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Teil 4 – Das wahre ICH

Herzlichen Glückwunsch, denn nach diesem Teil bist Du schon mindestens einen Monat dabei. Das ist eine tolle Leistung, sind doch die ersten 4 Wochen die schwierigsten. Hier, bei Teil 4, wirst Du wohl die bislang größte Erleuchtung erlangen. Nimm ihn deshalb besonders sorgfältig durch.

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Helmars Anmerkungen

In diesem Teil geht es um das wahre ‚Ich‘. Dieses ist weder Dein Körper, noch Dein Verstand. Du bist sie nicht, sondern sie sind von Dir! Beide sind Hilfsmittel zur Ausführung von Vorgängen, die das repräsentieren, was Du Dein Leben nennst. Verstehst Du? Du benutzt Deinen Verstand, um Dich mittels Gedanken, Worten und Handlungen auszudrücken. Das bedeutet, daß all das, was Du im Außen wahrnimmst, ein Teil von Dir ist, weil Du dafür aufnahmefähig bist; sonst würdest Du es gar nicht registrieren. Wie ausgeprägt dieser Teil allerdings ist, das entscheidest Du selbst. Wenn nicht, dann entscheiden andere darüber, aber entschieden wird in jedem Fall.

Das wahre ‚Ich‘ ist also spiritueller Natur – ihm stehen unendliche Möglichkeiten zur Verfügung. Da im geistigen Raum Gleiches Gleiches anzieht, hängt unser Wohlergehen von der Berücksichtigung des Gesamtinteresses ab. Das heißt nichts anderes, als daß wir a) nicht selbstsüchtig handeln sollen und b) uns nicht gegen das Außen oder eine Person auflehnen sollten. Widerstand, und das weißt Du aus Teil 1, erzeugt noch mehr Widerstand, und das kann Dir wahrlich nicht dienlich sein.

Das, was wir erhalten werden, steht in direkter Verbindung zu unserer Anstrengung. Positiv zu denken ist schön, aber nur ein Anfang. Mit dem Erkennen unseres wahren ‚Ich‘ lösen sich viele Knoten, denn damit einher geht ein direkter Energiefluß, der sich aus dem Universellen in Dich ergießt – vielleicht der erste wahre Schritt zur Erleuchtung. Bisher hast Du Dich ja eher bedeckt gehalten, während sich durch Deine geistige Inanspruchnahme nun alle Schleusen öffnen.

Selbstverleugnung führt nicht zum Ziel, denn Leben will sich auf vielfältige Art ausdrücken. Wir als Menschen sind der Kanal, durch den das geschieht. Das mit dem Kanal sollte fologendermaßen verstanden werden: durch unsere Anerkennung öffnet sich ein Energie- und somit Informationsfluß. Es muß also nichts erschaffen werden, denn im Universellen ist es bereits vorhanden. Wenn wir das aber nicht anerkennen und uns nicht verfügbar machen daran teilzuhaben, wie soll sich unser Leben dann auch verbessern? Das Wissen um Deine Verbindung zum Universellen und den Mechanismus – Denken genannt – diesen Kanal zum Fließen zu bringen, das gehört zum Master Key, dem Universalschlüssel, der dir alle Türen, Tore oder Schleusen öffnet. Einmal offen – und somit ohne Widerstand – fließt es von ganz allein.

Wir lernen, daß je mehr wir geben, um so mehr wir erhalten. Deshalb ist es so wichtig, hohe, erhabene, noble und großartige Gedanken und Ideale zu hegen. Die dazu benötigte Kraft kommt durch Ruhe und Besinnung, denn nur in der Stille können wir wirklich denken, sind wir in der Lage, uns zu konzentrieren, sprich: unsere Gedanken zu bündeln und eins zu werden mit unserem Gedankenobjekt. Das kommt aber in späteren Teilen noch einmal detailliert zur Sprache.

Es ist das Gefühl, das dem Gedanken Lebenskraft verleiht, und dieses Fühlen kommt nur durch Übung. Dieses Fühlen ist so wichtig, weil dadurch neue neuronale Verbindungen im Gehirn erschaffen werden, die sich dann in der Wirklichkeit Ausdruck verschaffen, so wie Dich z.B. eine traurige Nachricht weinen läßt. Durch die Übungen setzen wir eine Verursachungskette in Bewegung. Deren Resultat: Gewohnheit -> Automatisierung -> Sein. Erst wenn wir sind und nicht mehr über etwas nachdenken müssen, haben wir Meisterschaft darin erlangt. Dazu müssen wir aber geistig loslassen und unsere negativen Emotionen abstellen und durch positive ersetzen – lebenswidrige durch lebensrichtige.

Es ist letztlich der Verstand, der uns leitet. Wenn wir uns von unseren Gefühlen leiten lassen, bei denen wir nicht immer wissen, wie sie entstanden sind, kann es dazu kommen, daß sie uns irreführen. Gefühle werden somit vom Verstand bewußt mit dem Ziel eingesetzt, den Gedanken zu stärken und ihm Lebenskraft zu verleihen. Hier sei nochmal daran erinnert, daß es der Hypothalamus ist, der die endokrinen Drüsen direkt steuert, welche für das verantwortlich sind, was wir unsere Gefühlslage nennen.

Zur Übung

Die Übung dieser Woche dreht sich wie angekündigt ums geistige Loslassen, um vollkommene gedankliche Entspannung. Jegliche negative Emotionen wie Haß, Ärger, Neid, Eifersucht, Trauer, Missgunst, Schwierigkeiten und Enttäuschung existieren nicht außerhalb unseres Verstandes. Diese Tatsache befähigt uns, uns von diesen Emotionen durch eine bewußte Anweisung zu trennen. Wir haben freien Willen, und es ist die Beharrlichkeit, die uns zum Ziel führt.

Geistiges Loslassen bedarf Körperkontrolle, Gedankenkontrolle und körperlicher Entspannung. Es bedarf auch Deines Verständnisses, daß Dein wahres Ich geistiger Natur und somit unbegrenzt ist. Diese Unbegrenztheit führt dann zur bewußten Inanspruchnahme dessen, was Du zu verwirklichen suchst. Genau dafür bedarf es des geistigen Loslassens, der totalen gedanklichen Entspannung. Diese gilt es zu üben, bis Du auch darin Meisterschaft erlangt hast.

Das wahre ICH

Hiermit überreiche ich Dir Teil Vier. Dieser Teil wird Dir zeigen, warum das, was Du denkst, tust oder fühlst, ein Zeichen dessen ist, was Du bist.

Gedanken sind Energie, und Energie ist Macht und Kraft. Weil alle in der Welt bekannten Religionen, Wissenschaften und Philosophien auf der Darstellung dieser Energie gründen, anstatt auf der Energie selbst, war die Welt auf die Wirkungen beschränkt, während die Ursachen ignoriert oder schlichtweg mißverstanden wurden.

Aus diesem Grund haben wir Gott und den Teufel in der Religion, positiv und negativ in der Wissenschaft, sowie gut und böse in der Philosophie.

Der „Master Key“ kehrt diesen Vorgang um; er ist nur an der Ursache interessiert, und die von Studenten erhaltenen Briefe erzählen eine wunderbare Geschichte. Sie zeigen zweifelsfrei auf, daß sie die Ursache finden, durch die sie Gesundheit, Harmonie und Überfluß herbeiführen, oder was immer sie sonst zu ihrem Wohlbefinden und ihrem Glück benötigen.

Das Leben ist ausdrucksstark, und es ist unser Anliegen, uns harmonisch und konstruktiv auszudrücken. Trauer, Missstand, Unglück, Krankheit und Armut sind keine Bedürfnisse, und wir sollten sie ständig, ohne Unterlaß, eliminieren.

Der Vorgang der Eliminierung besteht darin, sich über Beschränkungen jeglicher Art hinwegzusetzen. Derjenige, der seinen Gedanken gestärkt und gereinigt hat, muß sich nicht vor Krankheitserregern fürchten, und derjenige, der zu einem Verständnis des Gesetzes der Fülle gekommen ist, wird sich umgehend zur Quelle der Versorgung hinbegeben.

Deshalb werden Schicksal, Glück und höhere Fügung genau so gelenkt wie der Kapitän sein Schiff oder der Lokführer seinen Zug lenkt.

4:1

Dein ‚Ich‘ ist nicht Dein physischer Körper; dieser ist lediglich ein Hilfsmittel, welches vom ‚Ich‘ zur Durchführung seiner Aufgabe genutzt wird. Das ‚Ich‘ kann nicht der Verstand sein, da der Verstand lediglich ein Hilfsmittel ist, welches vom ‚Ich‘ zum Denken, Urteilen und Planen genutzt wird.

Dieser und die folgenden Sätze gehören zu den wichtigsten im gesamten Master Key System. Hier geht es um ein Erkennen dessen, wer wir wirklich sind. Durch unsere Erziehung und Sozialisierung haben sich viele Menschen hauptsächlich mit ihrem Körper identifiziert. Nun aber ändert sich diese Ansicht, denn wir lernen, daß sowohl Körper als auch Verstand nur Hilfsmittel sind. Das wahre ‘Ich’ wird als eigentliches Steuerelement identifiziert, und darin liegt das Geheimnis allen Erlangens. Da dieses wahre ‘Ich’ geistiger Natur ist, stehen ihm unendliche Ressourcen zur Verfügung, die wie immer nur auf Inanspruchnahme warten.

4:2

Das ‚Ich‘ muß etwas sein, was sowohl den Körper als auch Verstand steuert; etwas, das bestimmt, was sie zu tun haben und wie sie sich verhalten sollen. Wenn Du zur Wahrnehmung der wahren Natur des ‚Ich‘ kommst, wirst Du in den Genuß einer Empfindung von Macht kommen, die Dir bis dato vollkommen unbekannt war.

Das bedeutet in der Praxis, daß Du nach Deiner Anerkennung dieses wahren ‘Ich’ lediglich die anderen Techniken wie Idealisierung, Visualisierung und Konzentration einsetzen mußt, um etwas aus dem Raum des Potentials, des Unsichtbaren, in den Raum der Wirklichkeit zu holen. Grenzen gibt es dabei praktisch nur die, die Du Dir selbst auferlegst.

4:3

Deine Persönlichkeit besteht aus unzähligen individuellen Eigenschaften, Besonderheiten, Gewohnheiten und Charakterzügen. Diese sind das Resultat vorheriger Denkweisen, aber sie haben nichts mit dem wahren ‚Ich‘ zu tun.

Sie haben deshalb nichts mit dem ‘Ich’ zu tun, weil sie Dir durch Deine Lebensumstände zuteilwurden. Dein wahres ‘Ich’ aber ist perfekt und vollkommen und nicht diesen von Menschen erschaffenen Konstrukten unterstellt.

4:4

Wenn Du sagst : ‚Ich denke‘, dann sagt das ‚Ich‘ dem Verstand, was er denken soll. Wenn Du sagst: ‚Ich gehe‘, dann sagt das ‚Ich‘ dem physischen Körper, wohin er gehen soll. Die wahre Natur des ‚Ich‘ ist geistig und der Ursprung der realen Kraft, die zu Männern und Frauen kommt, wenn sie sich ihrer wahren Natur bewußt werden.

Dein ‘Ich’ kannst Du auch als Dein Höheres Selbst bezeichnen. Es ist Deine wahre Identität. Sie entscheidet darüber, wie sich Dein Leben gestaltet. Wenn Du ihren geistigen Ursprung anerkennst und Dir zunutze machst, wirst Du feststellen, daß sich Dein Leben immer wohlwollender und harmonischer darstellt. Vor allem kommst Du dadurch aus der Trennung heraus, die fälschlicherweise durch Deine Sinneswahrnehmung entstanden ist. Wenn Du für all das, was Du über Deine Sinne interpretierst, Verantwortung übernimmst, gibt es auch keinen ‘anderen’ mehr. Es ist alles Deins. Es sind alles nur Konstrukte Deines eigenen Bewußtseins. Das ist ein großer Schritt in Richtung Befreiung und Meisterschaft. Es stärkt Dich und läßt Dich nicht mehr in einer möglichen Opferrolle verharren, aus der heraus verurteilt oder verantwortlich gemacht wird.

4:5

Die großartigste und wundersamste Kraft, die diesem ‚Ich‘ gegeben wurde, ist die Kraft zu denken, aber nur wenige Menschen wissen, wie man konstruktiv oder wahrhaftig denkt. Somit erreichen sie auch nur durchschnittliche Resultate. Die meisten Menschen erlauben es ihren Gedanken, auf selbstsüchtigen Vorhaben zu weilen – das unausweichliche Ergebnis eines kindlichen Gemüts. Wenn das Bewußtsein erwachsen wird, versteht es, daß der Keim der Niederlage in jedem selbstsüchtigen Gedanken steckt.

Mit dem Master Key System lernst Du nicht nur technisch und inhaltlich richtig und auch viel größer zu denken, sondern auch im Sinne Deiner Mitmenschen und über den Eigennutz hinaus. Zuvor wurde uns vor allem im westlichen Kulturkreis vermittelt, daß wir selbst im Mittelpunkt stehen. Nun aber lernen wir, daß all das, was uns nützt, auch allen anderen nützen muß – daß Selbstsucht zur sicheren Niederlage führt, weil es ein Auflehnen gegen die Naturgesetze bedeutet.

4:6

Der trainierte Verstand weiß, daß jede Transaktion jeder Person zugutekommen muß, die damit in Berührung kommt, und daß sich jeglicher Versuch, von der Schwäche, Ignoranz oder dem Bedürfnis anderer zu profitieren, unweigerlich zu seinem Nachteil auswirkt.

Allein diese Aussage wird sich – von Dir im täglichen Leben angewandt – äußerst positiv auf Dein weiteres Leben auswirken, wie auch auf das Leben Deiner Mitmenschen. Das ‘Gemeine’ an Programmierungen und Konditionierungen ist, daß sie unterbewußt sind und nur als Auswirkung vom Verstand registriert werden, von ihm aber zunächst nicht in ihrer Ausführung gehindert werden. So ‘äußerst’ Du automatisch Dinge, an denen Dir nachher auffällt, daß sie entweder nicht wahr waren oder sich zum Nachteil anderer ausgewirkt haben. Nur durch Dein Bewußtwerden erlangst Du schrittweise Kontrolle über solche Verhaltensweisen und wandelst sie ins Gegenteil um.

4:7

Das geschieht, weil das Individuum ein Teil des Universellen ist. Ein Teil kann nicht einen anderen Teil gegen sich auf­bringen, im Gegenteil: das Wohlbefinden eines jeden Teils hängt von der Anerkennung des Gesamtinteresses ab.

Wenn Du als Individuum Dein Augenmerk wieder mehr auf das Gesamtinteresse richtest, ist das eine Ursache, die entsprechende Auswirkungen hat. Das heißt nichts anderes, als daß das Gesamt­interesse auch seine Aufmerksamkeit auf Dich richtet. Dadurch verbessert sich unweigerlich Deine Lebensqualität.

Erkennst Du, wie dieses System schrittweise zu einem kollektiven Anheben aller Wesenheiten auf dem Planeten führt? Wir alle haben eine Verantwortung, die weit über uns als Lebewesen hinausgeht. Wenn wir in unserer eigenen Entwicklung fehlschlagen, behindern wir dadurch nicht nur die Ebenen unterhalb von uns, sondern auch die oberhalb von uns, denn die gibt es sehr wohl.

4:8

Diejenigen, die dieses Prinzip erkennen, haben einen großen Vorteil im Leben. Sie verschleißen nicht; sie können wandernde Gedanken durch Können eliminieren; sie können sich bereitwillig in höchstmöglichem Ausmaß auf jedes Thema konzentrieren; sie verschwenden weder Zeit noch Geld mit Objekten, die für sie keinen möglichen Nutzen haben.

Durch bewußtes, systematisches und konstruktives Denken wird der Nutzen für sich und alle Beteiligten erkannt. Auch hier kommt wieder die Stille ins Spiel, denn nur in ihr ist es möglich, die Gedanken zu bündeln und auf ein bestimmtes Ziel auszurichten. Dort wirst Du Dir des Themas schrittweise bewußt. Es nimmt in Deiner Vorstellungskraft mehr und mehr Form an, und es ergeben sich Wege und Möglichkeiten, die Idee auch zu verwirklichen.

Hier ist Aufmerksamkeit geboten, denn mit dem Verstand kannst Du den schöpferischen Prozeß nicht verstehen und nachvollziehen. Deine Offenheit aber ist es, die Dich auf neue Gelegenheiten aufmerksam macht, die Deinem Ziel dienlich sind. So führt der ursprüngliche Gedanke, stetig im Bewußtsein gehalten, schrittweise dazu, daß er verstärkt wird und so in der äußeren Welt Form annehmen kann.

4:9

Wenn Du diese Dinge nicht tun kannst, dann nur deshalb, weil Du bisher nicht die notwendigen Anstrengungen unternommen hast. Jetzt ist die Zeit, diese Anstrengungen zu unternehmen. Das Ergebnis wird in einem genauen Verhältnis zu den von Dir unternommenen Anstrengungen stehen. Eine der stärksten Bekräftigungen, die Du zum Zweck der Willensstärkung und Verwirklichung Deiner Macht und Kraft einsetzen kannst, ist: „Ich kann sein, was ich zu sein erwille.“ (Das Verb ‚erwille‘ leitet sich aus dem Original ‚will to be‘ ab, was bedeutet, daß etwas durch eine bewußte Willensentscheidung ins Leben gerufen wurde. Das Augenmerk liegt somit auf dem schöpferischen Prozeß, anstatt auf der bloßen Äußerung bezüglich vorhandener Wahlmöglichkeiten seitens des Individuums. Anm. d. Ü.)

Obwohl es anfangs schon erwähnt wurde, wird hier noch einmal verdeutlicht, daß es beim Master Key System nicht darum geht, lediglich das intellektuelle Verständnis zu erweitern und zu verbessern, sondern darum, die Idee dann auch in praktische Werte umzuwandeln. Dieser Schritt muß vollzogen werden, denn wie sonst soll sich etwas in der 3. Dimension darstellen. Es beginnt also alles mit einem Gedanken in Deinem Bewußtsein, führt dann aber dazu, daß Du tatkräftig wirst, und wenn Du in die Handlung übergehst, ist das Resultat praktisch garantiert.

4:10

Jedes Mal, wenn Du das wiederholst, bedenke, was dieses ‚Ich‘ ist. Versuche, zu einem gründlichen Verständnis der wahren Natur des ‚Ich‘ zu kommen. Wenn Du das schaffst, wirst Du unschlagbar sein, vorausgesetzt, Deine Ziele und Absichten sind konstruktiv und somit in Einklang mit den gestalterischen (schöpferischen) Prinzipien des Universums.

Das ist äußerst wichtig zu verstehen, denn es ist dieses Wissen um Dein wahres ‘Ich’, das Dir Kräfte zu teil werden läßt, die Du Dir vor kurzem nicht einmal ansatzweise zugestanden hättest. Haanel sprach im Vorwort ja von einer ‘herausragenden Persönlichkeit’, und diese kann sich in Dir nur dann entwickeln, wenn Du Dir bewußt bist, wer Du bist und welch ungeahntes Potential in Dir ruht.

4:11

Wenn Du von dieser Affirmation Gebrauch machst, dann mit Nachdruck: morgens und abends und so oft während des Tages, wie Du Dich daran erinnerst. Mache damit weiter, bis sie ein Teil von Dir wird; schaffe die Gewohnheit.

Gewohnheiten zu schaffen ist das A und O. Du hast bereits gelernt, daß Verwirklichung hauptsächlich unterbewußt ist und wachbewußt dann als Auswirkung wahrgenommen wird. Eine Sache kann aber nur dann unterbewußt werden, wenn sie oft genug wiederholt wurde und so ‘tiefe Furchen’ ins Unterbewußtsein gegraben hat. Dazu mußt Du sie stets wiederholen, denn Wiederholung schafft Gewohnheiten, schafft neue Automatismen und führt letztlich dazu, daß ein bestimmtes Thema den Bereich des Gedankens verlassen hat und im Unterbewußtsein zuverlässig in die Realität umgesetzt wird.

4:12

Wenn Du es nicht tust, dann fange auch gar nicht erst damit an, denn die moderne Psychologie sagt uns, daß, wenn wir etwas anfangen, es aber nicht vollenden oder uns den Vorsatz machen und uns nicht an ihn halten, wir uns eine Gewohnheit des Versagens aneignen – vollkommenen, schändlichen Versagens. Wenn Du eine Sache nicht machen willst, fange nicht an; wenn Du anfängst, vollende sie, selbst wenn der Himmel über Dir zusammenbrechen sollte. Wenn Du Dich entschieden hast, etwas zu tun, tue es. Lasse nichts und niemanden dazwischen kommen. Das ‚Ich‘ hat es bestimmt; die Sache ist erledigt; die Form ist gegossen; es gibt kein Argument mehr dagegen.

Vorzeitige Aufgabe ist ein Grund, warum viele Menschen ihre Lebenssituation nicht nachhaltig verändern. Mit diesem Satz macht Charles Haanel klar und deutlich, daß, was Du Dir vorgenommen hast, bis zum Ende durchführst und Dich von nichts und niemandem ablenken oder abbringen läßt. Das schließt übrigens auch Dein Master-Key-System-Studium mit ein, welches Du erfolgreich beenden wirst, um den entsprechenden Nutzen für Dich und Deine Mitmenschen daraus zu ziehen.

4:13

Wenn Du diese Idee mit kleinen, kontrollierbaren Dingen beginnend durchführst, die Anstrengungen dann Schritt für Schritt verstärkst, aber auf keinen Fall dem ‚Ich‘ erlaubst, überredet zu werden, wirst Du feststellen, daß Du Dich schlußendlich selbst beherrschen kannst. Viele Männer und Frauen haben zu ihrem Verdruß herausgefunden, daß es einfacher ist, ein Königreich zu beherrschen, als sich selbst.

Es wird Dir nicht Neu sein, daß Veränderungen schrittweise vor sich gehen; daß es keine Quantensprünge gibt, es sei denn, man ist für sie bereit. Was hier aber zum Ausdruck gebracht wird, ist folgendes: Setze Dir ein kleines Ziel, wie z.B. die berühmte Parkplatzsuche. Finde immer wieder und schnell einen Parkplatz und lasse Dich ermutigen, Deine Sicht größeren Dingen zuzuwenden. Vollende auch das und wende Deine Sicht wiederum Größerem zu. So befähigst Du Dich zunehmend und wirst dadurch stärker und machtvoller.

4:14

Wenn Du aber gelernt hast, Dich zu beherrschen, hast Du die ‚innere Welt‘ gefunden, welche die ‚äußere Welt‘ steuert. Du bist unwiderstehlich geworden; Männer und Frauen antworten auf jeden Deiner Wünsche ohne große Anstrengung Deinerseits.

Wisse, daß die innere Welt die der Gedanken ist, der stillen Gedankenkonzentration, ausgerichtet auf ein bestimmtes Ziel. Haanel spricht später von der Vorstellungskraft als Deine Werkstatt, in der Du neue Dinge erträumst und somit erschaffst. Die Vorstellungskraft ist übrigens die Kraft, Dir etwas vor-zu-stellen. Vor Deinem geistigen Auge baut sich zunächst ein grobes Bild auf, welchem Du mehr und mehr Detail gibst und schließlich durch Deine Gefühle dann Lebenskraft. Mehr dazu in Kapitel 5.

4:15

Das ist nicht so fremd oder unmöglich wie es erscheint, wenn Du Dich nur daran erinnerst, daß die ‚innere Welt‘ von dem ‚Ich‘ gesteuert wird und daß dieses ‚Ich‘ ein Teil oder eins ist mit dem Unendlichen ‚Ich‘, das die Universelle Energie oder das Bewußtsein darstellt und von uns für gewöhnlich ‚Gott‘ genannt wird.

Machtvolle Menschen wissen um ihr ‘Ich’. Sie sind sich bewußt, daß ihnen unendliche Ressourcen zur Verfügung stehen. Sie sichern sich diese durch geistige Inanspruchnahme, durch Mut und Zuversicht. Vor allem, und das wird später noch klar, denken sie ihre eigenen Gedanken und lassen sich von niemandem etwas vor-schreiben.

4:16

Das ist nicht nur ein Ausdruck oder eine Theorie zum Zweck der Bestätigung oder Etablierung einer Idee, sondern eine Tatsache, die von dem besten religiösen und wissenschaftlichen Gedankengut akzeptiert wurde.

Das bedeutet, daß auch Du Dir diese Tatsache zunutze machen kannst. Du kannst natürlich ebenso wählen, diese universellen Weisheiten zu ignorieren. Wisse aber, daß Macht und Kraft durch Anerkennung dieser Gesetzmäßigkeiten kommen, und Anerkennung ist das Gegenteil von Ignoranz.

4:17

Herbert Spender sagte einmal: „Neben all den Geheimnissen, die uns umgeben, ist nichts gewisser als daß wir uns in Gegenwart einer Unendlichen und Ewigen Energie befinden, aus der alle Dinge entstehen.“

Das ist die Allmacht, die allgegenwärtig und allwissend ist. Sie ist also ein Gedankenkonstrukt, welches wir uns geschaffen haben, um eine Quelle oder einen Ursprung für etwas zu definieren. Da unseren Gedanken und somit unserer Vorstellungskraft keinerlei Grenzen gesetzt sind, können wir uns auch alles vorstellen. Das, was wir uns dann aber vorstellen, muß zwangsläufig im Einklang mit Universellen Gesetzmäßigkeiten sein, um Bestand zu haben: Auch damit wir uns darauf verlassen können, um Gewißheit zu erlangen. Du siehst, daß sich hier der Kreis wieder schließt, denn unser in-Einklang-bringen ist eine intelligente Entscheidung, die zu weiteren intelligenten Entscheidungen führt und dadurch zum Fortbestand des Lebens selbst.

4:18

Lyman Abbott, in einer Ansprache vor den Absolventen der Bangor Theological Seminary, sagte: „Wir sind im Begriff, Gott als im Menschen weilend anzusehen, anstatt von außen auf den Menschen einwirkend.“

Daß Gott im Menschen weilt mag für manche eine neue Idee sein, aber man kommt nicht umhin, sie zu akzeptieren. Wenn ‘Gott’ allgegenwärtig ist, muß Er auch in Dir sein. Er kann per Definition nicht außerhalb von Dir sein. Natürlich ist diese Intelligenz auch woanders vorhanden – daher auch die Allgegenwärtigkeit – aber sie ist dadurch nicht aus Dir verschwunden. Wenn Du zu dem Punkt kommst, an dem Du diese Präsenz in Dir akzeptierst und darüber hinaus noch verstehst welche Aufgabe sie hat, wirst Du erfüllt werden von Mut und Tatendrang, von Freude und Überschwang, und jeglicher Glaube an Mangel und Beschränkung wird von Dir weichen. Das ist wörtlich zu nehmen.

4:19

Die Wissenschaft macht in ihrer Suche kleine Fortschritte und hört dann auf. Die Wissenschaft findet die ewige Unendliche Energie, aber die Religion findet die Macht hinter dieser Energie und ortet sie im Menschen. Das ist aber keinesfalls eine neue Entdeckung. Die Bibel sagt genau das, und die Sprache ist so einfach wie überzeugend: „Weißt Du nicht, daß Du der Tempel des lebendigen Gottes bist?“ Hier ist dann das Geheimnis der wundervollen schöpferischen Kräfte der ‚inneren Welt‘.

Ja, Du bist der Tempel des lebendigen Gottes. Da das Allgegenwärtige per Definition keinen Gegenpol hat und somit absolut ist, ist es auch nicht wirklich beschreibbar, denn wir können nur Unterschiede beschreiben: Oben/unten, leicht/schwer, fern/nah, kalt/warm. Wenn aber kein Unterschied beschrieben werden kann, ist auch die Beschreibung unmöglich. Daher bedarf das Göttliche des Individuums, um sich zu erleben und zu erfahren. Du bist, wir alle sind diese Individuen, durch die sich das Göttliche erfährt. Mit dem Master Key System kommst Du zu einem vollkommen neuen Verständnis Deiner selbst und der damit verbundenen ungeahnten Möglichkeiten, die Du nun verstärkt in Anspruch nimmst.

4:20

Hier findet sich das Geheimnis der Macht und die Beherrschung derselben. Sie anzuerkennen bedeutet nicht, auf etwas zu verzichten. Selbstverleugnung führt nicht zum Ziel. Wir können nicht geben, ohne zu nehmen. Wir können nicht hilfsbereit sein, ohne daß wir stark sind. Das Unendliche ist nicht bankrott, und wir, die Unendliche Kraft verkörpern, sollten auch nicht bankrott sein. Wenn wir wünschen, anderen einen Dienst zu erweisen, müssen wir Kraft und noch mehr Kraft haben, aber um sie zu erhalten, müssen wir sie geben; wir müssen im Dienst stehen.

Leider ist es im spirituellen Bereich immer noch weit verbreitet, materielle Dinge abzulehnen. Diese Unsitte kann nur durch ein Unverständnis erklärt werden, denn die Allmacht Gottes bedeutet auch, daß diese Intelligenz in allen materiellen Dingen zum Ausdruck kommt. Je höher oder feiner Deine Intelligenz, desto mehr wird das in Produkten oder Dienstleistungen zum Ausdruck kommen, denn Du bist bestrebt, Dein Leben stetig zu verbessern. Das bedeutet eine Zunahme an Qualität, nicht unbedingt Quantität. In der Tat wirst Du Dein Leben höchstwahrscheinlich vereinfachen, Dich aber mehr und mehr mit den schönen Dingen des Lebens umgeben.

4:21

Je mehr wir geben, desto mehr werden wir empfangen. Wir müssen zu einem Kanal werden, durch den das Universelle Taten ausdrücken kann. Das Universelle ist ständig darauf bedacht, sich Ausdruck zu verschaffen, im Dienst zu stehen, und es sucht die Kanäle, durch die es die großartigsten Taten vollbringen kann; wo es am meisten Gutes vollbringen kann; wo es im größten Dienst der Menschheit stehen kann.

Daß Du zuerst geben mußt, um schließlich zu empfangen, mag Dir zunächst fremd erscheinen, aber dahinter steckt Sinn und Methode. Geben bedeutet erst einmal nichts anderes als sich geistig mit etwas zu befassen. Das heißt, Du gibst Deine Aufmerksamkeit, um Dir bestimmter Themen bewußt zu werden. Anschließend geht es z.B. beim Thema Reichtum darum, andere Menschen zu bereichern, denn dieser Gedanke kehrt dann wieder zu Dir zurück, nämlich dadurch, daß andere Menschen Dich bereichern wollen.

Du magst nun wissen wollen, wie das auf die zutrifft, die in Fabriken oder Großraumbüros für andere schuften, am Ende aber nicht wirklich etwas übrig haben. Die Erklärung dafür ist denkbar einfach: Sie machen sich keine Gedanken über die schöpferischen Gesetze. Sie folgen lediglich Anweisungen. Sie führen das aus, was andere ihnen zugedacht haben. Es gilt nun vor allem für sie, bisherige Denkweisen und Glaubenssätze zu hinterfragen und durch neue zu ersetzen – solche, die denen entgegenstehen, die sie bisher gehegt haben oder über die sie sich bislang keine Gedanken gemacht haben und die sich zwangsläufig verwirklicht haben.

4:22

Das Universelle kann sich solange nicht durch Dich ausdrücken, wie Du mit Deinen eigenen Plänen beschäftigt bist, Deinem eigenen Ansinnen. Besänftige Deine Sinne; suche die Eingebung; richte die geistige Aktivität nach innen; verweile in dem Bewußtsein Deiner Einheit mit der Allmacht – ‚Stille Wasser sind tief.‘ Denke über die vielfältigen Möglichkeiten nach, auf die Du durch die Allgegenwärtigkeit dieser Macht Zugriff hast.

Wenn dieser Punkt unverständlich ist, dann hilft es folgendes zu erkennen: Haanel will darauf hinaus – und erwähnt es später nochmal – daß das Universelle nicht eigennützig und selbstsüchtig handelt, sondern alles im Überfluß zur Verfügung stellt. Das geschieht durch das Prinzip der Geistigkeit, denn Geist ist schöpferisch und die einzige Fähigkeit, die das ‘Ich’ besitzt, ist die des Denkens. Wenn Deine Taten bisher darauf ausgerichtet waren, Dich selbst zu bereichern, dann leite eine Umkehr in Gedanken, Worten und Taten ein. Dein Denken, Reden und Handeln muß nun so ausgerichtet sein, daß es allen Beteiligten von Nutzen ist. Dadurch vermehrst Du Dinge. Du bist im Einklang mit den Naturgesetzen. Das führt zu einer Schwingungsverstärkung, welche die Dinge auch für Dich multipliziert. Ein amerikanischer Talkshow Host sagte einmal: ‘Dein Einkommen ist der Durchschnitt Deiner fünf besten Freunde.’ Verweile ein wenig auf diesem Satz und bringe ihn in Zusammenhang mit dem zuvor erwähnten.

4:23

Visualisiere die Ereignisse, Umstände und Zustände, die diese geistigen Verbindungen hilfreich zur Darstellung bringen können. Erkenne die Tatsache, daß die Essenz und Seele allen Lebens geistig und daß das Spirituelle das Wahre ist, denn es ist das Leben von allem, was es gibt. Wenn das (erdengebundene) Bewußtsein geht, geht damit das (irdische) Leben; das rein Physische ist tot; es hat aufgehört zu bestehen.

Auch wenn das Physische dann technisch tot ist, so ist es dennoch nicht weg. Es wird zerfallen und von anderen Organismen verwertet werden. Dadurch kann auf vielfältigen Ebenen wieder neues Leben entstehen. Auch dadurch wird klar, daß wir von der Schöpfung nicht getrennt sind, sondern ein integraler Teil. Ergo: Ich bin nicht mein Körper; mein Körper ist von mir! Ich bin nicht mein Verstand; mein Verstand ist von mir!

4:24

Diese geistigen Tätigkeiten drehen sich um die innere Welt, um die Welt der Ursache. Die sich daraus ergebenden Bedingungen und Umstände sind die Wirkung. Somit wirst Du zum Schöpfer. Das ist wichtige Arbeit, und je höher, weitreichender, großartiger und nobler die Ideale sind, die Du Dir vorstellen kannst, desto wichtiger wird die eigentliche Handlung.

Diese Aussage mag Dich zu einer vollständigen Neuausrichtung Deiner Tätigkeiten bringen. Noble Gedanken müssen sich zwangsläufig in noblen Taten ausdrücken, und es ist gerade diese erhabene Denkweise, die Dir ein Leben auf höheren Ebenen beschert, da Du Dich zunehmend mit Menschen verbindest und austauschst, die so ähnlich denken und handeln wie Du. Allein dadurch ergeben sich viele neue Möglichkeiten der Beschäftigung und des Ausdrucks.

4:25

Zu viel Arbeit, zu viel Spiel oder körperliche Überaktivität jeglicher Art schafft Zustände geistiger Apathie und Stillstand. Diese machen es unmöglich, die wichtige Arbeit zu verrichten, die in der Verwirklichung bewußter Macht endet. Wir sollten deshalb oft die Stille aufsuchen. In der Ruhe liegt die Kraft. Es ist in der Stille, daß wir uns entspannen können, und wenn wir entspannt sind, können wir denken, und Denken ist das Geheimnis allen Erlangens.

Das häufige Aufsuchen der Stille wird sich bei weiterem Studium fast wie von selbst ergeben. Du wirst feststellen, daß Du Dich immer mehr von ‘Sendern’ fernhältst, deren Signale Dir nicht gut tun. Das gibt Dir Zeit für Dich. Dieser Vorgang ist ein ganz natürlicher – er ergibt sich ohne irgendwelche Mühe Deinerseits.

4:26

Denken ist eine Art der Bewegung und wird durch das Gesetz der Schwingung getragen, so wie auch Licht oder Elektrizität. Es wird ihm Lebenskraft gegeben über die Emotionen, durch das Gesetz der Liebe; es nimmt Form und Gestalt an durch das Gesetz des Wachstums; es ist das Produkt des spirituellen ‚Ich‘, daher auch seine göttliche, geistige und schöpferische Natur.

Hier ist es wichtig zu erkennen, daß es die Gefühle sind, die dem Gedanken Lebenskraft verleihen. Darauf wird später nochmal im Detail eingegangen. Es erklärt aber auch, warum sich nicht jeder Gedanke verwirklicht. Das Gefühl ist rein technisch eine Heruntertransformation von der geistigen auf die körperliche Ebene, dort, wo für uns Leben zum Ausdruck kommt. Wenn sich dort etwas nicht verwirklicht, liegt der Grund also darin, daß keine Gefühle vorhanden sind, die dieses Gedankenkonstrukt auf der körperlichen Ebene zum Ausdruck bringen könnten. Es fehlt die Verbindung. Gefühle sind Verbindung. Sie sind das Erleben. Sie sind letztlich das Leben, die Empfindung, die Interpretation der von unserem Verstand aufgenommenen Nervenimpulse.

4:27

Dadurch wird offensichtlich, daß zum Ausdruck von Macht, Überfluß und jedem anderen aufbauenden Zweck die Emotionen in Anspruch genommen werden müssen, um dem Gedanken Gefühl zu verleihen, damit er Form annehmen kann. Wie kann dieser Zweck erfüllt werden? Wie können wir das Vertrauen, den Mut und das Gefühl entwickeln, welches in Vollendung resultiert?

Sehr wichtig: All das, was Du Dir vorstellst, mußt Du letztendlich auch fühlen, damit es Wirklichkeit wird. Der Schlüssel dazu ist ‘Freude’. Sie löst die angenehmen Gefühle in Dir aus, welche dann zum Entstehen der Lebenskraft führen. Das ist sehr wichtig zu verstehen, denn viele Menschen haben mich gefragt, was es mit dem Gefühl auf sich hat, oder wie man sich in eine Sache oder ein Ideal reinfühlen kann. Es ist die Freude! Diese kannst du völlig grundlos oder jederzeit in Dir hervorrufen – so wie ein kleines Kind.

4:28

Die Antwort ist: durch Übung. Geistige Kraft wird auf dieselbe Art und Weise gesichert, durch die auch körperliche Kraft gesichert wird – durch Übung. Wir denken etwas, zunächst vielleicht mit Schwierigkeiten. Wir denken dieselbe Sache erneut, und es wird dieses Mal einfacher. Wir denken wieder und wieder; es wird dann zur Gewohnheit. Wir denken weiterhin dasselbe, und schließlich wird es automatisch. Wir können uns nicht anders helfen, als weiterhin darüber nachzudenken. Wir sind nun zuversichtlich über das, was wir denken. Es besteht kein Zweifel mehr. Wir sind sicher – wir wissen.

In diesem einzigen Abschnitt steht so viel an Bedeutung drin. Du mußt etwas wiederholen, damit es zur Gewohnheit wird und schließlich zu Dir. Durch die Wiederholung bekommst Du dann Gewißheit. In dem Wort Gewißheit steckt nicht nur ‘gewiß’ drin, sondern auch ‘Wissen’. Du kommst also durch Wiederholung vom Glauben, daß etwas möglich ist und sich für Dich verwirklichen kann, zum Wissen, daß es geschehen ist. Das macht den schöpferischen Prozeß transparent und für jedermann verständlich und nachvollziehbar.

4:29

Letzte Woche habe ich Dich gebeten zu entspannen, körperlich loszulassen. Diese Woche bitte ich Dich, gedanklich loszulassen. Wenn Du die Übung der letzten Woche fünfzehn oder zwanzig Minuten am Tag gemäß der Anleitung durchgeführt hast, wirst Du Dich jetzt zweifelsohne körperlich entspannen können, und jeder, der dazu bewußt nicht sogleich und vollständig in der Lage ist, ist nicht ein Meister seiner selbst. Er hat die Freiheit noch nicht erlangt; er ist noch Sklave der Umstände. Ich nehme aber an, daß Du die Übung gemeistert hast und bereit bist, den nächsten Schritt zu unternehmen – zur gedanklichen Freiheit.

Die ersten drei Wochen wurdest Du auf diese Übung konsequent vorbereitet. Es ist für Dich unabdingbar, daß Du alte Gedanken und Verhaltensweisen losläßt – Du verabschiedest Dich von ihnen und ersetzt sie durch neue. Das geht aber nur dann, wenn Du in der Lage bist, Dich gedanklich zu entspannen, also bestimmte Gedanken eben nicht mehr zu denken. Das geht dann am einfachsten, wenn man sie durch andere ersetzt. Da sich negative Gedanken durch Anspannung äußern, weißt Du, daß Du sie durch positive ersetzt hast, wenn Du entspannt und in der Ruhe bist.

Hier gilt es Meisterschaft über sein körperliches und gedankliches Wesen zu erlangen. Das Ausmaß sei Deinen eigenen Bedürfnissen und Verlangen entsprechend; wisse aber, daß es hier primär darum geht, Gedankenstille zu erlangen, nicht nur um Platz für neue, aufbauende Gedanken zu schaffen, sondern eben auch durch die Stille in Kontakt mit der Allmacht zu treten. Dadurch erhältst Du dann die entsprechenden Informationen, die Dir auf Deinem neuen Weg weiterhelfen.

4:30

Diese Woche, nachdem Du die gewohnte Position eingenommen hast, entferne durch vollständiges geistiges Loslassen jegliche Spannung; laß dann gedanklich alle widerstrebenden Umstände fallen, wie z.B. Haß, Ärger, Sorge, Eifersucht, Neid, Trauer, Schwierigkeiten oder Enttäuschung jeglicher Art.

Erinnere Dich an dieser Stelle an das vorige Kapitel, wo es um den Solarplexus ging. Durch ruhiges und tiefes Atmen entspannst Du Dich körperlich. Erst das erlaubt es Dir, auch Deine Gedanken zu entspannen. Die Emotionen, von denen Charles Haanel hier spricht, sind allesamt dem Sympathischen System zuzuordnen. Daher stehen hier körperliche Entspannung und das Wissen um die Funktion des Solarplexus an erster Stelle.

4:31

Du magst sagen, daß Du diese Dinge nicht ‚fallen lassen‘ kannst, aber Du kannst es; Du kannst es geistig so bestimmen, durch freiwillige Absicht und durch Beharrlichkeit.

Deine geistige Bestimmung ist Deine Inanspruchnahme; Deine Absicht bestimmt dann Deine Aufmerksamkeit, welcher ja bekanntlich Energie folgt. Die Beharrlichkeit ist die Wiederholung und die Disziplin, die Dich vom Glauben zum Wissen, vom Ungewissen zur Gewißheit führt.

4:32

Der Grund, warum manche das nicht können liegt darin, daß sie es sich erlauben, von ihren Emotionen anstatt vom Intellekt gesteuert zu werden. Doch nur diejenigen, die sich durch den Intellekt leiten lassen, werden siegreich sein. Darin wirst Du nicht gleich beim ersten Mal erfolgreich sein, aber Übung macht den Meister – hier sowie auch bei allen anderen Dingen. Du mußt erfolgreich die negativen und zerstörerischen Gedanken ablehnen, eliminieren und vollkommen zerstören, denn sie sind die Saat, die andauernd sprießt und sich in unharmonischen Umständen jeglicher Art und Beschreibung äußert.

Ein grundlegender Punkt! Es ist unabdingbar, daß Du Deine Emotionen steuerst, anstatt Dich weiterhin von dem treiben und bestimmen zu lassen, was man Dir durch vielfältige Einflüsse eingeprägt und eingetrichtert hat, insbesondere in den ersten 5 Jahren Deines Lebens.

Derjenige, der seine Emotionen steuert, ist Herr über sein eigenes Leben, während der andere ein Spielball ist. Letzterer sieht sich als Opfer, ohnmächtig – ohne Macht! – und somit blind für die unzähligen Möglichkeiten des Verbesserns von Umständen und Dingen, die ihm genau in dem Moment auffallen würden, wenn er sich fängt und beginnt, sich selbst kritisch zu beobachten. Achte daher bitte immer mehr auf Deine Emotionen und frage Dich was sie hervorruft, und ob sie in diesem Moment wirklich angebracht sind. Das ist ein bedeutsamer Schritt in Richtung Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung!

Fragen und Antworten

  1. Was ist Denken?
    Denken ist geistige Energie.
  2. Wie wird der Gedanke übertragen?
    Durch das Gesetz der Schwingung.
  3. Durch was wird ihm Lebenskraft gegeben?
    Durch das Gesetz der Liebe.
  4. Wodurch nimmt er Form an?
    Durch das Gesetz des Wachstums.
  5. Was ist das Geheimnis seiner schöpferischen Kraft?
    Es ist eine geistige Aktivität.
  6. Wie können wir das Vertrauen, den Mut und die Begeisterungsfähigkeit entwickeln, die dann in dem Erreichen resultiert?
    Durch die Anerkennung unserer geistigen Natur.
  7. Was ist das Geheimnis der Macht?
    Dienst.
  8. Warum ist das so?
    Weil wir erhalten, was wir geben.
  9. Was ist die Ruhe?
    Eine körperliche Ruhe.
  10. Was für einen Wert hat sie?
    Es ist der erste Schritt zur Selbstkontrolle, zur Selbstbeherrschung.
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