wie das vor sich geht und sich das auswirkt?  Ich hatte gemeint, der bewusste Verstand prüft meine Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt und wenn das Ergebins positiv ausfällt, lässt er sie ins UB hinein, wenn nicht werden sie vom bewussten Verstand abgelehnt, aber doch nicht vom ICH?
    Kann es sein, dass wir beide das selbe meinen, nur unterschiedliche Benennungen verwenden? Oder trenne ich da etwas wo es nichts zu trennen gibt?

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    Glückskind
    am 16. Mai 2011 um 12:53 pm #61834

    Hallo Huazcaran

    Dein ICH hat über seine Fähigkeit zu denken jedoch die Möglichkeit, deine Gedanken und Schlussfolgerungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und ggf. abzulehnen.

    Ich hatte es so verstanden, dass diese Aufgabe vom bewussten Verstand als Wächter am Tor wahrgenommen wird. Und der bewusste Verstand ist lt. Haanel ein Instrument des ICH. Der Körper ist auch ein Instrument des ICH und nicht das ICH. Ich bin jetzt ein wenig irritiert. Mein ICH kann meine Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen und ggf. ablehnen? Kannst Du mir das an einem Beispiel erklären, wie das vor sich geht und sich das auswirkt?  Ich hatte gemeint, der bewusste Verstand prüft meine Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt und wenn das Ergebins positiv ausfällt, lässt er sie ins UB hinein, wenn nicht werden sie vom bewussten Verstand abgelehnt, aber doch nicht vom ICH?
    Kann es sein, dass wir beide das selbe meinen, nur unterschiedliche Benennungen verwenden? Oder trenne ich da etwas wo es nichts zu trennen gibt?

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    Hallo Eva-Maria,

    auch wenn ich nicht Huazcaran bin, würde ich gerne was dazu beitragen.

    Du hast das schon ganz richtig erfasst. Dein Verstand, der ebenso wie Dein Körper ein Werkzeug es ICH ist, übernimmt die Aufgabe des Torwächters. Allerdings lässt dieser eben auch negative Ergebnisse in Dein UB hinein bzw. scheinbar positive Ergebnisse. D.h. Du musst schon sehr aufmerksam sein. Denn das Unterbwusstsein unterscheidet nicht was richtig oder falsch ist. Allerdings kann Dein Gefühl bzw. Deine Intuition bei der Entscheidungsfindung sehr hilfreich sein. Der Verstand entscheidet sich für eine Sache (Beispiel: Vertrag unterschreiben) und Du hast dabei trotzdem ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Dein wahres ICH damit nicht in Harmonie steht. Ich denke das ist es was Hua Dir sagen will.

    Liebe Grüße
    Sylvia

    Eva-Maria
    am 16. Mai 2011 um 1:51 pm #61835

    Hallo Sylvia,

    jetzt ist bei mir der Groschen gefallen. Mein ICH macht sich bei mir durch meine innere Stimme bemerkbar. Manchmal kommt man nicht auf das Nächstliegende  😀 Es ist eigentlich ganz einfach, ich denke manchmal viel zu kompliziert.

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    Huazcaran
    am 16. Mai 2011 um 4:56 pm #61836

    Es stimmt nicht ganz, dass sich dein ICH über deine innere Stimme bemerkbar macht.

    Dein ICH hat über seine Fähigkeit zu denken jedoch die Möglichkeit, deine Gedanken und Schlussfolgerungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und ggf. abzulehnen.

    Ich hatte es so verstanden, dass diese Aufgabe vom bewussten Verstand als Wächter am Tor wahrgenommen wird. Und der bewusste Verstand ist lt. Haanel ein Instrument des ICH.

    Genau. Der bewusste Verstand ist das Instrument, das dein ICH benutzt. So wie auch nicht der Hammer den Nagel in die Wand schlägt, sondern derjenige, der ihn benutzt. Und dein ICH benutzt eben deinen Verstand.

    Dein ICH kann auch dein Unterbewusstsein benutzen – in der Form, wie Glückskind es beschrieben hat. Das Unterbewusstsein ist letztlich auch nur ein Werkzeug. Mit anderen Aufgaben eben. Du brauchst ein Werkzeug auf bewusster Ebene – eins, das in dem Kanal arbeitet, den du ausdrückst und du brauchst ein Werkzeug auf unbewusstere Ebene, um die Verbindung zum Großen Ganzen herzustellen. Aber beide Werkzeuge werden von ICH benutzt. Das ICH ist also am Ende die treibende Kraft.

    Wenn du an der Tankstelle stehst, musst du prüfen, ob du den richtigen Zapfhahn in der Hand hast. Sonst kommst du mit deinem Auto nicht weit. Dein Auto (Unterbewusstsein) ist ein Werkzeug, mit dem du hinfahren kannst, wohin dein ICH es wünscht. Aber es muss halt mit dem richtigen Sprit (Gedanken) gefüllt sein und dein Verstand (der Wächter am Tor), kann zwischen Diesel und Bezin wählen. Diese Wahlmöglichkeit hat das Auto nicht. Aber sowohl die Zapfsäule als auch das Auto werden letztlich von DIR gesteuert.

    Es geht also letztlich immer nur darum zu prüfen, ob man den richtigen Zapfhahn in der Hand hat. Also darum, zu prüfen, ob die aktuellen Gedanen und Folgerungen mit der Wahrheit übereinstimmen. Dazu muss man die Wahrheit freilich erst mal kennen.

    Huazcaran
    am 16. Mai 2011 um 5:01 pm #61837

    Allerdings kann Dein Gefühl bzw. Deine Intuition bei der Entscheidungsfindung sehr hilfreich sein. Der Verstand entscheidet sich für eine Sache (Beispiel: Vertrag unterschreiben) und Du hast dabei trotzdem ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Dein wahres ICH damit nicht in Harmonie steht. Ich denke das ist es was Hua Dir sagen will.

    Ein schlechtes Gefühl in der Magengegend kommt nicht unbedingt immer daher, dass das Vorhaben nicht mit dem wahren ICH übereinstimmt. Es kann auch die unbewusste Wahrnehmung von Warnungen sein, die sich bemerkbar machen, weil das Unterbewusstsein einen viel besseren Überblick hat, als der Verstand allein. Zumdinest dann, wenn es geschult ist.

    am 17. Mai 2011 um 5:33 am #61838

    …weil das Unterbewusstsein einen viel besseren Überblick hat, als der Verstand allein. Zumindest dann, wenn es geschult ist.

    ES….das Unterbewusstsein?

    Das Unterbewusstsein nimmt IMMER mehr auf und speichert es, als uns das Bewusstsein erkennen lassen KANN. DAFÜR müssen wir es nicht schulen.

    Die Schulung liegt vielmehr darin, dass ich durch meinen WILLEN bereit bin, dies anzuerkennen und in Anspruch zu nehmen.
    Dadurch, dass ich es tue, wie z.B. auf das Bauchgefühl zu hören, vermehre ich es, weil auch diese Inanspruchnahme m.E. ein Wiederholungsmuster darstellt, das zur Automation  führt.

    DARIN sehe ich die Schulung.

    Huazcaran
    am 17. Mai 2011 um 8:05 am #61839

    Das stimmt. Vielen Dank für die Berichtigung dieser Ungenauigkeit.

    Huazcaran
    am 17. Mai 2011 um 8:27 pm #61840

    Der bewusste Verstand ist das Instrument, das dein ICH benutzt. So wie auch nicht der Hammer den Nagel in die Wand schlägt, sondern derjenige, der ihn benutzt. Und dein ICH benutzt eben deinen Verstand.

    Dazu wollte ich noch ergänzend was sagen:

    Wir haben als Menschen die Möglichkeit uns beim Denken zu beobachten. Daraus folgt zwingend, dass es eine Instanz geben muss, die dem Verstand (dem denkenden Organ) übergestellt ist. Das, was dich beim Denken beobachten, ist dein ICH.

    Dein ICH ist demzufolge auch die Instanz, die entscheidet, was du denken willst. In den meisten Fällen ist das ICH dabei “ausgeschaltet”, weil Denken eine Gewohnheit ist und irgendwann automatisch abläuft. Wenn du anfängst, dein Denken zu verändern, stellst du also fest, dass es schwer ist. Aber du hast die Möglichkeit, dich selbst beim Denken zu beobachten (dazu benutzt das ICH zweifellos ebenfalls den Verstand als Werkzeug) und deine Gedanken ggf. zu korrigieren. Geschieht das nicht, wird das ICH quasi überstimmt.

    Wenn du nun die Absätze 9 – 13 hinzuziehst, dann geht es also um eine gewisse Selbstdisziplin und Willensstärke. Das ICH trifft die Entscheidung. Hier können wir also wieder den Bogen zum eigentlichen Thema schlagen: Das ICH kann, wenn der Wille schwach ausgeprägt ist, von deiner eigenen Schwäche, von Leidenschaften, dem Ego, der eigenen Bequemlichkeit und Unglauben überstimmt werden.

    am 18. Mai 2011 um 1:35 pm #61841

    hmmmm…

    Das ICH kann, wenn der Wille schwach ausgeprägt ist, von deiner eigenen Schwäche, von Leidenschaften, dem Ego, der eigenen Bequemlichkeit und Unglauben überstimmt werden.

    Das kann man so nicht miteinander verknüpfen.

    Der Wille ist das schwächste Glied in der Kette – er hat die geringste Macht.

    Die Programmierung durch Familie, Eltern, Gesellschaft und eigene Glaubenssätze hat die Steuerung.
    Diese Überzeugungen in unserem Unbewussten und unserem Unterbewusstsein bilden unser EGO
    und bewirken unser Denken,  Handeln und somit auch unser TUN.

    Unser ICH, unser reinster Seelenanteil bringt immer wieder Impulse für unseren eigenen Weg.
    Aber solange die Programmierungen in unserem Unbewussten und Unterbewussten den Kurs angeben bleibt das EGO die steuernde und bestimmende Kraft.

    Liebe Grüsse
    Jolieda

    Eva-Maria
    am 18. Mai 2011 um 3:14 pm #61842

    Der Wille ist das schwächste Glied in der Kette – er hat die geringste Macht.

    Mit einem starken Willen kann ich ALLES erreichen. Jegliche unerwünschte Eigenschaften, die durch Programmierung von außen entstanden sind, kann ich mit einem starken Willen ins Gegenteil versetzen. Nichts anderes ist es doch mit dem Gegenvorschlag. Wenn ich  meinem UB einen Gegenvorschlag unterbreite, gehört dazu mein starker Wille, diesen so oft zu wiederholen, bis er von meinem UB akzeptiert wird und somit automatisiert und zu Fleisch geworden ist. Ohne einen starken Willen schaffe ich gar nichts, auch nicht das MKS zu studieren und vor allem immer schön die Übungen zu machen 😉

    Und auch der schwache Wille hat eine große Macht. Die Macht, dafür zu sorgen, dass ich nicht schaffe, was ich mir vorgenommen habe. Nur mit einem starken Willen bin ich erfolgreich. Und mein Misserfolg ist in einem schwachen Willen begründet. Abs. 9 spricht ja auch von der Stärkung des Willens.  Es reicht eben nicht, die richtigen Gedanken zu denken, ich muss auch starken Willens sein, sie durch ständige Wiederholung zu verinnerlichen.

    Sicher hast Du recht, wenn Du sagst, dass der Wille das schwächste Glied in der Kette ist, denn leider ist der Wille oftmals zu schwach und ich erreiche mein geplantes Vorhaben nicht im ersten Anlauf.

    Aber solange die Programmierungen in unserem Unbewussten und Unterbewussten den Kurs angeben bleibt das EGO die steuernde und bestimmende Kraft.

    Unbewussten und Unterbewussten? Was ist da der Unterschied?
    Es gibt doch nur ein Bewusstsein und ein Unterbewusststein.

    Herzliche Grüße
    Eva-Maria

    Huazcaran
    am 18. Mai 2011 um 9:31 pm #61843

    Au weia Jolieda, da ist aber einiges durcheinander geraten…  ???

    Das ICH kann, wenn der Wille schwach ausgeprägt ist, von deiner eigenen Schwäche, von Leidenschaften, dem Ego, der eigenen Bequemlichkeit und Unglauben überstimmt werden.

    Das kann man so nicht miteinander verknüpfen.

    Zunächst einmal: Das ist keine Verknüpfung, sondern die Aufzählung einzelner Gründe, die jeder für sich stehen können oder in jedweder Kombiantion zueinander auftreten können. Freigheit habe ich übrigens in der Auflistung noch vergessen zu erwähnen.

    Der Wille ist das schwächste Glied in der Kette – er hat die geringste Macht.

    Wer sagt, dass der Wille immer schwach sein muss? Schau dir Menschen an wie Robert F. Scott, Edmund Hillary, Ghandi, Nelson Mandela, Michael Schuhmacher, Columbus, Julius Cäsar, Edison, Oliver Kahn, Howard Carter, Henry Ford, Honda, Hildegard von Bingen, Ibn Sina, Martin Luther, Marie Curie, Karl der Große, Josef Ackermann, Salahadin, Paulus von Tarsus, Konrad Adenauer, Franz Beckenbauer, Cortez und viele andere hatten einen überaus starken Willen. Selbst Leute wie Josef Stalin, Adolf Hitler, Bush jr. und Osama bin Laden hatten einen starken Willen, auch wenn der auf Zerstörung aus war. Das zeigt, dass ein starker Wille nicht immer nur zum Guten gereicht.

    Es stimmt schon, dass die meisten Menschen einen schwachen Willen haben. Aber das bedeutet nicht, dass der Wille automatisch schwach sein muss. Es kommt darauf an, wie dein Wille gestählt ist. Eine echte Entscheidung kann im Gegenteil extrem VIEL Willensstärke erzeugen. Haanel nimmt in 4:12 auch darauf bezug, dass man anfangs einiges unter Umständen mit Willenkraft bewältigen muss. Gewohnheiten lassen sich generell nur über den Willen verändern. Wenn dein Wille schwach ist, werden Angst, Bequemlichkeit, Feigheit, Unglaube oder dein Ego dein ICH überstimmen.

    So gesehen kann man sogar sagen, dass das MKS darauf abzielt, deinen Willen zu stärken. Und tatsächlich wird er stärker und stärker in dem Maße, wie du dich mit deinem Willen immer mehr gegen alles andere durchsetzt. Gegen Angst, Mutlosigkeit, Bequemlichkeit, Feigheit usw… Die Liste hatten wir ja schon 😉

    Die Programmierung durch Familie, Eltern, Gesellschaft und eigene Glaubenssätze hat die Steuerung.

    Das ist grundlegend falsch. Die Steuerung hat das ICH, nicht deine Programmierungen. Die Programmierungen schaffen Realität. Wenn dein ICH die Programmierungen gewähren lässt. Nach der Logik deines Satzes wären Veränderung völlig unmöglich.

    Diese Überzeugungen in unserem Unbewussten und unserem Unterbewusstsein bilden unser EGO
    und bewirken unser Denken,  Handeln und somit auch unser TUN.

    Grundsätzlich wäre es gut, mit dem Begriff EGO etwas sorgsamer umzugehen. Per Definition ist das EGO und das ICH identisch. Vielfach wird dem Ego aber der haben wollende Teil der eigenen Persönlichkeit zugesprochen, was per Definition nicht richtig ist und dem Ego einen negativen Beigeschmack verleiht. Denn Haanel sagt ganz klar, dass das ICH eben nicht unsere Überzeugungen sind.

    In dem von dir verwendeten Kontext steht das EGO also für den persönlichen Frame, der das Handeln und alle Entscheidungen bestimmt. Die ins Unterbewusstsein übernommenen Überzeugungen. Es ist völlig richtig, dass dieser Frame unser Handeln bestimmt. Aber durch die Entscheidungsgewalt des ICH ist es möglich, diese Programmierungen zu verändern. Daher steht am Anfang jeder Veränderung eine Entscheidung: Entscheidungen sind der Anfang von allem. Entscheidungen sind der Anfang von allem.

    Unser ICH, unser reinster Seelenanteil bringt immer wieder Impulse für unseren eigenen Weg.
    Aber solange die Programmierungen in unserem Unbewussten und Unterbewussten den Kurs angeben bleibt das EGO die steuernde und bestimmende Kraft.

    Wie du zwei Sätze zuvor schon erwähnt hast, bestimmen die Programmierungen im Unterbewusstsein IMMER den Kurs. Es wäre hilfreich vom Trip EGO=schlecht, ICH=gut runter zu kommen. Das meinde ich generell und nicht nur auf dich bezogen. Auch sind deine derzeitigen Programmierungen, egal wie sehr du sie ggf. ablehnst, nicht schlecht. Sie sind. Punkt. Und durch dein ICH hast du jederzeit die Möglichkeit, diese zu verändern.

    Das ICH kann auch nur dann Impulse bringen, wenn eine Entscheidung getroffen wird (NEUE Impulse) und wenn es dann nicht durch irgendwelche Schwächen überstimmt wird. Das ICH kann nur dann neue Impulse bringen, wenn nachgedacht worden ist. Wenn überlegt wurde, ob die Ergebnisse, wie sie sind, ok sind, oder eben verändert werden sollen. Es kann nur dann neue Impulse geben, wenn die Wahrheit verstanden und akzeptiert wurde und die Kraft da ist, diese Wahrheit im Unterbewusstsein zu installieren. Und zuletzt muss man auch in der Lage sein, die Stimme des ICH wahrzunehmen. Wenn man diese dann wahrgenommen hat, erfordert es oft immer noch Mut, dieser Stimme zu folgen.

    am 19. Mai 2011 um 4:42 am #61844

    Eine sehr bedeutende Aussage in diesem Zusammenhnag ist m.E. die folgende von Huazcaran:

    Das, was dich beim Denken beobachtet, ist dein ICH.

    Aus dieser Beobachtung heraus treffen wir ENTSCHEIDUNGEN.

    Auch keine Entscheidung zu fällen, weil wir gewohnheitsmäßig denken und unsere Gedanken nicht beobachten, ist ein WILLE und ERZEUGT Erfahrung, die dem entspricht.

    Der Wille ist, wie es Huascaran bereits betonte, der Anfang von allem.

    Wichtig ist m.E. auch das Verständnis, dass das ICH gar nicht so weit entfernt ist  ;), denn ich, die hier schreibt, beobachte mich und nicht irgend ein Seelenanteil, dessen ich mir nicht 'bewusst' bin und das mich von irgendwoher  'lenkt'.

    JEDE Erfahrung liegt in meiner Hand…durch dem, WAS ich beobachte und dazu zu SEIN wähle = Wille.

    ICH bin das Leben, so wie jeder andere auch.

    Daher stimme ich auch dem zu:

    Grundsätzlich wäre es gut, mit dem Begriff EGO etwas sorgsamer umzugehen.

    Es wäre hilfreich vom Trip EGO=schlecht, ICH=gut runter zu kommen.

    am 19. Mai 2011 um 8:27 am #61845

    8)

    Schönen guten Morgen lieber Huazcaran,

    da hast Du ja über Nacht eine enorme Arbeit geleistet und die Motivation von

    Robert F. Scott, Edmund Hillary, Ghandi, Nelson Mandela, Michael Schuhmacher, Columbus, Julius Cäsar, Edison, Oliver Kahn, Howard Carter, Henry Ford, Honda, Hildegard von Bingen, Ibn Sina, Martin Luther, Marie Curie, Karl der Große, Josef Ackermann, Salahadin, Paulus von Tarsus, Konrad Adenauer, Franz Beckenbauer, Cortez und viele andere hatten einen überaus starken Willen. Selbst Leute wie Josef Stalin, Adolf Hitler, Bush jr. und Osama bin Laden

    analysiert.

    Bevor wir beide weiterdiskutieren nenne mir bitte die Hintergründe und Ziele dieser Personen,
    alle Gemeinsamkeiten und  alle Unterschiede
    und Deine Erkennnisse im Zusammenhang mit Nationalität, Beruf, Alter, Lebenszeit.

    DANKE

    :-*
    Jolieda

    Huazcaran
    am 19. Mai 2011 um 9:24 am #61846

    da hast Du ja über Nacht eine enorme Arbeit geleistet

    Stimmt. Und ich bin auch schon ganz schön stolz auf mich und belohne mich jetzt mit einem Tag Shopping in Köln in Verbindung mit dem Besuch der einen oder anderen Galerie ;D

    Bevor wir beide weiterdiskutieren nenne mir bitte die Hintergründe und Ziele dieser Personen,
    alle Gemeinsamkeiten und  alle Unterschiede und Deine Erkennnisse im Zusammenhang mit Nationalität, Beruf, Alter, Lebenszeit.

    Wie du sehr richtig erkannt hast, kommen die Leute aus völlig unterschiedlichen Bereichen, Zeitaltern und haben völlig verschiedene Hintergründe. Und doch verbindet sie EIN entscheidendes Element miteinander, auf das ich im Rahmen der hiesigen Diskussion hinaus will. Kannst du erkennen, welches das ist?

    am 19. Mai 2011 um 1:03 pm #61847

    Hi,

    jeder hat auf seine Art seine Gefühle, Wünsche + Sehnsüchte also Emotionen zum Ausdruck gebracht.
    Die Emotionen von Liebe bis Hass sind bei allen Personen die treibende Kraft.

    Bei allen Menschen sind die Emotionen der Motor.

    Der Verstand wird immer von den Emotionen dominiert.
    Es geht also im Leben darum den Verstand, also das Gehirn und Emotionen in Einklang zu bringen.

    😀

    Jolieda

    am 20. Mai 2011 um 9:56 am #61848

    Kannst du erkennen, welches das ist?

    Für mich ganz klar: Der WILLE.

    Der Verstand wird immer von den Emotionen dominiert.

    Oberflächlich mag dies so aussehen, Jolieda.
    Doch wenn ich mir ansehe, WIE überhaupt Emotionen entstehen, dann ist es genau andersherum.
    Die Emotionen werden nämlich vom Verstand dominiert.

    Der Verstand ist in der Philosophie das Vermögen, Begriffe zu bilden und diese zu Urteilen zu verbinden.

    WELCHE Begriffe wiederum gebildet werden, hängt davon ab, ob ich die Programme im Unterbewusstsein laufen lasse oder bewusstt eine 'andere' Wahl treffe. Auch hier wieder der Wille als ANFANG.

    AUS diesen (unbewusst oder bewusst) gebildeten Begriffen entstehen die Emotionen.

    Wenn ich also immer wieder dieselben Begriffe sich bilden lasse, dann sieht es so aus, als ob es die Emotionen sind, die den Verstand dominieren.
    Dem ist aber nicht so.

    Huazcaran
    am 20. Mai 2011 um 11:11 am #61849

    jeder hat auf seine Art seine Gefühle, Wünsche + Sehnsüchte also Emotionen zum Ausdruck gebracht.
    Die Emotionen von Liebe bis Hass sind bei allen Personen die treibende Kraft.

    Bedingt.
    Validation hat es sehr gut klar gemacht. Es war der Wille. Bei allen diesen Menschen. Es lohnt sich aber, das noch etwas weiter zu betrachten…

    Nehmen wir z. B. Ghandi, Hillary und Stalin. Was haben sie gemeinsam? Sie haben mit ihrem Willen schier unmögliches bewirkt (nur dass heute der Everest mehr und mehr zum Touristenziel wird, heißt nicht, dass das ein Spaziergang ist. Und zu Hillarys Zeit war auch die Ausrüstung nicht so wie heute) und sich in die Geschichtsbücher eingeschrieben. Dennoch gibt es Unterschiede. Diese zu betrachten ist ähnlich wie die Übung mit dem Kriegsschiff und führt uns weiter in die Tiefe.

    Ghandi hat für viele Menschen Freiheit bewirkt.
    Hillarys Leistung war für die Allgemeinheit eher von neutraler Bedeutung.
    Stalin hat sehr viel Leid über viele Menschen gebracht.

    Mit dem Willen ist also sehr viel möglich – in jedwede Richtung. Das mag jetzt sehr oberflächlich wirken, ist für uns aber von entscheidender Bedeutung, denn wir alle stehen immer wieder an dem Punkt, an dem wir uns für einen bestimmten Weg entscheiden müssen. Das müssen nicht immer so große Angelegenheiten sein, wie bei den drei Beispielen. Uns geht es ja um unser alltägliches Leben. Und da ist es keineswegs völlig selbstverständlich, dass man sich automatisch für den “richtigen” entscheidet. Der Wille selbst ist ein neutrales Element. Hier kommt es wieder auf das ICH und seine Entscheidungungen an, aber auch auf den geistigen Hausputz. Denn Stalin hat sich selbst mit Sicherheit nicht als böse gesehen. Auch kein Krimineller tut das. Jeder hat immer irgendeine Begründung für sein Tun. Man sagt, dass Menschen, die emotional nicht verletzt wurden, andere auch nicht verletzen können. Hier kommt also der Hausputz ins Spiel, insbesondere, weil Programme, die in Verletzungen geboren wurden und aus Angst vor Verletzung, oder generell aus Angst, abgespult werden, sehr schnell ablaufen können, ohne dass man das überhaupt mitbekommt. Oft ist man dann für kein Argument mehr zugänglich. Und dann ist das Porzellan zerschlagen und man weiß gar nicht, warum. Es gilt also, sich immer im Blick zu haben und die Fähigkeit des selfobserving ego zu nutzen. Immer wieder ablaufende Erlebnisse bedürfen also einer Analyse und der bewussten Veränderung – wofür wieder der Verstand erforderlich ist.

    Das gleiche gilt für Angst jedweder Art. Die lässt uns schnell den Blick für das große Ganze verlieren. In der Zeit, als es für mich darum ging, finanziell eine Sicherheit zu erreichen, hat mich die Angst auch zuweilen getrieben, das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. In solchen Momenten eben trotzdem noch zu sehen, was noch nicht gesehen werden kann, ist zuweilen schon eine echte Aufgabe. Aber eben nicht unmöglich.

    Bei allen Menschen sind die Emotionen der Motor. Der Verstand wird immer von den Emotionen dominiert.

    Nicht bei allen Menschen, nur bei schwachen.

    Es ist richtig, dass der Motor für jede unserer Entscheidungen entweder der Antrieb ist, Schmerz zu vermeiden, oder Freude zu gewinnen. Nebenbei bemerkt zeigt das, dass es völliger Schwachsinn ist, alles negative einfach nicht beachten zu wollen. Aber das ist ein anderes Thema. Jede Entscheidung ist also von Emotionen geführt. Aber das heißt nicht, dass sie uns kontrollieren müssen. Ein Raucher kann, sofern er genug innere Stärke hat, die Entscheidung treffen, NICHT zu rauchen, auch wenn die Zigarette im Moment Freude bereiten würde. Emotionen haben die Oberhand, wenn der Verstand abgeschaltet ist (in Zeiten hoher emotionaler Beanspruchung) oder wenn er schwach oder träge ist. Bei einem fortgeschrittenen MKS-Studenten sollte das nicht der Fall sein (was nicht heißt, dass es immer wieder mal passiert und passieren kann).

    Natürlich heißt ein Leben nach MKS nicht, dass man sich alle Freuden versagen soll. Ich will hier schonmal der Gefahr der schnellen Etikettierung Freude=schlecht, Überwindung=gut vorbeugen. Solche Etikettierungen werden in der Eso-Szene ja gerne sehr schnell vorgenommen. Auch dann, wenn grenzenlose Akzeptanz gepredigt wird…

    Es geht also im Leben darum den Verstand, also das Gehirn und Emotionen in Einklang zu bringen.

    Es geht darum, Entscheidungen zu treffen. Ein Ideal ist auch nichts weiter als eine Reihe von Entscheidungen (wobei “Wahl” das bessere Wort wäre). Und wenn man die Entscheidung getroffen hat, geht es darum, mit genügend Willenskraft dran zu bleiben und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei dürfte klar sein, dass es nicht um Willenskraft allein geht. Aber die Diskussion will ich jetzt nicht auch noch aufmachen.

    am 20. Mai 2011 um 1:31 pm #61850

    Huazcaran

    Denn Stalin hat sich selbst mit Sicherheit nicht als böse gesehen.
    Auch kein Krimineller tut das.
    Jeder hat immer irgendeine Begründung für sein Tun.

    Man sagt, dass Menschen, die emotional nicht verletzt wurden, andere auch nicht verletzen können.
    Hier kommt also der Hausputz ins Spiel, insbesondere, weil Programme, die in Verletzungen geboren wurden und aus Angst vor Verletzung, oder generell aus Angst, abgespult werden, sehr schnell ablaufen können, ohne dass man das überhaupt mitbekommt.

    Oft ist man dann für kein Argument mehr zugänglich.

    Hi

    Sehr gutes Beispiel für:

    Die Emotionen dominieren den Verstand.

    :-*
    Jolieda

    am 22. Mai 2011 um 9:30 pm #61851

    Ich bin schon der aufassung, dass das UB denkt. Zumindest kommt man zu dieser schlussfolgerung, wenn man die ersten vier kapitel des mks liest. Die gedankenprozesse des UB sind sehr schnell und durch intuition bekommen wir das ergebnis dieser gedankengänge präsentiert, während der bewusste verstand sich der form des logischen denkens bedient und langsamer ist. ich jab mal gelesen, dass der verstand 10 inormationen in der sekunde verarbeitet, das UB dagegen millionen pro sekunde. Man muss sich das UB als stärksten hochleistungsrechner dieser welt vorstellen, der uns zur verfügung steht. Der bewusste verstand kann durch denken prägend auf das ub einwirken und diesem vermitteln was erreicht werden soll und das ub macht sich an die arbeit. Visualiserung ist dabei sehr hilfreich.

    Huazcaran
    am 23. Mai 2011 um 11:56 am #61852

    Ich bin schon der aufassung, dass das UB denkt.

    Genau. Es trifft nur keine Entscheidungen und hat damit nicht die Kontrolle im Sinne von Entscheidungen treffen.

    Man muss sich das UB als stärksten hochleistungsrechner dieser welt vorstellen, der uns zur verfügung steht. Der bewusste verstand kann durch denken prägend auf das ub einwirken und diesem vermitteln was erreicht werden soll und das ub macht sich an die arbeit. Visualiserung ist dabei sehr hilfreich.

    Sehr schöner Vergleich! Ein Computer ist auch in der Lage, eine Maschine zu lenken und zu kontrollieren. Das läuft völlig automatisch ab, ohne dass der Programmierer dabei sein muss. Aber eben nur, wenn ein Programm geschrieben wurde. Und es läuft nur dann reibungslos, wenn das Programm keine bugs hat.

    So gesehen kann man sagen:

    Unterbewusstsein = Computer (bzw. wenn man es genauer mag: der Prozessor im Computer)
    Verstand = Programmierer
    Glaubenssatzsystem = Programm
    Das ICH = der Chef des Programmierers, der den Auftrag formuliert

    Ein Computerprogramm kann auch ggf. verändert und angepasst werden. Entweder das komplette Programm oder einzelne Teile. Diese Form der Kontrolle hat der Prozessor (das Unterbewusstsein) jedoch nicht.

    am 23. Mai 2011 um 5:31 pm #61853

    Und genau wie beim Computer ist sich das Unterbewußtsein sich seiner selbst nicht bewußt – es ist unpersönlich.

    Ein seltener Einzeiler… 🙂

    Helmar

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