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Teil 2 – Eine Methode zum Finden der Wahrheit

Ich hoffe, die Inhalte des ersten Teils sowie die Übung haben ihre Wirkung bei dir hinterlassen. Wenn ja, dann bist du bereit für diesen zweiten Teil, wo es um ein grundlegendes Thema geht, nämlich den sogenannten Gegenvorschlag, oder das Gegenargument.

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Helmars Anmerkungen

Die Wahrheit ist das, was Prinzip hat. Die Wahrheit ist das, was Bestand hat, auch über unsere menschliche Existenz hinaus. Charles Haanel geht später noch einmal im Detail darauf ein, aber Geist ist das einzig beständige Prinzip, während Materie kontinuierlichem Wandel unterworfen ist.

Wir alle kennen die fast verzweifelnde Aussage, ‚Das kann doch nicht wahr sein!‘, und richtig, das ist es auch nicht. Die Methode, die Wahrheit zu finden, besteht in dem starken, oft wiederholten Gegenargument, welches das Unterbewußtsein akzeptieren muß. Das ist eine von Dir bewußt eingesetzte Geisteshandlung, um Dich gedanklich umzuorientieren.

Ein Bespiel: Du nimmst Auswirkungen auf Deinem Bankkonto wahr, die aufgrund vergangen Denkens eingetreten sind. Du würdest bisher gesagt haben: ‚Ich habe kein Geld auf dem Konto.‘ Das ist ein schöpferischer Akt und entspricht ja gegenwärtig auch Deiner gelebten Realität. Wenn Du das ändern willst, dann besteht das Gegenargument darin, daß Du sagst: ‚Ich bin dankbar, daß ich stets genug Geld zur Verfügung habe.‘ Das ist es ja, was Du nachher verwirklicht haben möchtest. Das geht aber nur dann, wenn Du es Dir auch so vorstellst, Dich da reinfühlst und entsprechend handelst. Du weißt zu Beginn noch nicht, wie sich das Geld vermehrt, aber Du weißt, daß es sich vermehrt (oder besser gesagt: vermehren wird), denn davon hast Du dir ja ein geistiges Bild geschaffen. Dieses gilt es immer mehr zu stärken und zu verstärken, damit es sich verwirklichen kann.

Der Gegenvorschlag verwirrt den Verstand zu Beginn ganz gehörig, denn er ist ein solches Vorgehen nicht gewohnt. Vor allem aber verwirrt ihn das gleichzeitige Vorhandensein zweier Qualitäten. Mit der Zeit aber wird es Dir immer leichter fallen, diese gedanklichen Korrekturen einfließen zu lassen. So ermächtigst Du Dich schrittweise und erlangst ganz andere Fähigkeiten des Ausdrucks.

Du kannst von dem einen nur dann mehr haben, wenn Du auch Deine Aufmerksamkeit darauf lenkst. Es ist sinnlos und kontra-produktiv, sich mit dem Problem weiterhin rumzuschlagen; Du mußt gedanklich zum anderen Pol rüber, denn nur von dieser Energie willst Du mehr haben.

Je öfter Du dieses Gegenargument einsetzt, desto bewußter wirst Du Dir dieses anderen Pols, oder ‚der Qualität‘ dessen. Wenn es Dir anfänglich unglaubwürdig erscheint zu sagen, Ich habe genug Geld auf meinem Konto‘, dann kannst Du die Affirmation auch so gestalten:

Von Tag zu Tag kommt immer mehr Geld auf mein Konto, weil ich meine Aufmerksamkeit und somit meine Energie und meinen Tatendrang darauf abrichte, Dienste am Mitmenschen zu verrichten, deren Resultat dann in mehr Geld auf meinem Konto Ausdruck findet.

Du siehst, etwas lang, aber dennoch glaubwürdig. Gleich vorweg: vom (positiven) Denken allein bekommst Du nicht mehr Geld auf dem Konto. Du mußt schon was dafür tun – und Du wirst auch was dafür tun!

Du lernst, daß ein Gedanke, der sich auf ein bestimmtes Ziel konzentriert, zu Macht und Kraft wird. In Punkt 5 erklärt Dir Charles Haanel, daß Leichtigkeit und Perfektion gänzlich davon abhängen, bis zu welchem Grad Du aufhörst, Dich auf den Verstand zu verlassen. Das ist ein besonders wichtiger Punkt, denn obwohl sich das gesamte Master Key System darum dreht, bewußt und lebensrichtig zu denken, geht es letztendlich darum, die Gedanken so zu konzentrieren und zur Gewohnheit zu machen, daß sie dem Unterbewußtsein aufgeprägt und somit automatisch werden. Dann mußt Du Dir im wahrsten Sinne des Wortes keine Gedanken mehr darüber machen, denn es ist zu einem Teil von Dir geworden. Du handelst zunehmend intuitiv – d.h. aus der Eingebung heraus. Du hast es dann nicht mehr (im Kopf), sondern bist es (im Herzen). So gestaltet sich dann auch Deine Realität gänzlich anders, denn nun verwirklicht es sich ohne große bewußte Anstrengung Deinerseits: Mehr führt zu noch mehr.

Das alles deutet schon auf die Macht des Unterbewußtseins hin, welches zwar nicht logisch denken kann, aber die Verbindung des Individuums zum Universellen darstellt. Damit man überhaupt lernen kann, muß das Unterbewußtsein für systematisches, bewußtes und konstruktives Denken offen sein. Das zu erlernen und zu verinnerlichen ist Aufgabe dieses Teils.

Zur Übung

In der Übung dieser Woche lernst Du, Dir Deiner Gedanken gewahr zu werden und sie abzubremsen, um sie anschließend zu kontrollieren. Das ist ja auch der Sinn des Studiums, denn wenn Du keine neuen Gedanken denkst, können sich auch keine neuen – und vor allem dem Gegenwärtigen entgegengesetzte – Umstände darstellen. Somit mußt Du Dir erst einmal gewahr werden, was an Gedanken Du überhaupt so denkst.

Zu jeder Sekunde gehen und etliche Gedanken durch den Kopf. In den meisten Fällen bist Du Dir ihrer aber gar nicht bewußt. Diese Übung hilft Dir, zu einem Gewahrsein über Deine Gedanken zu kommen. Erst dann bist in der Lage, unerwünschte Gedanken durch erwünschte zu ersetzen.

Das Meistern von Teil 2 bereitet Dich dann auf die folgenden Teile vor, wo es darum geht, sowohl körperlich als auch geistig zu entspannen – vollständig loszulassen. Erst die Kontrolle, dann die Entspannung. Übe fleißig weiter, achte auf Deine sportlichen Aktivitäten und Deine Ernährung. Das Lernen neuen Materials ist viel einfacher, wenn der Körper zwecks Selbsterhaltung nicht gleichzeitig gegen etwas ankämpfen oder etwas wieder aufbauen muß, sondern harmonisch und kraftvoll in Gemeinschaft mit Dir und Deinen Gedanken funktioniert.

Eine Methode zum Finden der Wahrheit

Unsere Schwierigkeiten bestehen größtenteils aufgrund verwirrter Ideen und der Ignoranz unserer wahren Interessen. Die Hauptaufgabe ist, die Naturgesetze zu entdecken, an die wir uns dann anpassen werden. Klares Denken und moralische Erkenntnis sind somit von unschätzbarem Wert. Alle Vorgänge, selbst die des Denkens, basieren auf einer soliden Grundlage.

Je ausgeprägter die Sensibilität, desto schärfer das Urteilsvermögen, desto delikater der Geschmack, desto edler die moralischen Gefühle, desto feiner die Intelligenz, desto höher das Streben, desto reiner und intensiver sind die Genüsse, welche die Existenz hervorbringt. Daraus folgt, daß das Studium des Besten dessen, was je in der Welt erdacht wurde, höchste Freude bereitet.

Die Kräfte, Gebräuche und Möglichkeiten des Bewußtseins sind unter diesem neuen Gesichtspunkt unvergleichbar wunderbarer als die ausschweifenden Errungenschaften oder selbst Träume materiellen Fortschritts.

Gedanken sind Energie. Aktive Gedanken sind aktive Energie. Konzentrierte Gedanken sind konzentrierte Energie. Gedanken, die auf einen bestimmten Zweck konzentriert werden, werden zu Macht und Kraft. Das ist die Macht, die von denen benutzt wird, die nicht an eine „Schönheit der Armut“ glauben oder an eine „Tugend der Selbstverleugnung“. Sie betrachten das als das Geschwätz von Schwächlingen.

Die Fähigkeit, diese Macht zu empfangen und darzustellen, hängt von der Fähigkeit ab, diese seit jeher im Menschen weilende Unendliche Energie anzuerkennen, die unaufhörlich seinen Körper und sein Bewußtsein erschafft und wiedererschafft und jeden Moment bereit ist, sich durch ihn auf welch immer erforderliche Weise darzustellen. Die Darstellung des äußeren Lebens des Individuums wird dann in einem genauen Verhältnis zu der Anerkennung dieser Wahrheit sein.

Teil Zwei erklärt eine Methode, durch die diese Wahrheit erlangt werden kann.

2:1

Die Handlungen des Verstandes werden durch zwei parallele Aktivitäten geschaffen: die eine bewußt, die andere unterbewußt. Professor Davidson sagte: „Derjenige, der meint, die gesamte Bandbreite geistiger Aktivitäten durch das Licht seines eigenen bewußten Verstandes zu erklären, ist nicht ungleich jemandem, der versucht, das Universum mit einer Taschenlampe auszuleuchten.“

Dieser Punkt ist sehr wichtig zu verstehen, denn unsere Sinneswahrnehmung ist über das zerebrospinale Nervensystem untrennbar mit unserem Verstand verbunden. Da die meisten Vorgänge aber unterbewußt ablaufen, ist auch der größte Teil der Schöpfung unserer bewußten Wahrnehmung entzogen. Ein Unterfangen, die gesamte Schöpfung verstandesmäßig zu erklären, ist zum Scheitern verurteilt. Durch systematisches Üben können wir die Domäne des Unterbewußten allerdings direkt beeinflussen und Zugriff auf die sogenannten ‘Wunder des Lebens’ erlangen. Es gelingt aber nicht auf Anhieb, sondern durch Beharrlichkeit, Disziplin und das bewußte Einsetzen aufbauender Denkvorgänge.

2:2

Die logischen Abläufe des Unterbewußtseins gehen mit einer Gewißheit und Regelmäßigkeit voran, die unmöglich wäre, wenn es die Möglichkeit eines Fehlers gäbe. Unser Unterbewußtsein ist so geschaffen, daß es uns auf die wichtigsten Grundlagen der Wahrnehmung vorbereitet, während wir nicht die geringste Vorstellung über die eigentliche Vorgehensweise haben.

Gut aufgepaßt: Das Unterbewußtsein führt lediglich aus, es argumentiert nicht! All das, was von Dir als Gedanke oder – verstärkt – als Gefühl unterhalten und gehegt wird, wird vom Unterbewußtsein aufgenommen und umgesetzt. Daraus ergibt sich dann Deine Realität – Dein Leben. Wenn Dir das auf irgendeine Weise nicht gefällt, kannst Du Dir die Tatsache, daß das Unterbewußtsein nicht argumentiert, zunutze machen und es mit neuen, lebensrichtigen Informationen (Gedanken und Gefühlen) versehen, welche dort zuverlässig umgesetzt werden.

2:3

Die unterbewußte Seele arbeitet wie ein wohlmeinender Fremder und schafft Vorräte zu unserem Nutzen und schüttet nur die reife Frucht in unseren Schoß. Somit zeigt die Analyse der Denkvorgänge, daß das Unterbewußtsein die Bühne der wichtigsten geistigen Phänomene ist.

Mit ‘Bühne der wichtigsten geistigen Phänomene’ meint Haanel, daß in der Domäne des Unterbewußtseins Personen, Orte oder Umstände keine Rolle spielen. Allein das vermittelte Gefühl zählt, und Personen, Orte und Umstände sind lediglich Hilfsmittel, um dieses Gefühl zu erreichen und aufrecht zu erhalten. Tun sie das nicht mehr, gibt es rein technisch keine Resonanz (Widerhall) mehr, keine Verstärkung von gleichartigen Schwingungen und somit keine Lebenskraft. Wir orientieren uns dann um und suchen uns neue Hilfsmittel, die uns dabei dienlich sind, das Gefühl von Freude, Harmonie und Glückseligkeit zu erlangen. Das erklärt auch, warum wir uns neue Lebenspartner suchen, umziehen oder uns anderen Themen zuwenden, wie gegenwärtig dem Master Key System.

2:4

Es ist durch dieses Unterbewußtsein, daß Shakespeare nahezu mühelos großartige Wahrheiten vernommen hat, die dem bewußten Verstand seiner Schüler verborgen blieben; daß Phidias Marmor und Bronze geformt, Raphael Madonnen gemalt und Beethoven Symphonien komponiert hat.

Das ist in etwa wie Laufen oder Fahrradfahren. Leichtigkeit entsteht nicht durch ständiges Denken an etwas, sondern dadurch, daß es aus unserem Wachbewußtsein raus ist, sich in der Domäne des Unterbewußtseins eingepflanzt hat und dort zuverlässig und mit Leichtigkeit wirkt. Dazu später noch viel mehr, wenn es um Konzentration geht, denn durch Konzentration beeinflußt Du Dein Unterbewußtsein.

2:5

Leichtigkeit und Perfektion sind gänzlich abhänging von dem Grad, an dem wir aufhören, von unserem (Wach-) Bewußtsein abhängig zu sein. Klavier spielen, Schlittschuhlaufen, auf der Tastatur schreiben, geschickte Geschäftsabwicklungen, sie alle hängen zu ihrer perfekten Durchführung von den Vorgängen des Unterbewußtseins ab. Das Wunder, ein großartiges Klavierstück zu spielen, währenddessen aber noch eine lebhafte Unterhaltung zu führen, zeigt die Größe unserer unterbewußten Kräfte.

Nichts, was in unserem Leben gut und ‘wie geschmiert’ funktioniert, tut das, weil wir groß darüber nachdenken. Alle lebenswichtigen Prozesse laufen unterbewußt ab. Über den Verstand nehmen wir lediglich die Auswirkungen wahr, aber der Verstand hat auf die Schöpfung direkt keinen Einfluß. Es ist das Unterbewußtsein, welches mit dem Großen Ganzen verbunden ist. Der Verstand ist lediglich dazu da, Dich in Einklang mit dem Großen Ganzen zu bringen. Der Rest geschieht dann automatisch und wohlwollend, weil es Gesetzmäßigkeiten unterliegt.

2:6

Wir sind uns alle bewußt, wie abhängig wir vom Unter­bewußtsein sind, und je großartiger, nobler und brillanter unsere Gedanken, desto offensichtlicher wird es uns, daß der Ursprung außerhalb unseres gelehrten Verstandes liegt. Wir finden uns ausgestattet mit Takt, Instinkt, einem Sinn für das Schöne in Kunst und Musik, dessen Ursprung oder Aufenthaltsort wir uns aber völlig unbewußt sind.

Darum geht es hier genau: Du orientierst Dich um. Du entwickelst Fähigkeiten, die eine bestimmte Qualität haben. Takt, Instinkt, einen Sinn fürs Schöne, Erhabene und Wohlwollende, und das nicht nur für Dich selbst, sondern auch für Deine Mitmenschen. Es ist ein Schritt vom ‘ich’ zum ‘wir’.

2:7

Der Wert des Unterbewußtseins ist enorm: es inspiriert uns; es warnt uns; es liefert uns Namen, Fakten und Szenen aus dem Lagerhaus des Gedächtnisses. Es leitet unsere Gedanken und Geschmacksrichtungen und erfüllt so schwierige Aufgaben, daß kein bewußter Verstand, selbst wenn er die Kapazität dafür hätte, auch nur die Kraft dazu besäße.

Die letzte Aussage ist von großer Bedeutung. Der bewußte Verstand kann gar nicht nachvollziehen, was auf der schöpferischen Ebene alles abläuft. Du kannst Dich schrittweise nähern, und es mag Dir Befriedigung verschaffen, aber bedenke, daß Du, sobald Du Deine Aufmerksamkeit auf eine Sache richtest, unzähliger anderer Sachen nicht bewußt wirst, weil Du dort nicht vorhanden bist. Das läßt sich im täglichen Leben übrigens auch schön auf Nachrichten übertragen. Während Du meinst, daß eine Nachricht wichtig ist, entgehen Dir gleichzeitig unzählige andere. Morgen ist dann wieder etwas Neues dran, und so geht es fröhlich weiter, weshalb so wichtig ist zu entscheiden, womit man sich befaßt, denn das wird unweigerlich zu dem, was wir Leben nennen.

2:8

Wir können reden, wie wir wollen; wir können den Arm heben, wann immer wir wollen; wir können durch unsere Augen und Ohren jedem Thema nach Gutdünken Aufmerksamkeit schenken. Auf der anderen Seite können wir weder den Herzschlag stoppen noch den Blutkreislauf; noch das Wachstum unserer Gestalt; noch die Bildung von Nerven und Muskelgewebe; noch das Wachstum von Knochen und noch vieler anderer, lebenswichtiger Vorgänge.

Stoppen können wir diese Vorgänge nicht, aber wir können sie beeinflussen, da die dazu benötigten Zellen Intelligenz besitzen und auf unsere Anweisungen reagieren. Erinnere Dich daran, daß Geistigkeit das erste Hermetische Prinzip ist. Das heißt, daß die geistigen Schwingungen die höchsten sind, die es gibt, und daß dadurch andere Formen beeinflußt werden können. In der Tat erinnerst Du das die ganze Zeit über, nur halt unbewußt. Mit diesem neuen Wissen wird Dir ein Zepter der Macht in die Hand gelegt, mit dem Du Dein Leben in genau die Richtung steuern kannst, die Du bewußt durch Deine Absicht, Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit vorgibst.

2:9

Wenn wir diese beiden Handlungsweisen miteinander vergleichen: Die eine bestimmt durch das Wollen zu einer bestimmten Zeit, die andere in majestätischer, rhythmischer Art voranschreitend, keiner Schwankung unterliegend, jedoch in jedem Moment gleichbleibend, dann können wir nur in Bewunderung der letzteren sein und nach der Aufklärung dieses Geheimnisses fragen. Wir sehen umgehend, daß es sich hier um die lebenswichtigen Vorgänge unseres körperlichen Lebens handelt. Somit können wir den Rückschluß nicht vermeiden, daß all diese überaus wichtigen Funktionen bewußt von der mit Schwankungen und Veränderungen behafteten Domäne des äußeren Willens ferngehalten werden und der Leitung einer dauerhaften und verläßlichen Macht in uns unterstellt sind.

Hier finden wir wieder einen Verweis auf die unendliche Macht in uns. Während der Verstand eine bestimmte und überaus wichtige Aufgabe hat, findet die Verwirklichung mit einer verblüffenden Verläßlichkeit im Unterbewußtsein statt. Daher zielt das Master-Key-System-Studium darauf ab, durch Wiederholung neue Gedankenprozesse zur Gewohnheit werden zu lassen, dann automatisch und schließlich unterbewußt. Die Saat, die Du gesät hast, ist dann aufgegangen und hat sich für Dich verwirklicht.

2:10

Von diesen beiden Kräften wurde die äußerliche und sich wechselnde ‚Bewußtsein‘ oder ‚Objektiver Verstand‘ genannt (der sich mit äußerlichen Objekten befaßt). Die innere Kraft wurde ‚Unterbewußtsein‘ oder ‚Subjektiver Verstand‘ genannt, und neben ihrer Arbeit auf der geistigen Ebene steuert sie die regulären Funktionen, die das körperliche Leben überhaupt erst möglich machen.

Das Unterbewußtsein hat eine Dualfunktion. Einerseits Leben – Gesundheit – auszudrücken, andererseits aus der Domäne des Geistigen – des Unendlichen und Vollkommenen – all das Material anzuziehen, welches es bedarf, Leben auszudrücken.

2:11

Es ist unabdingbar, ein klares Verständnis ihrer jeweiligen Funktionen auf der geistigen Ebene zu haben, wie auch gewisser anderer grundlegender Prinzipien. Wahrnehmend und handelnd durch die fünf Sinne befaßt sich der bewußte Verstand mit den Eindrücken und Objekten des äußeren Lebens.

Mit den gewissen anderen grundlegenden Prinzipien meint Haanel die 6 weiteren Hermetischen Prinzipien.

2:12

Er besitzt die Fähigkeit der Unterscheidung und trägt die Verantwortung der Auswahl. Er besitzt die Kraft des Urteilsvermögens – ob induktiv, deduktiv, analytisch oder syllogistisch – und diese Kraft kann zu einem hohen Maße entwickelt werden. Er ist der Sitz des Willens, mit all den Energien, die aus ihm herausfließen.

Für Dich als Studenten bedeutet das, daß Du zunächst einmal die wichtige Rolle des Verstandes erkennst und ihn dann entsprechend einsetzt. In der Praxis wird sich das dadurch zeigen, daß Du das, was sich Dir im Außen präsentiert, mit anderen Augen betrachtest. Du nimmst eine Beobachterrolle ein – für Dich selbst wie auch für andere. Du wirst immer bewußter entscheiden, mit welchen Menschen Du Zeit verbringst oder welchen Informationen oder Situationen Du Dich aussetzt. Metaphysisch ausgedrückt bedeutet das, daß Du Dich von nun an bewußt mit Menschen, Orten oder Umständen in Resonanz einfindest, während es bis dato eher gewohnheitsmäßig vorgegeben wurde.

2:13

Er kann nicht nur andere beeinflussen, er kann auch das Unterbewußtsein steuern. Auf diese Art und Weise wird der bewußte Verstand zu einem verantwortungsvollen Herrscher und Hüter über das Unterbewußtsein. Es ist diese hochgradige Funktion, welche die Umstände Deines Lebens vollständig umdrehen kann.

Lies Dir diesen Abschnitt noch einmal genau durch. Mithilfe des bewußten Verstandes kannst Du Deine Lebensumstände komplett drehen. Es ist ein Hinweis auf die Dir jederzeit zur Verfügung stehende schöpferische Macht des Gedankens, denn zu keiner Zeit ist irgendwo geschrieben, wie oder was Du denken mußt. Das entscheidest Du ganz allein, oder es wird für Dich entschieden. Im letzteren Fall bekommst Du dann aber das, was andere Dir zugedacht haben, und das ist das, was sie für sich wollen und nicht unbedingt das, was Du für Dich willst.

2:14

Es ist oft wahr, daß uns Zustände wie Angst, Sorge, Armut, Krankheit, Disharmonie und Böses aller Art aufgrund falscher Vorschläge dominieren, welche vom unbewachten Unterbewußtsein akzeptiert wurden. All das kann von einem trainierten Verstand gänzlich verhindert werden, und zwar durch aufmerksame, vorbeugende Handlungen. Er kann wahrhaft ‚der Wächter vor dem Tor‘ der großartigen unterbewußten Domäne genannt werden.

Du erkennst, daß es hier um Training geht, nicht um das bloße Aufnehmen von Wissen. Es geht darum, Deinen Wächter vor dem Tor so zu schulen, daß er keine lebenswidrigen Informationen mehr ans Unterbewußtsein weiterleitet. Es geht darum, so lange bewußt zu filtern, bis auch dieser Vorgang zur Gewohnheit geworden ist, dann automatisch, und dann zu Dir selbst. An dem Punkt ist das, was Du anfänglich immer wieder gedacht hast, zu einem Teil von Dir geworden, über den Du Dir keine Gedanken mehr machen mußt. Wende dieses Wissen bei Deinem täglichen Medien- und Produktkonsum an, aber auch bei den Menschen, mit denen Du Dich umgibst.

2:15

Ein Autor hat den Hauptunterschied zwischen diesen beiden Phasen des Bewußtseins so ausgedrückt: „Verstand ist begründender Wille. Unterbewußtsein ist instinktives Verlangen – es ist das Ergebnis von vorangegangenem, begründendem Willen.“

Wenn etwas für Dich unterbewußt geworden ist, verlangst Du es instinktiv und begründest es nicht mehr willentlich. Es geschieht dann ‘wie von selbst’.

2:16

Das Unterbewußtsein zieht gerechte und genaue Schlüsse aus den Vorgaben externer Quellen. Wo die Vorgabe wahr ist, kommt das Unterbewußtsein zu einer fehlerlosen Schlußfolgerung. Wo aber die Vorgabe oder der Vorschlag fehlerhaft ist, fällt die gesamte Struktur zusammen. Das Unterbewußtsein schaltet sich nicht in den Vorgang der Beweisführung ein. Es verläßt sich auf das Bewußtsein, den ‚Wächter vor dem Tor‘, um es vor falschen Eindrücken zu bewahren.

Die gesamte Struktur fällt deswegen zusammen, weil fehlerbehaftete Gedanken oder Konstrukte kein Prinzip haben, keinen Bestand, keine Struktur und keine Integrität. Sie besitzen keine aus sich heraus bestehende Stärke und Substanz. Das ist sehr wichtig zu verstehen, denn es geht beim Master-Key-System-Studium ja darum, zu erkennen, was die Wahrheit ist – was Prinzip hat. Diese Wahrheit gilt es dann so oft bewußt (gedanklich, verbal und durch Gefühle und Handlungen) auszudrücken, bis auch sie Einlaß in die Domäne des Unterbewußtseins gefunden hat.

2:17

Alle Vorschläge als wahr annehmend, geht das Unterbewußtsein in der umfangreichen Domäne seines enormen Wirkungsbereichs umgehend darauf ein. Das Bewußtsein kann entweder Wahrheit oder Fehler vorschlagen. Wenn es Letzteres ist, dann auf Kosten einer weitreichenden Gefahr für das gesamte Wesen.

Das Unterbewußtsein ist schöpferisch. Es fragt nicht mehr nach, wenn Du etwas Fehlerhaftes weitergeleitet hast. Es setzt auch das um. Fehler definieren sich dadurch, daß sie im wahrsten Sinne des Wortes unberechenbar sind. Das steht aber der Ordnung und Struktur des Lebens gegenüber. Somit führen Fehler zur Zerstörung von Leben, wenn sie durch Gedanken aufrechterhalten werden.

2:18

Das Bewußtsein sollte zu jeder wachen Stunde aufmerksam sein. Wenn der ‚Wächter vor dem Tor‘ außer Dienst oder nicht achtsam ist, oder wenn sein ruhiges Urteilsvermögen unter den verschiedensten Umständen außer Kraft gesetzt ist, dann ist das Unterbewußtsein ungeschützt und somit offen für Vorschläge jeglichen Ursprungs. Während der wilden Aufregung einer Panik oder eines Angstanfalls oder auf den Impuls eines verantwortungslosen Mobs hin, oder während ungezügelter Leidenschaft, sind die Bedingungen am gefährlichsten. Das Unterbewußtsein ist dann offen gegenüber Vorschlägen von Angst, Haß, Eigensinnigkeit, Gier, Selbstabwertung und anderen negativen Kräften, entstanden durch umgebende Personen oder Umstände. Das Ergebnis ist für gewöhnlich in höchstem Maße ungesund, mit Auswirkungen, die die Notlage auf lange Zeit bestehen lassen können. Deshalb ist es so wichtig, das Unterbewußtsein vor falschen Eindrücken zu bewahren.

Ein sehr passendes Beispiel hier ist Fernsehen. Wenn Du fernsiehst, nimmst Du die Gedankenformen anderer Menschen auf. Bei Nachrichten nimmst Du oftmals auch die Gefühle anderer Menschen in weit von Dir entfernten Gebieten auf, fragst Dich aber nicht, ob Dir das auch wirklich dienlich ist. In den meisten Fällen wird die Antwort ein klares Nein sein, weshalb Du mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Zeit u.a. Deinen TV Konsum drastisch einschränken wirst, ohne ihn aber nur ansatzweise zu vermissen.

Eigene Gedanken denkst Du in der Stille, in der Abgeschiedenheit, die Du mehr und mehr aufsuchen wirst – fernab von den Einflüssen anderer Menschen. Dort kommst Du zu neuen Einsichten und Erkenntnissen, die Du dann konsequent in die Tat umsetzt.

2:19

Das Unterbewußtsein wird durch Eingebung wahrgenommen. Seine Vorgänge sind folglich sehr schnell. Es wartet nicht auf die langsamen Methoden der bewußten Beweisführung. Es kann sie in der Tat gar nicht einsetzen.

‘Das Unterbewußtsein vernimmt (erkennt, empfindet) durch Eingebung.’ Die langsamen Methoden des Objektiven Verstandes sind für das Unterbewußtsein nicht von Nutzen. Genau deshalb zielt das Master-Key-System-Studium auch darauf ab, Deine Eingebung zu schulen. Du stellst dadurch eine direkte und vor allem schnelle Verbindung zwischen Dir und der Schöpfung her. So erlangst Du eine Verhaltenssicherheit, die Dir in allen Situationen zur Seite steht.

2:20

Das Unterbewußtsein ruht nie, erholt sich nie, ebenso wenig wie Dein Herz oder Blut. Es wurde herausgefunden, daß das schlichte Vorgeben bestimmter zu erreichender Dinge Kräfte im Unterbewußtsein in Bewegung setzt, die zu dem erwünschten Ergebnis führen. Hiermit gibt es dann eine Kraft, die uns mit der Allmacht in Verbindung bringt. Darin liegt ein tiefgreifendes Prinzip, welches unser aufrichtiges Studium verdient.

Das ist das ‘Dschinn Prinzip’, ‘Aladins Wunderlampe’, ‘Dein Wunsch ist mir Befehl’. Es gibt hier keinerlei Einschränkungen, was Du Dir vorstellen kannst – was Du dem Unterbewußtsein befehligen kannst. Je ausgebildeter Deine Vorstellungskraft, desto grandioser und umfangreicher die Bilder, die Du Dir im Geiste schaffst und anschließend im Außen verwirklichst.

2:21

Die Verfahrensweise dieses Gesetzes ist interessant. Diejenigen, die es in die Tat umsetzen, werden feststellen, daß, wenn sie eine Person treffen, mit der sie ein schwieriges Gespräch erwarten, jemand schon vorher da war und die angeblichen Schwierigkeiten aus der Welt geschaffen hat; daß alles anders ist; daß alles harmonisch ist. Sie stellen fest, daß, wenn sich ein schwieriges Geschäftsproblem darstellt, sie es sich leisten können, die Entscheidung zu vertagen, und irgendwas schlägt dann die richtige Lösung vor; alles ist feinsäuberlich angeordnet. In der Tat stellen diejenigen fest, die gelernt haben, dem Unterbewußtsein zu vertrauen, daß ihnen unendliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Das ist das Vertrauen, das sich für die Menschen entwickelt, die um ihr Unterbewußtsein und deren Macht wissen. Da gibt es keine Hektik oder Streß, sondern der gesamte Vorgang ist geprägt von Wissen, Einsicht, Souveränität, Gelassenheit und innerer Ruhe, aus der dann wieder intelligente Entscheidungen hervortreten. Es ist das Merkmal eines Menschen, der intuitiv die richtigen Entscheidungen trifft, ohne groß analysieren zu müssen.

2:22

Das Unterbewußtsein ist der Sitz unserer Prinzipien und unserer Sehnsüchte. Es ist die Quelle unserer künstlerischen und gönnerhaften Ideale. Diese Instinkte und angeborenen Prinzipien können nur mithilfe eines durchdachten und schrittweisen Unterminierungsprozesses außer Kraft gesetzt werden.

Es ist genau dieser Unterminierungsprozeß, der durch äußere Kanäle, u.a. die Medien, sowie familiäre, kulturelle und religiöse Einflüsse stattfindet, ohne daß er erkannt wird. So kann er auch nicht abgestellt werden. Daher heißt es, hier ganz besondere Vorsicht walten zu lassen und Gewohntes grundsätzlich zu hinterfragen, vor allem dann, wenn sich Dinge nicht gut anfühlen.

2:23

Das Unterbewußtsein kann nicht kontrovers argumentieren. Dementsprechend, wenn es falsche Vorschläge angenommen hat, besteht eine sichere Methode, diese zu überwinden, in einem starken, oft wiederholten Gegenargument. Diesen muß das Unterbewußtsein akzeptieren. Somit bildet es neue und gesunde Gewohnheiten des Denkens und Lebens, da es der Sitz der Gewohnheiten ist. Was wir regelmäßig wiederholen, wird mechanisch. Es ist nicht länger ein Denkvorgang, sondern hat tiefe Furchen durch das Unterbewußtsein gezogen. Das ist für uns von Vorteil, wenn die Gewohnheit ganzheitlich und richtig ist. Wenn sie schadhaft und falsch ist, liegt die Lösung in der Anerkennung der Allmacht des Unterbewußtseins und dem Vorschlag gegenwärtiger, vorhandener Freiheit. Das Unterbewußtsein, schöpferisch wie es ist und eins mit dem Göttlichen Ursprung, wird sofort die vorgeschlagene Freiheit erschaffen.

Der starke, oft wiederholte Gegenvorschlag ist ein Grundpfeiler des Master Key Systems und ein Thema, daß Dich auf absehbare Zeit begleiten wird. Dieser Gegenvorschlag ist es, der immer wieder unterbreitet werden muß, wenn man sich dabei ertappt, daß man etwas ‘Schlechtes’ denkt, ausspricht oder schlecht handelt. Das Wiederholen schafft neue Gewohnheiten; mit der Zeit fällt es einem immer einfacher, das Neue (‘Gute’) zu denken, womit man das Alte (‘Schlechte’) schrittweise aber konsequent und dauerhaft hinter sich läßt. Das ist die geistige Arbeit, die es zu verrichten gilt – die Arbeit an sich selbst, den eigenen Gedanken und Gewohnheiten.

2:24

Um es zusammenzufassen: Die normalen Funktionen des Unterbewußtseins auf der körperlichen Seite drehen sich um die regulären und lebenswichtigen Abläufe. Dazu gehört das Bewahren des Lebens und die Wiederherstellung der Gesundheit, aber auch die Pflege des Nachwuchses, was den instinktiven Wunsch beinhaltet, alles Leben zu bewahren und Zustände allgemein zu verbessern.

‘ … alles Leben zu bewahren und Zustände allgemein zu verbessern.’ Es ist genau dieser Grund, warum Du mit dem Master Key System lernst, was es mit dem Unterbewußtsein auf sich hat und wie Du Dir seine Eigenschaften zunutze machen kannst: Leben bewahren und Zustände verbessern! Laß Dir das mal richtig auf der Zunge zergehen!

2:25

Auf der mentalen Seite ist es das Lagerhaus des Gedächtnisses; es beherbergt wunderbare Gedankenboten, die ungehindert von Raum und Zeit ans Werk gehen. Es ist die Quelle praktischer Initiative und der aufbauenden Kräfte des Lebens; es ist der Sitz der Gewohnheiten.

‘Sitz der Gewohnheiten’. Auf Deutsch heißt das: Das Ergebnis von Übung und Wiederholung; etwas immer wieder tun, bis es zur Gewohnheit geworden ist.

2:26

Auf der geistigen Seite ist es die Quelle der Ideale, des Strebens, der Vorstellungskraft, und es ist der Kanal, durch den wir unsere Göttliche Quelle erkennen. Gleichermaßen kommen wir zu einem Verständnis der Quelle dieser Kraft durch die Anerkennung dieser Göttlichkeit.

Es gilt, unsere eigene Göttlichkeit – unsere Schöpferkraft – zu erkennen und in Anspruch zu nehmen. Durch unsere Ideale, unser Streben und unsere Vorstellungskraft können wir neue Umstände herbeiführen. In der Tat tun wir das seit jeher, aber nun leben wir es bewußt und systematisch und auf unserem eigenen Willen beruhend, anstatt das still weiterzuführen, was uns andere – Achtung! – vor-gesehen oder zu-gedacht haben.

2:27

Einige von uns werden fragen: „Warum kann das Unterbewußtsein Zustände ändern?“ Die Antwort lautet: Weil das Unterbewußtsein Teil des Universellen Bewußtseins ist, und ein Teil muß in Art und Qualität gleich sein wie das Ganze; der Unterschied ist lediglich ein gradueller. Das Ganze – wie wir wissen – ist schöpferisch. In der Tat, es ist der einzige Schöpfer überhaupt. Somit stellen wir fest, daß Bewußtsein schöpferisch ist, und weil Denken die einzige Aktivität ist, die der Verstand besitzt, muß der Gedanke ebenso schöpferisch sein.

Aufgepaßt! Der Unterschied ist lediglich ein gradueller. Das Unterbewußtsein und das Universelle Bewußtsein sind gleich in Art und Qualität, weil es die Rolle des Universellen Bewußtseins ist, Leben auszudrücken. So stehen Dir über das Unterbewußtsein unendliche Ressourcen zur Verfügung – sie müssen halt nur in Anspruch genommen werden. Die Inanspruchnahme kann durch Dich, aber – wie oben erwähnt – auch durch andere geschehen.

2:28

Wir werden aber feststellen, daß es einen Riesenunterschied zwischen ‚einfach nur denken‘ und dem bewußten, systematischen und aufbauenden Steuern unseres Denkens gibt. Wenn wir das tun, bringen wir unser Bewußtsein in Einklang mit dem Universellen Bewußtsein. Wir kommen in Einklang mit dem Unendlichen; wir setzen die mächtigste bestehende Macht in Bewegung – die schöpferische Kraft des Universellen Bewußtseins. Dieses, wie auch alles andere, unterliegt einem natürlichen Gesetz, und dieses Gesetz ist ‚das Gesetz der Anziehung‘. Es besagt, daß Bewußtsein schöpferisch ist und daß es automatisch mit dem Objekt in Wechselbeziehung steht, welches es zur Darstellung bringt.

Eigentlich ist es nicht schwer zu verstehen, aber es ist genau dieser Aspekt des Bewußt-seins, der uns in Einklang mit dem Universellen Bewußtsein bringt. Da die Schöpfung Gesetzmäßigkeiten unterliegt, bedeutet das, daß hier Struktur, Ordnung und System eine Rolle spielen. Wenn Du als Individuum nun auch diese Komponenten mit einbeziehst, wird sich Deine Realität ent-sprechend darstellen. Schlichtes Denken – oder eher: Gedanken haben – macht Platz für einen systematischen, kontrollierten und aufbauenden Vorgang. Es ist ja Dein Ziel, mehr Reichtum, mehr Liebe und mehr Gesundheit in Dein Leben zu integrieren. Das sind allesamt aufbauende, sprich konstruktive Vorgänge, die von weniger zu mehr führen.

2:29

Letzte Woche habe ich Dir eine Übung gegeben, mit dem Zweck des Erlangens der Kontrolle über Deinen physischen Körper. Wenn Dir das gelungen ist, bist Du bereit für den nächsten Schritt. Dieses Mal wirst Du damit beginnen, Deine Gedanken zu kontrollieren. Nimm immer denselben Raum, denselben Stuhl und – wenn möglich – dieselbe Position ein. In manchen Fällen mag es nicht möglich sein, denselben Raum zu benutzen; mache dann einfach das Beste aus der Dir zur Verfügung stehenden Situation. Sei nun – wie schon zuvor – vollkommen still, aber hindere alle Gedanken (in ihrem Fluß). Das wird Dir Kontrolle über jegliche Gedanken von Sorge, Ärger und Angst geben und Dich befähigen, nur die Art von Gedanken zu hegen, die Du Dir auch wünschst. Führe dies so lange durch, bis Du völlige Meisterschaft darin erlangt hast.

Bei den Übungen gilt es zu beachten, daß sie systematisch aufeinander aufbauen. Ohne die Körperkontrolle im ersten Kapitel ist keine Gedankenkontrolle oder -abbremsung in diesem Kapitel möglich. Deine Fähigkeit, die Gedanken zu steuern, führt nächste Woche dazu, bestimmte gedankliche Anweisungen zu geben, womit auch dort der systematische Vorgang nochmals deutlich wird.

Es geht bei dieser Übung nicht darum, die Gedanken abzustellen, sondern sich ihrer gewahr zu werden und in gewisser Hinsicht abzubremsen. Du sollst dadurch erkennen lernen, wie viele Gedanken in jedem Augenblick Zugang zu Dir suchen – Gedanken, die, wenn sie nicht von Dir kontrolliert und gegebenenfalls abgewiesen werden, ans Unterbewußtsein weitergeleitet werden und dort keiner weiteren Bewertung unterzogen werden.

2:30

Du wirst das für nicht länger als ein paar Momente umsetzen können, aber die Übung ist wertvoll, da sie eine praktische Demonstration der großen Anzahl von Gedanken ist, die ständig Zugang zu Deiner geistigen Welt suchen.

Betrachte die Gedanken hier genau, denn viele sind einfach nur Konditionierung. Du kannst sie als zusätzliche Übung aufnehmen. Einfach nur die Worte als Tondatei aufnehmen oder sie aufschreiben. Dann hinterfrage, wo sie herkommen, ob sie Deine sind und ob sie Dir dienlich sind. Diese Übung wirst Du im täglichen Leben auf die Schnelle immer öfter durchführen, denn nur so bist Du in der Lage, die Gedanken geistig ‘zu durchkreuzen’ und sie dadurch zu hindern, sich in Dir festsetzen.

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Nächste Woche wirst Du Anweisungen für eine Übung erhalten, die etwas interessanter ist; zunächst mußt Du aber diese hier meistern.

Meisterschaft impliziert Erfolg. Meisterschaft bedeutet, von einem Erfolg zum anderen zu schreiten; Dinge zu erkennen, sie entsprechend einzuordnen oder zu absolvieren, um dann ‘den Deckel drauf zu machen’ und sich mit dem nächsten zu befassen. Erfolg ist immer auch Abschluß und Vollendung.

Fragen und Antworten

  1. Was sind die zwei Modi geistiger Aktivität?
    Bewußt und unterbewußt.
  2. Wovon hängen Leichtigkeit und Perfektion ab?
    Leichtigkeit und Perfektion hängen gänzlich von dem Grad ab, zu dem wir aufhören, von unserem Verstand abhängig zu sein.
  3. Was ist der Wert des Unterbewußtseins?
    Er ist enorm. Es leitet uns, warnt uns, steuert die lebenswichtigen Vorgänge und ist der Sitz des Gedächtnisses.
  4. Welche Funktionen gehören zum Verstand?
    Er hat die Fähigkeit der Unterscheidung; er hat die Kraft des Urteilen; er ist der Sitz des Willens, und er kann auf das Unterbewußtsein einwirken.
  5. Wie wurde der Unterschied zwischen dem Verstand und dem Unterbewußtsein ausgedrückt?
    „Verstand ist urteilender Wille. Unterbewußtsein ist instinktives Verlangen, das Ergebnis von urteilendem Willen in der Vergangenheit.“
  6. Welche Methode ist notwendig, um das Unterbewußtsein zu beeinflussen?
    Gebe geistig vor, was von Dir gewollt ist.
  7. Was wird das Ergebnis sein?
    Wenn der Wunsch im Einklang mit der Vorwärtsbewegung des Ganzen ist, werden Kräfte in Bewegung gesetzt, die das Ergebnis herbeiführen.
  8. Was ist das Ergebnis des Wirkens dieses Gesetzes?
    Unsere Umgebung spiegelt Umstände wider, die im Zusammenhang mit unser vorherrschenden Geisteshaltung stehen.
  9. Wie heißt dieses Gesetz?
    Das Gesetz der Anziehung.
  10. Wie wird das Gesetz ausgedrückt?
    Denken ist eine schöpferische Energie und wird automatisch in Wechselbeziehung zu dem Objekt stehen und es zur Darstellung bringen.
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