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Teil 1 – Ein Bewusstsein, eine Kraft

Du stehst am Anfang einer fantastischen Reise in die Tiefen deines Selbst, an den Ort, an dem du deine wahre Macht und Kraft findest – die Verbindung des Individuellen mit dem Universellen, der Allmacht!

Wie du weißt, war das Master Key System ursprünglich ein Fernlehrgang mit 24 Lektionen über 24 Wochen. Für jeden Teil hast du eine Woche Zeit um ihn zu verstehen, zu verinnerlichen und mit der Übung zu neuen Fähigkeiten zu kommem. Solltest du für einen Teil länger als eine Woche brauchen, ist das auch vollkommen ok. Am Anfang ist es besonders wichtig, die Inhalte gründlich aufzunehmen, denn vieles ist neu und Charles Haanels Schreibstil sehr komprimiert und voller Tiefe.

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Helmars Anmerkungen

Wenn Du Dich auf dieses Studium gewissenhaft und mit der notwendigen Disziplin einläßt, wirst Du reich belohnt werden. Jedes Mal kommen neue Erkenntnisse in Dir hoch, vertiefen sich Deine Einsichten, verbessert sich Dein Verständnis und erhöht sich Dein Tatendrang.

Du wirst durch das Lernen und Anwenden, aber auch durch die Übungen, erkennen, wie Dein Energieniveau stetig zunimmt. Du wirst Dir Deiner Sprache immer bewußter werden. Du wirst Dir gewahr, bevor Du etwas sagst und setzt Worte ‚entsprechend‘ ein, anstatt wie bisher aus der Gewohnheit und Programmierung heraus zu agieren. Allein daraus ergeben sich viele Veränderungen in Deinem Leben.

Stell Dir für einen Moment vor, Du verminderst Deine Reizbarkeit und bist nun ruhig und gelassen. Das wird sich unweigerlich in einer ruhigeren Sprache ausdrücken. Andere Menschen werden das sofort erkennen und diese Eigenschaft in Dir zu schätzen beginnen. Deine Besonnenheit und Überlegenheit führt dann dazu, daß andere Deinen Rat suchen, anstatt sich durch deine Reizbarkeit von Dir fernzuhalten. Du siehst anhand dieses einfachen Beispiels, welch weitreichende Auswirkungen eine kleine Veränderung im Charakter nach sich zieht.

Du erkennst mit dem Master Key System, wer Du wirklich bist und welche Möglichkeiten der Entfaltung sich Dir bieten. Das, verbunden mit dem Tatendrang und dem höheren Energieniveau, führt dazu, daß Du nicht mehr aufzuhalten bist. Auch wenn es sich primär um Bewußtseinsentwicklung handelt, ist das Resultet dieser in den meisten Fällen eine neue und konsequentere Handlungsweise. Du tauschst das Alte durch das Neue aus, und das findet nur durch neue Handlungen statt.

Lies Dir jeden Teil mindestens einmal pro Tag durch. Das sollte ca. 30-40 Minuten dauern. Ebenso viel Zeit benötigst Du für die jeweilige Übung. Somit beträgt Dein täglicher Zeitbedarf eine gute Stunde. Die brauchst Du aber auch, um entsprechende Gedanken- und Handlungsimpulse zu setzen, die dann zu einem angenehmeren Leben führen.

In Teil 1 geht nun es darum, die Beziehung zwischen Deiner inneren und äußeren Welt zu verstehen. Diese Beziehung gilt es sich mehr und mehr zunutze zu machen – zum eigenen Wohle und dem aller anderen. Wir alle sind in einer Welt der Trennung – der Dualität – aufgewachsen. Ohne diese gäbe es ja auch nichts, was beschrieben werden könnte, weil es halt nur ‚eins‘ gibt. Es war entweder das eine oder das andere, aber niemals beides. Nun aber öffnen wir uns einem neuen Wissen und kommen zu einer neuen Bewußtheit. In dieser erkennen wir nicht nur, daß es einer genauen Betrachtung und Analyse beider Seiten bedarf, einer Transformation und Reinigung, um dann die Essenz daraus zu destillieren. Es ist der Weg des Neophyten hin zur Meisterschaft. Es ist der menschliche Entwicklungsprozeß, der sich dem Primitiven ab und dem Erhabenen hinwendet. Dort gibt es dann nur noch Liebe und Verbundenheit, die uns individuell wie auch kollektiv voranbringt. Das ist das neue Zeitalter.

Wir stellen fest, daß es außerhalb unseres Bewußtseins für uns selbst absolut nichts gibt. Einstein sagte einmal: „Ich hoffe, der Mond existiert auch noch, wenn ich nicht hinschaue.“ Er existiert natürlich, doch nur für die, die auch ein Bewußtsein dafür haben und ihn somit auf die eine oder andere Art wahrnehmen. Daraus folgt, daß sich unsere Realität aus unserem Inneren ergibt. Rein technisch entsteht unsere Realität in einem Steuerungskomplex im Gehirn, den wir Hypothalamus nennen. Dieser steuert direkt die wichtigsten endokrinen Drüsen, die für die Aussschüttung von Hormonen – und somit unsere Gefühlslage –zuständig sind. Charles Haanel sagt ja auch, daß wir erst sein müssen, bevor wir haben können, und dieses sein ist unsere Fähigkeit, zu denken und Neues aufzunehmen. Somit spiegelt unsere Wahrnehmung (Achtung, Wortbedeutung!) das wider, was wir im Inneren bereits sind, denn ohne eine entsprechende Aufnahme- und Interpretationsfähigkeit würden wir auch nichts wahrnehmen. Ein Beispiel dafür sind hoch-frequente Wellen, die wir weder sehen noch hören können – geben tut es sie aber dennoch.

Das alles führt letztlich dazu, daß mit diesem Verständnis der Realitätsgestaltung das Klagen über äußere Umstände aufhört. Wenn Du für sie nicht empfänglich wärst, würdest Du sie gar nicht erst registrieren, oder nur so schwach, daß sie in Dir keine Reaktion auslösen würden. Das ist gleich zu Beginn sehr wichtig zu verstehen.

Zur Übung

Falls Du zunächst Probleme mit Kontrolle über Deinen Körper haben solltest, ist das vollkommen in Ordnung. Gib einfach Dein Bestes und bleib für die Zeit der Übung so still sitzen, wie es Dir möglich ist. Laß Deine Gedanken einfach wertfrei und losgelöst kreisen. Stoppe sie nicht, denn hier geht es ausschließlich darum, eine Grundlage der Körperkontrolle zu schaffen. Es ist somit unabdingbar, daß Du diese Übung meisterst, denn für die kommenden 6 Monate wirst Du während der Übungen durchweg stillsitzen müssen. Körperkontrolle ist dazu die absolute Grundlage.

Wann weißt Du, daß Du den Körper kontrollieren kannst? Bedenke, daß es hier nicht um die Fähigkeiten eines Yogi geht, sondern darum, sich seines Körpers bewußt zu werden. Auch dieser ist während des Studiums kontinuierlichen Veränderungen unterzogen, da Du u.a. Deine Nahrung und Deine sportlichen Aktivitäten Deinem neuen Wesen und Deinen höheren Zielen anpassen wirst.

Schliessen möchte ich mit einem Zitat aus Teil 1:

“Wir können keine Kräfte zum Ausdruck bringen, die wir nicht besitzen. Der einzige Weg, mit dem wir uns Macht sichern können, ist der, uns der Macht bewusst zu werden, und wir können uns niemals unserer Macht bewusst werden, bis wir erkennen, dass alle Macht und Kraft aus unserem Innern kommt.”

Das, und erinnere Dich immer daran, ist der Schlüssel zum Erfolg. Du wirst lernen, zu einem bewußten Kanal zu werden, durch den sich das Universelle ausdrückt. Wie dieser Ausdruck dann aussieht, das entscheidest allein Du durch Deine Gedanken, die sich – wenn stetig unterhalten – mit der Zeit zu Deiner vorherrschenden Geisteshaltung entwickeln und so in den Bereich des Unterbewußtseins versinken.

Deine Macht und Kraft kommt also durch Übung, durch Anwendung, und die entsteht durch Deine geistige Inanspruchnahme. Dadurch schaffst Du Dir jedes Mal aufs Neue Deine Realität. Merke Dir das gut, denn Dein Außen spiegelt Dir lediglich Dein Innen wider, womit es im Außen auch niemanden gibt, der für Dich die Verantwortung übernimmt. Auch gibt es niemanden, der bestimmt, wie Dein Leben aussehen soll – es sei denn, Du läßt es zu.

Ein Bewusstsein, eine Kraft

Es ist mir eine Ehre, Dir hiermit den ersten Teil des “Master Key” Systems zu präsentieren. Willst Du mehr Macht in Dein Leben bringen? Dann erlange ein Bewußtsein für Macht. Mehr Glück? Dann erlange ein Bewußtsein für Glück. Lebe den Geist dieser Dinge, bis sie zu Recht Dein werden. Es wird dann unmöglich sein, sie von Dir fernzuhalten. Die Dinge der Welt fügen sich einer Kraft im Menschen, durch die er über sie bestimmt.

Du mußt diese Kraft nicht erwerben; Du besitzt sie bereits. Du willst sie aber verstehen; Du willst sie nutzen; Du willst sie kontrollieren; Du willst Dich mit ihr durchtränken, so daß Du voranschreiten und die Welt vor Dir hertragen kannst.

Tagein, tagaus, während Du an Fahrt gewinnst, während sich Deine Eingebung vertieft, während sich Deine Pläne herauskristallisieren, während Du ein Verständnis erlangst, kommst Du zu der Überzeugung, daß diese Welt kein toter Haufen Steine und Holz ist, sondern eine lebendige Sache! Sie besteht aus den schlagenden Herzen der Menschheit. Sie ist eine Sache von Leben und Schönheit.

Es ist offensichtlich, daß ein Verständnis vonnöten ist, um mit einem Material dieser Art zu arbeiten. Diejenigen aber, die dieses Verständnis aufbringen, werden von einem neuen Licht erleuchtet werden – einer neuen Kraft und Macht. Sie gewinnen Tag für Tag an Vertrauen und wachsender Macht und Kraft; sie verwirklichen ihre Hoffnungen, und ihre Träume werden wahr; das Leben hat dann eine tiefere, vollere und klarere Bedeutung als je zuvor.

Und nun, Teil Eins.

1:1

Daß ‚viel‘ zu ‚noch mehr‘ führt, stimmt auf jeglicher Ebene der Existenz; daß Verlust zu noch mehr Verlust führt, ist ebenso wahr.

Dieser und die folgenden Punkte sind von großer Bedeutung, da sie erklären, welche Verbindung zwischen geistigen, feinstofflichen und dem grobstofflichen, ‘realen’ Bereich besteht. Dadurch wird deutlich, welche Auswirkungen Gedanken auf unsere Realität haben. Wenn sie auch das Außen selbst nur in geringem Maß beeinflussen, findet eine direkte Beeinflussung auf der menschlichen Ebene statt, und zwar in Form von Gefühlen. Charles Haanel erklärt in Kapitel 15, wie Gedanken nach Worten greifen, um sich Ausdruck zu verschaffen, und daß Wort und Gefühl in den meisten Fällen nahezu zeitgleich stattfinden, ist Dir sicherlich nichts Neues.

1:2

Geist ist schöpferisch, und die Bedingungen, die Umgebung und all die Erfahrungen im Leben sind das Resultat unserer angewöhnten und vorherrschenden Geisteshaltung.

Es ist nicht das, was wir nur ab und zu mal denken, sondern das, was vorherrscht. Gewöhnlich herrscht das vor, worüber Du Dir keine Gedanken mehr machen mußt. Einzelne Gedanken sind energetisch viel zu schwach, um sich auszuwirken. Sie müssen gebündelt und verstärkt werden, um wirkungsvoll zu sein – wie Sonnenstrahlen durch eine Lupe.

1:3

Die Geisteshaltung hängt somit davon ab, was wir denken. Demnach hängt das Geheimnis aller Macht, allen Erlangens und allen Besitzes von unserer Denkweise ab.

Gedanken zu haben ist nicht dasselbe wie zu denken. Später lernst Du, daß Denken systematisch, konstruktiv und bewußt geleitet werden muß. ‘Konstruktiv’ steht für eine Umsetzung oder Umwandlung in praktische Werte, da alleiniges Denken in der Praxis noch nichts bewirkt und Wissen sich von selbst nicht anwendet.

1:4

Das ist wahr, denn wir müssen erst ‚sein‘, bevor wir ‚tun‘ können, und wir können nur in dem Maß ‚tun‘, in dem wir ‚sind‘, und was wir ‚sind‘, hängt davon ab, was wir ‚denken‘.

Ohne eine bestimmte Fähigkeit ist es Dir unmöglich, diese zum Ausdruck zu bringen. Du mußt durch Übung erst ‘stark’ werden, um Stärke zum Ausdruck zu bringen. Eine rein intellektuelle Beschäftigung ist auf dieser Ebene sicherlich zufriedenstellend und erfreulich, aber im Leben ist Wissen erst dann von Nutzen, wenn es zur praktischen Anwendung kommt.

1:5

Wir können keine Kräfte ausdrücken, die wir nicht besitzen. Der einzige Weg, durch den wir uns diese Kraft zu eigen machen können, ist, sich ihrer bewußt zu werden. Wir können uns der Kraft niemals bewußt werden, bis wir lernen, daß alle Kraft von innen kommt.

Der erste Satz wird Dir noch viele Male ins Auge fallen. Oft wünscht man sich etwas und fragt sich, warum es sich nicht erfüllt. Die Antwort darauf steckt in diesem Satz. Über die kommenden sechs Monate wirst Du Dir durch systematische Übungen genau diese Kraft aneignen und sie dann zum Ausdruck bringen können.

1:6

Es gibt eine innere Welt; eine Welt von Gedanken, Gefühlen und Kraft; von Licht und Leben und Schönheit, und obgleich unsichtbar, sind ihre Kräfte dennoch mächtig.

Es gilt an dieser Stelle gleich zu verinnerlichen, daß die innere Welt für Deine fünf Sinne unsichtbar ist. Es ist die Welt der Bilder und Gedanken, der Vorstellungskraft, der Visualisierung und Idealisierung. Es ist letztlich die Welt, in der geschöpft wird – wo Neues erschaffen wird.

1:7

Die innere Welt wird vom Geist regiert. Wenn wir diese Welt entdecken, werden wir die Lösung eines jeden Problems finden, die Ursache jeder Wirkung. Da die innere Welt unserer Kontrolle unterliegt, werden wir auch all die Gesetze von Kraft und Besitz finden, die ebenso unserer Kontrolle unterliegen.

Geist und Bewußtsein sind synonym. Sie drücken das Körperlose aus, das, was nicht angefaßt oder gemessen werden kann. Es ist als solches bis zu dem Moment, wo Du es in Anspruch nimmst – es direkt ‘ansprichst’ und Dich in Verbindung mit der angesprochenen Sache begibst – reines Potential.

1:8

Die äußere Welt ist ein Abbild der inneren Welt. Außen erscheint das, was innen gefunden wurde. In der inneren Welt kann unendliche Weisheit, unendliche Kraft, und unendliches Angebot von allem Notwendigen gefunden werden, auf Verwirklichung, Entwicklung und Ausdruck wartend. Wenn wir diese Möglichkeiten in der inneren Welt erkennen, werden sie in der äußeren Welt Gestalt annehmen.

Die äußere Welt muß zwangsläufig ein Abbild der inneren Welt sein. Das, was Du als äußere Welt siehst und wahrnimmst, kommt durch Deine Sinneswahrnehmung zu Dir. Es ist Deine Empfindsamkeit und Deine Interpretation der Dinge, die über die Qualität Deines Lebens bestimmen. Deine Interpretation hängt von vielerlei Faktoren ab. Familiäre, soziale, gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Einflüsse haben Dich geprägt, oft ohne daß Du Dir dieser Informationen bewußt warst und in der Lage, sie zu analysieren. Bedenke gleich zu Beginn Deines Studiums, daß nirgends geschrieben steht, was Du denken mußt. Du hast immer die Wahl, Dinge im Außen wortwörtlich ‘mit anderen Augen’ zu betrachten, indem Du eine andere Sichtweise, einen anderen Blickpunkt oder Blickwinkel einnimmst.

Byron Katie, die in den USA populär ist, stellt ihren Klienten immer die folgenden vier Fragen:

‘Ist es wahr?’

‘Weißt Du wirklich, daß es wahr ist?’

‘Wie reagierst Du – was geschieht – wenn Du diesen Gedanken glaubst?’

‘Wer wärst Du ohne diesen Gedanken?’

Diese Fragen solltest auch Du Dir in vermeintlichen Konfliktsituationen immer wieder stellen.

Dr. John Demartini, ein amerikanischer Chiropraktiker, Autor und Inspirational Speaker, ‘kollabiert’ seine Klienten dadurch, daß er sie z.B. darauf aufmerksam macht, daß alles, was sie an einer Person vermissen, von einer anderen Person in ihrem Leben bereitgestellt wird oder daß alles, was sie an einer anderen Person nicht mögen, sie selbst in irgendeiner Form darstellen. Er will darauf hinaus, daß alles zum jetzigen Moment bereits vorhanden ist und daß ‘der andere’ gar nicht so anders ist wie man meint.

Im Master Key System wirst Du lernen, Dich selbst zu erkennen. Es geht hier weniger um das eigene Kollabieren und Hinterfragen, sondern um das Erkennen der Wahrheit und daß diese von Dir ausgedrückt werden muß, um mehr von ihr zu erhalten. Zur Wahrheit gehören Wohlstand, Liebe und Gesundheit – alles Dinge, von denen viele Menschen mehr im Leben wünschen. Diese mußt Du Dir zuerst in der inneren Welt schaffen und schätzen lernen, um sie in der äußeren Welt wahrnehmen und ‘nutzen’ zu können.

1:9

Harmonie in der inneren Welt wird in der äußeren Welt durch harmonische Bedingungen, eine annehmbare Umgebung und das Beste von allem dargestellt. Es ist die Grundlage von Gesundheit und ein wesentlicher Bestandteil von allem Großen, aller Macht, allem Erstreben, allem Erlangen und allem Erfolg.

Du lernst im Verlauf des Studiums, ein Bewußtsein für Harmonie zu schaffen. In der Tat gibt es in einem späteren Kapitel eine gesonderte Übung dafür. Das heißt übrigens nicht, daß von nun an alles in Deinem Leben harmonisch läuft. Es heißt vielmehr, daß Du immer mehr in der Lage bist, widrige Umstände in harmonische umzuwandeln. Auch wenn erstere dazu da sind, daß Du dazulernst und emporstrebst, dürfen sie zwangsläufig nicht überhand nehmen, denn ansonsten zerstören sie Dich als Wesen. Es geht darum, zu einer Verhaltenssicherheit zu kommen, und diese findet nicht im Verstand statt, sondern entspringt instinktiv und intuitiv dem Unterbewußtsein.

1:10

Harmonie in der inneren Welt bedeutet die Fähigkeit, unsere Gedanken zu steuern und für uns selbst zu bestimmen, wie sich jegliche Erfahrung auf uns auswirken soll.

Voraussetzungen für diese Harmonie in der inneren Welt sind Körper- und Gedankenkontrolle sowie Entspannung. Sie sind das Thema der Übungen der ersten vier Kapitel.

1:11

Harmonie in der inneren Welt resultiert in Optimismus und Wohlstand. Innerer Wohlstand führt zu äußerem Wohlstand.

Durch Dein Befassen mit einer bestimmten Sache entwickelst Du ein Bewußtsein dafür. Das führt anschließend zu einer Empfindsamkeit für erworbene Qualitäten und zu einem Nutzen. Das ist in etwa so wie eine neue Sprache. Kennst Du sie nicht, hast Du auch keinen Nutzen davon – sie ist einfach nur eine Schwingung, die auf Dein Ohr trifft, deren Bedeutung Du aber nicht verstehen kannst. Durch das Befassen mit einer Sache entwickelst Du ein Bewußtsein dafür. So ist es Dir möglich, Dinge durch Deine Sinneswahrnehmung zu registrieren und zu entschlüsseln. So wie der Ton einer Hundepfeife für den Menschen unhörbar ist, weil er außerhalb des von ihm wahrgenommenen Frequenzbereiches liegt, bist Du auch für andere Schwingungen unempfänglich, es sei denn, Du stellst Dich gedanklich darauf ein.

1:12

Die äußere Welt spiegelt die Umstände und die Bedingungen unseres inneren Bewußtseins wider.

Erinnere Dich hier an das oben genannte: Es ist Deine Empfindsamkeit, die Dich Dinge auf eine bestimmte Weise interpretieren läßt. Es ist nirgends vorgeschrieben, wie es sein muß. Du bist – wie wir alle – ein Produkt vielfältiger Konditionierungen und bislang nicht wirklich Deine eigenständige Schöpfung. Es ist also überaus wichtig, sich bewußt zu machen, daß im Unterbewußtsein Programme automatisch ablaufen. Du bist Dir daher nicht gewahr, was Du gewohnheitsmäßig auslebst. Du wirst Dir ihrer aber immer bewußter werden und sie harmonisch auflösen können.

So schaffst Du Raum für Neues, für die Erfüllung der Wünsche und das Leben auf höheren Ebenen.

1:13

Wenn wir Weisheit in der inneren Welt finden, werden wir das Verständnis erlangen, die erstaunlichen Möglichkeiten zu erkennen, die der inneren Welt zuteil sind, und uns wird die Kraft gegeben, diese Möglichkeiten in der äußeren Welt zu verwirklichen.

Erst innen, dann außen. Hier verweist Charles Haanel auf die Kraft, die Dir durch Deine innere Welt der äußeren Welt zuteilwird.

1:14

Während wir uns der Weisheit der inneren Welt bewußt werden, machen wir uns diese Weisheit geistig zu eigen. Durch diese geistige Aneignung kommen wir in den Besitz der erforderlichen Kraft und Weisheit, um die wesentlichen Elemente zu verwirklichen, die für unsere vollständige und harmonische Entwicklung notwendig sind.

Sich etwas geistig zu eigen zu machen bedeutet nichts anderes, als durch eine bestimmte Absicht die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken. Dadurch erkennt man Details und schließlich Muster und wird sich der Sache bewußt.

1:15

Die innere Welt ist die praktische Welt, in der die mächtigen Männer und Frauen Mut, Hoffnung, Begeisterung, Zuversicht, Vertrauen und Treue entwickeln, und durch die ihnen die feine Intelligenz gegeben wird, die Vision zu erkennen, sowie das praktische Geschick, diese Vision auch zu verwirklichen.

Intelligenz insofern, daß diese Menschen wissen, daß sie für sich zunächst ein Bild dessen erstellen müssen, was sie verwirklichen wollen. Das tun sie in der Stille, in der Abgeschiedenheit. Sie lassen sich – anders als die Masse – von keinem reinreden. Sie entwickeln klare Pläne, – wichtig! – schreiben diese nieder, ändern sie, passen sie an, lassen aber nicht von der ursprünglichen Vision ab und erzielen so Erfolge. Erfolg ist kein Zufall, sondern ein systematischer Prozeß mit bestimmten Komponenten und Aspekten, die es zu beachten und zu befolgen gilt.

1:16

Leben bedeutet Entwicklung, nicht Zuwachs. Was durch die äußere Welt zu uns kommt, besitzen wir bereits in der inneren Welt.

Oft wird gefragt: ,Was habe ich getan, daß ich so eine ‘schlechte’ Begebenheit angezogen habe?’ Die Ursache dafür mag mit dem Verstand niemals komplett geklärt oder nachvollzogen werden, aber es liegt an Dir, die Qualität von ‘schlecht’ auf ‘gut’ zu setzen und zu prüfen, was du daraus lernen kannst. Das ist wahre Transformation. Wahre Meisterschaft bedeutet auch, sich bewußt auf etwas einzustellen, anstatt sich mit der Auswirkung selbst zu befassen, denn diese hat sich ja bereits ausgewirkt. Erst auf einer viel höheren Ebene wird Dir die Möglichkeit gegeben, dieses Erlebnis direkt zu beeinflussen. Dort wird sie sich gar nicht erst negativ oder ‘schlecht’ auf Dich auswirken. Das ist nicht mehr notwendig.

1:17

Jeglicher Besitz basiert auf Bewußtsein. Jeglicher Zuwachs ist das Resultat eines sich anhäufenden Bewußtseins. Jeglicher Verlust ist das Resultat eines sich zerstreuenden Bewußtseins.

Hier befindet sich ein erster Hinweis auf die Macht der Konzentration, der Bündelung und Anhäufung von Gedanken. In den folgenden Wochen wird darauf noch intensiver eingegangen.

1:18

Geistige Stärke ist von Harmonie abhängig; Unstimmigkeit bedeutet Verwirrung. Dementsprechend muß sich derjenige, der Macht zu erwerben sucht, in Einklang mit natürlichem (oder kosmischem) Gesetz einfinden.

Das ist so, weil dieses ‘Gesetz’ uns Bestimmtheit und Gewißheit gibt. Wir können im wahrsten Sinne des Wortes ‘darauf bauen’. Harmonie in der Musik ist identisch mit ‘Einklang’. Wenn kein Einklang vorhanden ist, schwingt alles durcheinander und es ist keine klare Linie, kein System ersichtlich – daher ‘Verwirrung’.

1:19

Wir sind mit der äußeren Welt durch den objektiven Verstand verbunden. Das Gehirn ist das Organ dieses Verstandes, und das zerebrospinale System der Nerven bringt uns in bewußte Kommunikation mit jedem Teil des Körpers. Dieses Nervensystem antwortet auf jeden Reiz von Licht, Hitze, Geruch, Ton oder Geschmack.

Charles Haanel erstellt hier eine direkte Verbindung zwischen dem Physischen und Metaphysischen. Er schlägt hier – wie auch in den folgenden Punkten – eine logisch nachvollziehbare Brücke zwischen unserem Geist und unserem Körper.

1:20

Wenn der Verstand korrekt denkt, wenn er die Wahrheit versteht, wenn die Gedanken, die durch das zerebrospinale Nervensystem des Körpers geschickt werden, konstruktiv sind, dann sind die Empfindungen angenehm und stimmig.

Sehr wichtig ist hier die Aussage bezüglich des Verstehens der Wahrheit. Wahrheit ist das, was Prinzip und Bestand hat. Unwahrheit ist das, was kein Prinzip hat und mit der Zeit in sich zusammenfällt. Während das eine ‘richtig’ (recht, rechtens, gerecht, ausgerichtet, strukturiert, geordnet, in Ordnung, proportional und schön) ist, ist das andere ‘falsch’ (Falle, fehlerhaft, fehlend, unordentlich, unstrukturiert, chaotisch und unschön).

1:21

Das Ergebnis davon ist, daß wir Stärke, Vitalität und all die aufbauenden Kräfte in unseren Körper einbauen. Aber es geschieht durch denselben objektiven Verstand, daß alle Not, Krankheit, Mangel, Beschränkung und jegliche Form von Unstimmigkeit Zugang zu unserem Leben finden. Es ist demnach durch den objektiven Verstand, durch falsches Denken verursacht, daß wir zu den zerstörerischen Kräften Bezug finden.

Nirgendwo steht geschrieben, wie oder was Du denken mußt. Das obliegt allein Dir. Du entscheidest, welcher Art und Qualität von Gedanken Du Einlaß gewährst und welche Du abweist.

1:22

Wir sind mit der inneren Welt durch das Unterbewußtsein verbunden. Der Solarplexus ist das Organ dieser Form von Bewußtsein. Das sympathische Nervensystem herrscht über alle subjektiven Reize wie Freude, Angst, Liebe, Emotionen, Atmung, Vorstellungskraft und alle anderen un(ter)bewußten Phänomene. Es ist durch dieses Unterbewußtsein, daß wir mit dem ‚Universellen Bewußtsein‘ verbunden sind und mit den unendlichen, schöpferischen Kräften des Universums in Beziehung gebracht werden.

Das ist extrem wichtig zu verstehen, denn hieraus geht hervor, daß Verwirklichung oder Manifestation grundsätzlich unterbewußt ist. Sie findet außerhalb des sinngesteuerten, objektiven Verstandes statt. Dieser aber spielt im wahrsten Sinne des Wortes eine entscheidende Rolle beim Bestimmen dessen, was an das Unterbewußtsein weitergeleitet werden soll. Dort wird es zur lebendigen Wahrheit. Auch hier wird die Brücke zwischen dem Physischen und dem Metaphysischen, also die Brücke zwischen Solarplexus und dem Unterbewußtsein erstellt.

1:23

Es ist das Abstimmen dieser beiden Zentren unseres Seins und das Verständnis ihrer Funktionen, die das großartige Geheimnis des Lebens ausmachen. Mit diesem Wissen können wir den objektiven und subjektiven Verstand zu einer bewußten Zusammenarbeit bringen und somit das Endliche und das Unendliche aufeinander abstimmen. Unsere Zukunft unterliegt vollkommen unserer Kontrolle; sie unterliegt nicht dem Schicksal einer willkürlichen und ungewissen Macht im Außen.

Hier erfährst Du, daß die Grundlage der Schöpfung Gesetzen unterliegt. Im Master Key System erlernst Du diese Gesetze und wie Du Dich mit ihnen in Einklang bringst.

1:24

Es herrscht völlige Übereinstimmung darüber, daß es lediglich ein Prinzip oder Bewußtsein gibt, welches das gesamte Universum durchdringt, welches allen Raum erfüllt und grundsätzlich an jedem Punkt seines Daseins gleichartig ist. Es ist allmächtig, allwissend und allgegenwärtig. Alle Gedanken und Dinge sind ihm zu eigen. Es ist alles in Allem.

Das ist das, was wir gewöhnlich als ‘Gott’ bezeichnen, was überall gegenwärtig ist, über alles Wissen verfügt und alle Macht beinhaltet. Im Master Key System geht es darum, uns dieser kosmischen Intelligenz anzupassen und uns in Einklang mit ihr zu bringen.

1:25

Es gibt lediglich ein Bewußtsein im Universum, das denken kann, und wenn es denkt, werden seine Gedanken zu objektiven Dingen. Da dieses Bewußtsein allgegenwärtig ist, muß es in jedem Individuum vorhanden sein. Jedes Individuum muß eine Darstellung dieses allmächtigen, allwissenden und allgegenwärtigen Bewußtseins sein.

Hieraus geht hervor, daß es keine Trennung zwischen uns (dem Individuum) und dem Unendlichen gibt. Das wiederum gibt Mut, sich gedanklich neu auszurichten, wenn die gegenwärtige Wirklichkeit ‘zu Wünschen’ übrig läßt. Hier übrigens ein weiterer Vermerk auf die Genauigkeit der deutschen Sprache. Eine Sache, die Du durch Dein Studium garantiert lernen und schätzen wirst, ist Sprache. Dein verbaler Ausdruck wird immer bewußter und immer genauer. So bist Du auch immer mehr in der Lage genau zu kommunizieren, was Du Dir erwünschst und wie andere Menschen Dir behilflich sein können.

1:26

Da es nur ein Bewußtsein im Universum gibt, das denken kann, folgt schlußendlich daraus, daß Dein Bewußtsein identisch ist mit dem Universellen Bewußtsein, oder in anderen Worten: Alles Bewußtsein ist ein Bewußtsein. Aus dieser Schlußfolgerung gibt es kein Entkommen.

Daraus ergibt sich, daß es keinen ‘Anderen’ gibt. Das hat fundamentale Auswirkungen auf das Betrachten und Einschätzen der äußeren Welt. Mit der Zeit erkennt man in jedem anderen einen Teil von sich selbst. Es ginge auch gar nicht anders, denn wenn man selbst keine Empfindsamkeit für eine bestimmte Energie oder Qualität hätte, würde man sie im Außen – wie oben bereits erwähnt – auch gar nicht ‘wahrnehmen’ können. Beispiel: Erzähle mal einem Hund was von Steuererklärungen, oder einer Katze was von Algebra.

1:27

Das Bewußtsein, welches sich auf Deine Gehirnzellen auswirkt, ist dasselbe Bewußtsein, das sich auf die Gehirn­zellen eines jeden anderen Individuums auswirkt. Jedes Individuum ist nichts Anderes als die Individualisierung des Allgegenwärtigen – des Kosmischen Bewußtseins.

Wir alle sind Teile eines nichtkörperlichen Ganzen, eines Gedankens, einer Idee. Jeder von uns ‘tickt’ anders, hat einen anderen Aufbau, andere Erfahrungen, andere Vererbungen. Jeder von uns greift aber durch seine geistige Inanspruchnahme auf dieselbe Quelle zu. Das meint Haanel damit, wenn er sagt, daß ‘das Bewußtsein, welches sich auf Deine Gehirnzellen auswirkt, dasselbe Bewußtsein ist, welches sich auf die Gehirnzellen eines jeden anderen Individuums auswirkt.’

1:28

Das Universelle Bewußtsein ist statische oder potentielle Energie; es ist einfach nur. Es kann sich nur durch das Individuum verwirklichen, und das Individuum kann sich nur durch das Allgegenwärtige verwirklichen – sie sind eins.

Das ist wichtig zu verstehen. Wir Menschen leben hauptsächlich durch unsere Sinneswahrnehmung. Wir nehmen an, daß das die Realität und somit unveränderbar ist. Das, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen, ist aber nur eine Auswirkung bestimmter Verursachungsketten. Nun können wir aber sowohl neue Ursachen in Bewegung setzen, als auch unsere Empfänglichkeit für diese Dinge ändern. Auch das geschieht durch reine geistige Inanspruchnahme.

Wenn Haanel von statischer oder potentieller Energie spricht, verweist er auf den Kern der Dinge – auf den Kern der Schöpfung. Wenn Du erkennst, daß alles einen geistigen, also nichtkörperlichen oder materiellen Ursprung hat, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, zu erkennen, daß alles, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest, durch einen wissenschaftlichen Vorgang verwirklicht werden kann. Mittels Deines Verstandes zapfst Du dieses Universelle Bewußtsein an – Du stellst damit die Frage. Da alles auf Schwingungen beruht und alles Schwingung ist, antwortet das Universelle Bewußtsein in einem exakten Ausmaß auf Deine Fragen – das ist Gesetz!

1:29

Die Fähigkeit des Individuums zu denken ist seine Fähigkeit, auf das Allgegenwärtige einzuwirken und es in Form auszudrücken. Das menschliche Bewußtsein besteht lediglich in der Fähigkeit zu denken. Bewußtsein an sich wird als subtile Form statischer Energie angesehen, aus der die ‚Gedanken‘ genannten Aktivitäten hervorgehen – die dynamische Phase des Bewußtseins. Bewußtsein ist statische Energie; Gedanken sind dynamische Energie – die zwei Phasen ein und derselben Sache. Gedanken sind also die schwingende Kraft, die durch die Umwandlung statischen Bewußtseins in dynamisches Bewußtsein entsteht.

Bewußtsein ist die Quelle jeglicher Existenz, und Gedanken setzen dieses Bewußtsein in Bewegung und bringen es zur Darstellung.

1:30

Da die Summe aller Eigenschaften im Universellen Bewußtsein – seines Zeichens allmächtig, allwissend und allgegenwärtig – enthalten ist, müssen diese Eigenschaften auch zu jeder Zeit in ihrer potentiellen Form in jedem Individuum vorhanden sein. Dementsprechend, wenn ein Individuum denkt, wird der Gedanke durch seine Natur dazu gezwungen, sich als Objekt oder Zustand zu verkörpern, der mit dem Ursprung übereinstimmt.

Hier liegt das Augenmerk auf ‘der mit dem Ursprung übereinstimmt’. Das ist ein Verweis auf das Hermetische Prinzip der Entsprechung. Es ist gleichermaßen unsere Chance, denn Du erkennst eine direkte Verbindung zwischen Ursache und Wirkung. So entsteht Gewißheit, aus der Du mutig planen und furchtlos durchführen kannst, da Du schon weißt, wie das Ergebnis aussehen wird: Es entspricht der Qualität Deiner ursprünglichen Gedanken.

1:31

Jeder Gedanke ist somit eine Ursache, jeder Zustand eine Wirkung. Aus diesem Grunde ist es unabdingbar, daß Du Deine Gedanken kontrollierst, damit Du nur wünschenswerte Zustände herbeiführst.

Gedankenkontrolle ist unabdingbar. Ohne diese ist es nicht nur möglich, sondern unvermeidbar, daß sich die Gedanken anderer Menschen oder Institutionen in Dir festsetzen und dort zu keimen beginnen. Dann bekommst Du, was andere Dir zugedacht haben, und das ist das, was sie wollten und nicht was Du wolltest. Auch das ist prinzipiell in Ordnung. Du kannst es aber jederzeit abstellen, wenn Dir die Auswirkungen nicht gefallen.

1:32

Alle Kraft kommt von innen und unterliegt vollständig Deiner Kontrolle. Sie kommt durch das genaue Wissen und durch das freiwillige Anwenden genau bestimmter Prinzipien.

Sehr wichtig: Die Kraft kommt deshalb von innen, weil sie dort erschaffen wird. Außen nimmst Du nur die Auswirkungen der Kraft wahr. Der Athlet wurde durch Training stark – er hat diese Kraft im Innen entwickelt und kann sie nun im Außen darstellen.

Auch hier verweist Haanel auf die genauen (hermetischen) Prinzipien, die es zu erlernen, verstehen und anzuwenden gilt. Das, was Prinzip hat, ist verläßlich; es hilft Dir dabei, ein wohl gelebtes Leben zum Ausdruck zu bringen.

1:33

Es sollte offensichtlich sein: Wenn Du ein solides Verständnis dieses Gesetzes erworben hast und in der Lage bist, Deine Gedankenprozesse zu kontrollieren, kannst Du sie auf jeden Umstand anwenden. In anderen Worten: Du wirst in die bewußte Zusammenarbeit mit dem Allmächtigen Gesetz gekommen sein, welches die absolute Grundlage aller Dinge ist.

Es geht beim Master Key System zu Beginn um diese Kontrolle der Gedankenprozesse. Die Übung von Kapitel 2 läßt Dich das im Detail erfahren. Viele Menschen sind sich nicht gewahr, was alles an Gedanken durch ihren Kopf schwirrt. Mit dem Master Key System wirst Du befähigt, Dir Deiner Gedanken gewahr zu werden und sie abzubremsen, letztendlich sogar abzuschalten, wenn Du erkennst, daß sie Dir nicht dienlich sind.

1:34

Das Universelle Bewußtsein ist das Lebensprinzip eines jeden existierenden Atoms. Jedes Atom strebt kontinuierlich danach, neues Leben zu erschaffen. Sie alle sind intelligent und darauf ausgerichtet, den Zweck zu erfüllen, für den sie erschaffen wurden.

Das bedeutet nichts anderes, als daß das Universelle Bewußtsein in jeder einzelnen Zelle Deines Körpers vorhanden und dazu bestimmt ist, Leben auszudrücken. Solange diese Körperzellen aber falsch angewiesen (informiert) werden, drückt sich das auf vielerlei Ebenen durch Unwohlsein, Mangel, Beschränkung und Krankheit aus. Diese sind Fingerzeige Gottes, daß etwas ‘nicht stimmt’ und daß es Handlungsbedarf gibt.

1:35

Die Mehrheit der Menschheit lebt in der äußeren Welt. Wenige haben die innere Welt gefunden, und dennoch ist es diese innere Welt, welche die äußere Welt zum Ausdruck bringt. Sie ist somit schöpferisch, und all das, was Du in der äußeren Welt findest, wurde von Dir in der inneren Welt erschaffen.

Die äußere Welt ist die Welt der Erscheinungen, die Welt der Wirkungen. Es macht wenig Sinn, sich über das zu beklagen, was sich bereits ‘ausgewirkt’ hat. Vielmehr ist es angebracht, im Inneren neue Ursachen zu setzen, damit auch diese entsprechende Auswirkungen nach sich ziehen.

1:36

Dieses System bringt Dich zu einer Verwirklichung von Macht, die Du Dein Eigen nennen kannst, wenn Du das Verhältnis zwischen der inneren und äußeren Welt verstehst. Die innere Welt ist die Ursache, die äußere Welt ihre Auswirkung. Um die Auswirkung zu ändern, mußt Du ihre Ursache ändern.

Du mußt all das, was Du in der äußeren Welt verwirklicht sehen willst, zunächst in der inneren Welt erschaffen –und zwar mittels Deiner Gedanken. Du benutzt Phantasie – Deine Vorstellungskraft – um Dir neue geistige Bilder zu schaffen. Diese werden dann mit Details versehen und nehmen dadurch Form an. Der nächste Schritt ist das Erleben dieser Bilder (Dinge, Situationen etc.). Dadurch erhalten sie Lebenskraft. Dieses Gefühl ist synonym mit „so tun als ob“, oder „fake it, til you make it.“ Dein Gehirn kann nicht unterscheiden, ob Du es Dir nur vorstellst oder ob es wirklich geschieht. Bedenke: Es bedarf Zeit und Aufwand, sich diese geistigen Bilder zu erschaffen. Nur ab und zu mal an etwas zu denken bewirkt im Außen rein gar nichts.

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Du wirst sofort einsehen, daß dieses eine radikal neue und andere Idee ist. Die meisten Menschen versuchen, die Wirkung zu ändern, indem sie mit ihr befassen. Sie sehen nicht, daß sie einfach nur eine Form von Not durch eine andere ersetzen. Um Unstimmigkeit zu beseitigen, müssen wir die Ursache beseitigen, und diese Ursache kann nur in der inneren Welt gefunden werden.

Das ist ein ganz wichtiger Satz, denn darum geht es im Master Key System. Du wirst Dich nicht länger über äußere Umstände beklagen, sondern im Innen neue Ursachen setzen. Du wirst Verantwortung für Dein eigenes Leben übernehmen und sie nicht mehr anderen Menschen in die Schuhe schieben. Du befähigst und ermächtigst Dich dadurch selbst. Das ist mit Geld kaum zu bezahlen, so wichtig ist es für Dich und Dein Leben.

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Alles Wachstum kommt von innen. Der Beweis dafür ist überall in der Natur ersichtlich. Jede Pflanze, jedes Tier, jedes menschliche Wesen ist ein lebendiges Zeugnis dieses großartigen Gesetzes, und der Fehler vergangener Zeitalter ist der, die Kraft oder Macht im Außen zu suchen.

Du erkennst hier umgehend, daß das Master-Key-System-Studium allein mit Dir und Deinen Fähigkeiten zu tun hat und nichts mit irgendwelchen Institutionen oder blinden Glaubensbekenntnissen. Du befaßt Dich über mindestens sechs Monate mit Dir selbst und erweckst die Macht und Kraft, die als reines Potential bereits in Dir vorhanden ist und jederzeit auf Deine geistige In-Anspruch-nahme wartet.

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Die innere Welt ist die universelle Versorgungsquelle, die äußere Welt der Auslaß in den Strom. Unsere Fähigkeit empfänglich zu sein hängt von der Anerkennung dieser universellen Quelle ab, dieser unendlichen Energie, deren Auslaß das Individuum ist, und welches dadurch eins ist mit jedem anderen Individuum.

Anerkennung folgt Erlaubnis. Wie oben bereits erwähnt, mußt Du Dir die Erlaubnis zur Veränderung geben – Dich ihr öffnen. Wenn Deine Gedanken nicht derart ausgerichtet sind, kann auch nichts Neues in Dein Leben eintreten.

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Anerkennung ist ein geistiger Vorgang. Geistige Handlung ist somit das Einwirken des Individuums auf das Universelle Bewußtsein, und da das Universelle Bewußtsein die Intelligenz ist, die allen Raum erfüllt und alle lebendigen Dinge belebt, sind geistige Aktion und Reaktion das Gesetz von Ursache und Wirkung. Das Prinzip der Verursachung herrscht aber nicht im Individuum, sondern im Universellen Bewußtsein. Es ist keine objektive Fähigkeit, sondern ein subjektiver Vorgang, und die Resultate zeigen sich in einer endlosen Bandbreite von Zuständen und Erfahrungen.

Hier bringt Charles Haanel zum Ausdruck, daß im Universellen bereits alles vorhanden ist. Du bist lediglich derjenige, der durch sein Bewußtsein genau den Aspekt des unendlichen Potentials zum Ausdruck bringt, der Deinem Bewußtsein entspricht. Der eine schafft Reichtum, der andere Armut – je nachdem, was die eigene oder fremdbestimmte Absicht ist, worauf die Aufmerksamkeit fällt und was sich anschließend entsprechend verwirklicht.

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Um Leben auszudrücken, muß es Bewußtsein geben; nichts kann ohne Bewußtsein bestehen. Alles Bestehende ist eine Manifestation dieser einen grundlegenden Substanz, durch die alle Dinge entstanden sind und unaufhörlich wiedererschaffen werden.

Leben beruht auf Gesetzmäßigkeiten, auf Ordnung, Struktur, Proportion, welche allesamt durch Bewußtsein erschaffen wurden. Wir Menschen nennen das heilige Geometrie (siehe Goldener Schnitt und Fibonacci im Anhang) und erkennen sie überall: Angefangen von Pyramiden, über Sonnenblumen und Ananas, bis hin zum Tierreich und schließlich zu uns. Überall finden wir dieselben mathematischen Verhältnisse, mit denen die Schöpfung arbeitet; überall finden wir Gesetzmäßigkeiten.

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Wir leben in einem unergründlichen Meer plastischer Bewußtseinssubstanz. Diese Substanz ist seit jeher lebendig und aktiv. Sie ist in höchstem Maße empfänglich. Sie nimmt Form an gemäß geistiger Nachfrage. Denken bildet die Form oder Matrix, aus der die Substanz hervorgeht.

Nachfrage impliziert Anerkennung. Anerkennung führt so zu noch mehr Nachfrage, noch mehr Befassen mit einer bestimmten Sache. Das entwickelt schließlich eine Eigendynamik, die durch zunehmende Macht und Kraft des Einzelnen charakterisiert wird.

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Bedenke, daß es allein die Anwendung ist, in der der Wert liegt, und daß ein praktisches Verständnis dieses Gesetzes Armut durch Fülle ersetzt, Ignoranz durch Weisheit, Unstimmigkeit durch Harmonie und Tyrannei durch Freiheit. Von einem materiellen und sozialen Standpunkt aus gesehen kann es keine größere Segnung geben als diese.

Das Verständnis dieses Abschnitts ist absolut grundlegend. Das Wissen muß angewandt werden, denn von selbst wird sich das nicht umsetzen. Der Mensch lernt durch Übung und Wiederholung. Es heißt nicht umsonst ‘Übung macht den Meister’.

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Nun wende Dein Wissen an: Wähle einen Raum, in dem Du allein und ungestört sein kannst. Sitze aufrecht, komfortabel, aber nicht zu lässig. Lasse Deinen Gedanken freien Lauf, sei aber für 15-30 Minuten absolut still. Tue das für drei bis vier Tage oder gar eine Woche, bis Du vollkommene Kontrolle über Dein körperliches Wesen erlangt hast.

Es geht bei dieser Übung primär darum, stillzusitzen. Das kannst Du auch im Halbliegen machen, wobei es im Sitzen schwieriger ist, sich nicht zu bewegen, da im Halbliegen weniger Muskeln zum Einsatz kommen und diese bereits entspannt sind. Diese Übung gilt es zu meistern, weil Körperkontrolle die absolute Grundlage all dessen ist, was in den kommenden Wochen noch folgt. Daher gilt es diese Übung so lange durchzuführen, bis man wirklich still sitzen kann.

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Viele werden es sehr schwierig finden; andere werden es mit Leichtigkeit meistern, aber es ist unerläßlich, volle Kontrolle über den Körper zu erlangen, damit man voranschreiten kann. Nächste Woche gibt es dann Anweisungen für den nächsten Schritt. In der Zwischenzeit aber muß dieser hier beherrscht werden.

Als ich diese Anleitung erstellt habe kam bei einer Diskussion mit einer Freundin immer wieder die Frage auf: ‘Was sagt man den Leuten, was sie machen sollen, damit sich ihr Leben ändert?’ Meine Antwort war stets: ‘Stillsitzen und Klappe halten!’ Du mußt erst einmal mit dem aufhören, was Du bislang getan, gefühlt und gesagt hast. Dazu bedarf es – in Anlehnung an Material von Tony Robbins – dreierlei Dinge:

1. Eine Änderung in der Körperhaltung (Physiologie).

2. Ein neues Ausrichten der Aufmerksamkeit (Fokus).

3. Ein neues Gefühl (Emotionen).

Deswegen begibst Du Dich in die Stille. Ohne Stille und Körperkontrolle fehlt einem die Grundlage, auf der man mit neuen Gedanken – zu denen dann auch Erkenntnisse zählen – aufbauen kann. Daher ist Körperkontrolle absolut grundlegend, um auch nur irgendeinen Fortschritt zu erzielen. Wer keine Kontrolle über seinen Körper besitzt, kann sein Leben nicht ändern. So einfach ist es. Ohne die daraus resultierende Stille kann sich kein Gewahrsein für die eigenen Gedankenvorgänge ergeben, und diese kann man dann weder abbremsen bzw. stoppen noch durch neue ersetzen. Du erkennst hier auf Anhieb, wie wichtig es ist, daß man sich regelmäßig Zeit nimmt, um wirklich ‘abzuschalten’, zu reflektieren, tief durchzuatmen und sich das Geschehen einmal aus der Distanz anzuschauen.

Fragen und Antworten

  1. Was ist die äußere Welt im Verhältnis zur inneren Welt?
    Die äußere Welt ist ein Abbild der inneren Welt.
  2. Wovon hängt jeglicher Besitz ab?
    Jeglicher Besitz hängt von Bewußtsein ab.
  3. Wie steht das Individuum mit der objektiven Welt in Verbindung?
    Das Individuum steht durch den objektiven Verstand mit der objektiven Welt in Verbindung; das Gehirn ist das Organ dieses Verstandes.
  4. Wie steht das Individuum mit dem Universellen Bewußtsein in Verbindung?
    Es steht mit dem Universellen Bewußtsein durch das Unterbewußtsein in Verbindung; der Solarplexus ist das Organ dieser Form von Bewußtsein.
  5. Was ist das Universelle Bewußtsein?
    Das Universelle Bewußtsein ist das Lebensprinzip eines jeden bestehenden Atoms.
  6. Wie kann das Individuum auf das Universelle einwirken?
    Die Fähigkeit zu denken ist die Fähigkeit, auf das Universelle einzuwirken und es zur Manifestation zu bringen.
  7. Was ist das Resultat dieser Aktion und Interaktion?
    Das Resultat dieser Aktion und Interaktion ist Ursache und Wirkung. Jeder Gedanke ist eine Ursache, jeder Zustand eine Wirkung.
  8. Wie kann man sich harmonische und wünschenswerte Zustände sichern?
    Harmonische und wünschenswerte Zustände können durch wahrhaftes Denken gesichert werden.
  9. Was ist die Ursache aller Unstimmigkeit, aller Disharmonie, allen Mangels und aller Beschränkung?
    Unstimmigkeit, Disharmonie, Mangel und Beschränkung sind das Ergebnis falschen Denkens.
  10. Was ist die Quelle aller Macht?
    Die Quelle aller Macht ist die innere Welt, die universelle Versorgungsquelle; die unendliche Energie, für die jedes Individuum ein Auslaß ist.
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