Lernfortschritt

Kapitel 2 von 24
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Eine Methode zum Finden der Wahrheit

Helmar’s Kommentar

Ich hoffe, die Inhalte des ersten Teils sowie die Übung haben ihre Wirkung bei dir hinterlassen. Wenn ja, dann bist du bereit für diesen zweiten Teil, wo es um ein grundlegendes Thema geht, nämlich den sogenannten Gegenvorschlag, oder das Gegenargument.

Über dieses Kapitel

Die Wahrheit ist das, was Prinzip hat. Die Wahrheit ist das, was Bestand hat, auch über unsere menschliche Existenz hinaus. Charles Haanel geht später noch einmal im Detail darauf ein, aber Geist ist das einzig beständige Prinzip, während Materie kontinuierlichem Wandel unterworfen ist.

Wir alle kennen die fast verzweifelnde Aussage, ‚Das kann doch nicht wahr sein!‘, und richtig, das ist es auch nicht. Die Methode, die Wahrheit zu finden, besteht in dem starken, oft wiederholten Gegenargument, welches das Unterbewußtsein akzeptieren muß. Das ist eine von Dir bewußt eingesetzte Geisteshandlung, um Dich gedanklich umzuorientieren.

Ein Bespiel: Du nimmst Auswirkungen auf Deinem Bankkonto wahr, die aufgrund vergangen Denkens eingetreten sind. Du würdest bisher gesagt haben: ‚Ich habe kein Geld auf dem Konto.‘ Das ist ein schöpferischer Akt und entspricht ja gegenwärtig auch Deiner gelebten Realität. Wenn Du das ändern willst, dann besteht das Gegenargument darin, daß Du sagst: ‚Ich bin dankbar, daß ich stets genug Geld zur Verfügung habe.‘ Das ist es ja, was Du nachher verwirklicht haben möchtest. Das geht aber nur dann, wenn Du es Dir auch so vorstellst, Dich da reinfühlst und entsprechend handelst. Du weißt zu Beginn noch nicht, wie sich das Geld vermehrt, aber Du weißt, daß es sich vermehrt (oder besser gesagt: vermehren wird), denn davon hast Du dir ja ein geistiges Bild geschaffen. Dieses gilt es immer mehr zu stärken und zu verstärken, damit es sich verwirklichen kann.

Der Gegenvorschlag verwirrt den Verstand zu Beginn ganz gehörig, denn er ist ein solches Vorgehen nicht gewohnt. Vor allem aber verwirrt ihn das gleichzeitige Vorhandensein zweier Qualitäten. Mit der Zeit aber wird es Dir immer leichter fallen, diese gedanklichen Korrekturen einfließen zu lassen. So ermächtigst Du Dich schrittweise und erlangst ganz andere Fähigkeiten des Ausdrucks.

Du kannst von dem einen nur dann mehr haben, wenn Du auch Deine Aufmerksamkeit darauf lenkst. Es ist sinnlos und kontra-produktiv, sich mit dem Problem weiterhin rumzuschlagen; Du mußt gedanklich zum anderen Pol rüber, denn nur von dieser Energie willst Du mehr haben.

Je öfter Du dieses Gegenargument einsetzt, desto bewußter wirst Du Dir dieses anderen Pols, oder ‚der Qualität‘ dessen. Wenn es Dir anfänglich unglaubwürdig erscheint zu sagen, Ich habe genug Geld auf meinem Konto‘, dann kannst Du die Affirmation auch so gestalten:

Von Tag zu Tag kommt immer mehr Geld auf mein Konto, weil ich meine Aufmerksamkeit und somit meine Energie und meinen Tatendrang darauf abrichte, Dienste am Mitmenschen zu verrichten, deren Resultat dann in mehr Geld auf meinem Konto Ausdruck findet.

Du siehst, etwas lang, aber dennoch glaubwürdig. Gleich vorweg: vom (positiven) Denken allein bekommst Du nicht mehr Geld auf dem Konto. Du mußt schon was dafür tun – und Du wirst auch was dafür tun!

Du lernst, daß ein Gedanke, der sich auf ein bestimmtes Ziel konzentriert, zu Macht und Kraft wird. In Punkt 5 erklärt Dir Charles Haanel, daß Leichtigkeit und Perfektion gänzlich davon abhängen, bis zu welchem Grad Du aufhörst, Dich auf den Verstand zu verlassen. Das ist ein besonders wichtiger Punkt, denn obwohl sich das gesamte Master Key System darum dreht, bewußt und lebensrichtig zu denken, geht es letztendlich darum, die Gedanken so zu konzentrieren und zur Gewohnheit zu machen, daß sie dem Unterbewußtsein aufgeprägt und somit automatisch werden. Dann mußt Du Dir im wahrsten Sinne des Wortes keine Gedanken mehr darüber machen, denn es ist zu einem Teil von Dir geworden. Du handelst zunehmend intuitiv – d.h. aus der Eingebung heraus. Du hast es dann nicht mehr (im Kopf), sondern bist es (im Herzen). So gestaltet sich dann auch Deine Realität gänzlich anders, denn nun verwirklicht es sich ohne große bewußte Anstrengung Deinerseits: Mehr führt zu noch mehr.

Das alles deutet schon auf die Macht des Unterbewußtseins hin, welches zwar nicht logisch denken kann, aber die Verbindung des Individuums zum Universellen darstellt. Damit man überhaupt lernen kann, muß das Unterbewußtsein für systematisches, bewußtes und konstruktives Denken offen sein. Das zu erlernen und zu verinnerlichen ist Aufgabe dieses Teils.

Inhalt: Kapitel 2

Unsere Schwierigkeiten bestehen größtenteils aufgrund verwirrter Ideen und der Ignoranz unserer wahren Interessen. Die Hauptaufgabe ist, die Naturgesetze zu entdecken, an die wir uns dann anpassen werden. Klares Denken und moralische Erkenntnis sind somit von unschätzbarem Wert. Alle Vorgänge, selbst die des Denkens, basieren auf einer soliden Grundlage.

Je ausgeprägter die Sensibilität, desto schärfer das Urteilsvermögen, desto delikater der Geschmack, desto edler die moralischen Gefühle, desto feiner die Intelligenz, desto höher das Streben, desto reiner und intensiver sind die Genüsse, welche die Existenz hervorbringt. Daraus folgt, daß das Studium des Besten dessen, was je in der Welt erdacht wurde, höchste Freude bereitet.

Die Kräfte, Gebräuche und Möglichkeiten des Bewußtseins sind unter diesem neuen Gesichtspunkt unvergleichbar wunderbarer als die ausschweifenden Errungenschaften oder selbst Träume materiellen Fortschritts.

Gedanken sind Energie. Aktive Gedanken sind aktive Energie. Konzentrierte Gedanken sind konzentrierte Energie. Gedanken, die auf einen bestimmten Zweck konzentriert werden, werden zu Macht und Kraft. Das ist die Macht, die von denen benutzt wird, die nicht an eine „Schönheit der Armut“ glauben oder an eine „Tugend der Selbstverleugnung“. Sie betrachten das als das Geschwätz von Schwächlingen.

Die Fähigkeit, diese Macht zu empfangen und darzustellen, hängt von der Fähigkeit ab, diese seit jeher im Menschen weilende Unendliche Energie anzuerkennen, die unaufhörlich seinen Körper und sein Bewußtsein erschafft und wiedererschafft und jeden Moment bereit ist, sich durch ihn auf welch immer erforderliche Weise darzustellen. Die Darstellung des äußeren Lebens des Individuums wird dann in einem genauen Verhältnis zu der Anerkennung dieser Wahrheit sein.

Teil Zwei erklärt eine Methode, durch die diese Wahrheit erlangt werden kann.

Eine Methode zum Finden der Wahrheit

Über die Übung

In der Übung dieser Woche lernst Du, Dir Deiner Gedanken gewahr zu werden und sie abzubremsen, um sie anschließend zu kontrollieren. Das ist ja auch der Sinn des Studiums, denn wenn Du keine neuen Gedanken denkst, können sich auch keine neuen – und vor allem dem Gegenwärtigen entgegengesetzte – Umstände darstellen. Somit mußt Du Dir erst einmal gewahr werden, was an Gedanken Du überhaupt so denkst.

Zu jeder Sekunde gehen und etliche Gedanken durch den Kopf. In den meisten Fällen bist Du Dir ihrer aber gar nicht bewußt. Diese Übung hilft Dir, zu einem Gewahrsein über Deine Gedanken zu kommen. Erst dann bist in der Lage, unerwünschte Gedanken durch erwünschte zu ersetzen.

Das Meistern von Teil 2 bereitet Dich dann auf die folgenden Teile vor, wo es darum geht, sowohl körperlich als auch geistig zu entspannen – vollständig loszulassen. Erst die Kontrolle, dann die Entspannung. Übe fleißig weiter, achte auf Deine sportlichen Aktivitäten und Deine Ernährung. Das Lernen neuen Materials ist viel einfacher, wenn der Körper zwecks Selbsterhaltung nicht gleichzeitig gegen etwas ankämpfen oder etwas wieder aufbauen muß, sondern harmonisch und kraftvoll in Gemeinschaft mit Dir und Deinen Gedanken funktioniert.

Fragen & Antworten

  1. Was sind die zwei Modi geistiger Aktivität?
    Bewußt und unterbewußt.
  2. Wovon hängen Leichtigkeit und Perfektion ab?
    Leichtigkeit und Perfektion hängen gänzlich von dem Grad ab, zu dem wir aufhören, von unserem Verstand abhängig zu sein.
  3. Was ist der Wert des Unterbewußtseins?
    Er ist enorm. Es leitet uns, warnt uns, steuert die lebenswichtigen Vorgänge und ist der Sitz des Gedächtnisses.
  4. Welche Funktionen gehören zum Verstand?
    Er hat die Fähigkeit der Unterscheidung; er hat die Kraft des Urteilen; er ist der Sitz des Willens, und er kann auf das Unterbewußtsein einwirken.
  5. Wie wurde der Unterschied zwischen dem Verstand und dem Unterbewußtsein ausgedrückt?
    „Verstand ist urteilender Wille. Unterbewußtsein ist instinktives Verlangen, das Ergebnis von urteilendem Willen in der Vergangenheit.“
  6. Welche Methode ist notwendig, um das Unterbewußtsein zu beeinflussen?
    Gebe geistig vor, was von Dir gewollt ist.
  7. Was wird das Ergebnis sein?
    Wenn der Wunsch im Einklang mit der Vorwärtsbewegung des Ganzen ist, werden Kräfte in Bewegung gesetzt, die das Ergebnis herbeiführen.
  8. Was ist das Ergebnis des Wirkens dieses Gesetzes?
    Unsere Umgebung spiegelt Umstände wider, die im Zusammenhang mit unser vorherrschenden Geisteshaltung stehen.
  9. Wie heißt dieses Gesetz?
    Das Gesetz der Anziehung.
  10. Wie wird das Gesetz ausgedrückt?
    Denken ist eine schöpferische Energie und wird automatisch in Wechselbeziehung zu dem Objekt stehen und es zur Darstellung bringen.
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